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Bundesliga-Abstiegskampf : Die Gründe für die Eintracht-Krise

  • -Aktualisiert am

Trainer Adi Hütter und die Eintracht stehen in der Bundesliga unter Druck. Bild: dpa

Frankfurt hat deutlich zu viel Qualität, um aus der Bundesliga abzusteigen. Doch das Potential muss auch ausgespielt werden. Und das ist der Eintracht derzeit nicht möglich. Warum das so ist, dafür gibt es eine Menge Gründe.

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          Wenn ein 2:5 einen Fortschritt bedeutet, dann sagt das viel über die Ausgangslage. Sportdirektor Bruno Hübner weigert sich zwar, dass ihm und der Eintracht der Abstiegskampf herbeigeredet wird, aber mit realistischem Blick auf die Tabelle und die Verfassung der Mannschaft kann die Diagnose gar nicht anders ausfallen. Nach der fünften Niederlage nacheinander beträgt der Vorsprung vor dem Relegationsplatz nur noch vier Punkte, und jetzt beginnt auch noch das auf Platz 17 taumelnde Werder Bremen zu punkten und sich aufzurichten.

          Bundesliga

          Die Eintracht hat deutlich zu viel Qualität, um zur Zweitklassigkeit verdammt zu sein. Aber wenn die Substanz das einzige Kriterium wäre, das über die Liga-Zugehörigkeit entscheidet, wären der HSV, der 1. FC Köln und der VfB Stuttgart in den vergangenen Jahren niemals aus der Bundesliga abgestiegen, und Werder würde sich im Moment zumindest auf dem Niveau der Eintracht bewegen.

          Das Potential muss ausgespielt werden, darauf kommt es an. Und das ist den Hessen im Moment nicht möglich, nach Jahren, in denen sie sogar über ihre Verhältnisse gut Fußball spielten. Wieso das so ist, dafür gibt es eine Menge Gründe, die zusammenspielen. Der Ausgangspunkt ist die chronische mentale und physische Überlastung. Kein anderer deutscher Profiklub hat in den vergangenen zwei Jahren so viele Spiele absolvieren müssen wie die Frankfurter.

          Hinteregger gibt Glauben zurück

          Die Müdigkeit ist dank der Corona-Pause überstanden, die Verunsicherung nicht. Die Befürchtung, dass der Rekordmeister den strauchelnden Europa-League-Teilnehmer und DFB-Pokal-Halbfinalteilnehmer mit einem Kantersieg endgültig in die Verzweiflung stößt, war groß. Dass es nicht so kam, lag nicht nur am Willen und am Können der Frankfurter Profis, sondern auch am Zufall. Diese turbulente Auseinandersetzung stand beispielhaft dafür, wie wenig im Fußball festgemauert ist, wie schnell etwas in Feinstaub zerfallen kann, was wie eine Betonwand wirkt. Als die Bayern nach 46 Minuten 3:0 führten, obwohl die Frankfurter Profis zumindest in der Defensive eine ansprechende Leistung gezeigt hatten, manifestierte der Zwischenstand den Klassenunterschied.

          Nichts sprach für eine Wende, die Frankfurter hatten es bis zu diesem Zeitpunkt zu keiner echten Torchance gebracht. Aber die zwei Treffer von Hinteregger nach Eckbällen, von freundlicher Münchner Teilnahmslosigkeit begleitet, gaben der Eintracht den Glauben an sich zurück. Plötzlich klappte es auch in der Offensive, Gacinovic und Kostic hätten weitere Treffer erzielen können. Dass es nicht noch einmal eng wurde, lag dann wieder an den Frankfurtern selbst, die den Bayern noch zwei Treffer ermöglichten.

          Aber das war nicht entscheidend, sondern dass die Eintracht-Profis wieder einmal erlebt hatten, was ihnen im Fußball so alles möglich ist. Der bitter benötigte Heimsieg über Freiburg an diesem Dienstag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) ist dadurch ein kleines bisschen wahrscheinlicher geworden. Aber das Pflänzchen Hoffnung ist noch so zart, dass es schon ein Rückstand gegen die Südbadener entwurzeln könnte.

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          Peter Heß
          Sportredakteur.

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