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Bayern-Neuzugang Cuisance : „Diese Geschichte ist für mich einmalig“

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„Ich fühle mich bereit und bin sehr stolz, künftig das Trikot des FC Bayern tragen zu dürfen“: Michaël Cuisance Bild: dpa

Michaël Cuisance ist gerade 20 Jahre und wechselt zum FC Bayern. Dabei war er in Gladbach zuletzt der „Verlierer der Saison“. Dafür gab es Gründe. Die Verantwortlichen der Borussia üben nun deutliche Kritik am Franzosen.

          Genau ein Jahr ist es her, da startete der damals 18 Jahre alte Fußballprofi Michaël Cuisance aus einer Position in die neue Fußballsaison, die zu seinem Selbstbild passte. Die Anhänger von Borussia Mönchengladbach hatten den mit großer Selbstüberzeugung ausgestatteten Franzosen gerade zum „Spieler der Saison“ gewählt, sie sahen eine Verheißung. Den nächsten Star, der sie irgendwann in die Champions League schießen würde, einen neuen Granit Xhaka. Doch dann entwickelte sich der ziemlich eigenwillige Cuisance zu einem „Verlierer der Saison“, weshalb am Samstag im Borussia-Park sich viele Leute über die Nachricht von einem Fünfjahresvertrag des Teenagers mit Bayern München wunderten.

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          „Ich fühle mich bereit und bin sehr stolz, künftig das Trikot des FC Bayern tragen zu dürfen“, sagte der Profi nach dem Vollzug des Klubwechsels, während der Gladbacher Sportdirektor Max Eberl erklärte: „Diese Geschichte ist für mich in den elf Jahren als Sportdirektor einmalig.“ Die Gladbacher haben Cuisance zwar als großes Talent, aber eben auch als jungen Mann mit gefährlicher Neigung zur Hybris kennen gelernt. In der vorigen Saison verschwand er in der zweiten Reihe, die Leistungen stimmten nicht. Nur einmal gehörte Cuisance zur Startelf, zehn mal wurde er eingewechselt, ohne besonders aufzufallen.

          Vor dem neuen Spieljahr hat Cuisance trotzdem eine Stammplatzgarantie bei der Borussia gefordert, die konnte ihm natürlich niemand geben. „Ich hatte den Eindruck, dass Borussia für ihn als Verein zu klein geworden ist“, merkte Marco Rose nach dem 0:0 gegen Schalke 04 süffisant an und prophezeite: „Bei seinem neuen Verein wird er einige Verhaltensweisen nicht an den Tag legen.“ Eigentlich hätte der Trainer zwar gerne mit diesem interessanten Talent weitergearbeitet, aber ganz offenbar fehlt Cuisance die erforderliche Demut. Eberl zog einen Vergleich zu Xhaka, der „die Mentalität hatte, sich gegen Widerstände zu wehren“. Im Subtext hieß das: Cuisance hat sich nicht gewehrt, sondern beleidigt ergeben, als es mal nicht so lief.

          Dabei sind die Gladbacher bekannt dafür, junge Talente mit Akribie, Geduld und auch viel Rücksicht auf Extravaganzen an das Niveau der Bundesliga heranzuführen. „Kein anderer Spieler hat von uns in den vergangenen 13 Monaten so viel Aufmerksamkeit bekommen“, berichtete Eberl, „wir haben alles versucht. Aber wenn einer seine Chance nicht nutzen will, dann geht es eben auch nicht.“ Dass Cuisance nun glaubt, ausgerechnet beim FC Bayern mehr Erfolg zu haben, lässt die Gladbacher allerdings staunen.

          Schließlich muss der junge Fußballer sich hier auf den Zentrumspositionen gegen Leute wie Leon Goretzka, Thiago, Renato Sanchez, Corentin Tolisso und Coutinho durchsetzen, um häufiger zu spielen. „Bayern München hat einen großartigen Kader, erst recht wenn ich höre, was da noch alles kommen soll. Da wird es für einen jungen Spieler nicht einfacher zu spielen als bei uns“, sagte Eberl.

          Auf einen Versuch, den Mittelfeldspieler mit diesem Argument umzustimmen, haben sie aber verzichtet. „Weil wir einen sauberen Kader haben wollen, einen Kader mit Jungs, die sich zu 100 Prozent mit Borussia identifizieren. Wenn es dann jemanden gibt, der das nicht mehr tut, dann muss er seinen Weg gehen“, sagte Eberl, der sich immerhin über ein gutes Geschäft freuen kann. Vor zwei Jahren war Cuisance für 250 000 Euro von AS Nancy an den Niederrhein gekommen, nun bezahlen die Münchner rund zehn Millionen für den Teenager.

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