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Fußball und Omikron : Warum die Bundesliga am Spielplan festhält

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Hauptsache, elf Spieler auf dem Platz: Bayerns Thomas Müller (r.) mit dem halb so alten Paul Wanner beim Spiel gegen Gladbach. Bild: Reuters

Die Omikron-Welle rollt auch auf den Fußball zu. Die DFL bekräftigt, die Saison wie geplant zu Ende bringen zu wollen. Die Regelung für Spielabsetzungen wird erst später überarbeitet.

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          Die Impfquote in der ersten und zweiten Bundesliga liegt nach Angaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) deutlich höher als jene in der gesamten Gesellschaft. „Von den mehr als 90 Prozent aller Spieler, Trainer und Betreuer, die sich haben impfen lassen, haben schon jetzt mehr als 70 Prozent eine Auffrischungsimpfung erhalten“, sagte Ansgar Schwenken, DFL-Direktor Fußballangelegenheiten und Fans, in einem Interview auf bundesliga.de. „Grundlage für diese Zahl sind freiwillige Angaben der Clubs im Rahmen einer entsprechenden Abfrage der DFL. “

          Bei Einzelnen sei zu berücksichtigen, dass die Zweitimpfung erst spät erfolgte oder dass nach der Zweitimpfung ein positiver Corona-Befund festgestellt wurde, weshalb derzeit von einer Booster-Impfung noch abgesehen werde. Ziel von DFL und Klubs sei weiterhin, den Spielbetrieb im anvisierten Zeitrahmen durchzuführen, so Schwenken. Dies geschehe auf Grundlage des medizinisch-hygienischen Arbeitsschutz-Konzepts, der individuellen Maßnahmen der Clubs sowie der bestehenden Statuten der DFL. „Wir beobachten und analysieren intensiv, welche Herausforderungen die Omikron-Variante noch mit sich bringen wird.“

          Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer, zugleich Leiter der Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb, betonte in dem Interview mit Schwenken und ihm: „Nach allem, was wir aktuell wissen, besteht durch die hohe Impfquote im Profifußball ein guter Schutz vor Ansteckungen und noch besser vor schweren Verläufen.“ Dennoch überprüfe man die Regelungen natürlich regelmäßig. Zum Beispiel die Definition, wer den Geimpft-Status hat und daher nicht engmaschig getestet werden muss. Man habe den Klubs schon im Dezember angekündigt, dass nicht geboosterte Personen nicht mehr als vollständig geimpft eingestuft werden können und daher regelmäßig zu testen seien.

          Unterdessen hat die Deutsche DFL angekündigt, die Regelungen für mögliche Spielabsetzungen abermals zu überprüfen – aber nicht mehr für diese Saison sondern von der Spielzeit 2022/23 an. Das DFL-Präsidium habe die „Kommission Fußball“ beauftragt, teilte die Liga am Dienstag mit, „die bereits begonnene Überprüfung der am 14. Mai 2020 ergänzten Regelung mit Blick auf die Definition von und den Umgang mit Langzeitverletzten“ fortzusetzen und Vorschläge zu erarbeiten. Von einer Änderung der Regelung während der laufenden Saison werde „mit Blick auf die Integrität des Wettbewerbs zum gegenwärtigen Zeitpunkt abgesehen“, heißt es in der Stellungnahme.

          Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn hatte kürzlich eine Überarbeitung der Spielordnung angemahnt. Auch Trainer Julian Nagelsmann regte an, das Thema noch einmal zu diskutieren. Anlass war der Rückrundenauftakt des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach (1:2) am Freitag. Das Spiel hatte trotz vieler Corona-Fälle stattgefunden. Grundlage ist die DFL-Spielordnung, wonach 16 einsatzbereite Spieler für den Anpfiff genügen. Gesperrte Spieler oder Spieler mit „sporttypischen“ Verletzungen gelten aber laut Statuten als „zur Verfügung stehend“. Bei den Bayern galt das für den verletzten Nationalspieler Leon Goretzka.

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