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Bayern-Neuzugang Davies : Einer wie Mbappé

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Hat große Ziele beim FC Bayern: Alphonso Davies. Bild: dpa

Alphonso Davies soll Bayern Münchens Hunger nach Geschwindigkeit in der Offensive stillen – und mittelfristig in große Fußstapfen treten. Ein weiterer spektakulärer Transfer soll zudem kurz bevorstehen.

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          An der Musikanlage hat Alphonso Davies die prominente Konkurrenz bereits verdrängt. Der Winter-Zugang des FC Bayern sicherte sich beim deutschen Fußball-Rekordmeister im Trainingslager in Qatar auf Anhieb die Rolle als Kabinen-DJ – er löste damit namhafte Stars wie Jerome Boateng, David Alaba oder Rafinha ab. Doch Davies möchte sich nicht damit begnügen, dass nun verstärkt Hip Hop aus den Boxen hämmert. Der 18 Jahre alte Kanadier will eines der Gesichter des neuen, verjüngten FC Bayern werden – und die übergroßen Fußstapfen eines Arjen Robben oder Franck Ribéry ausfüllen.

          Zlatan Ibrahimovic ist davon überzeugt, dass der Nationalspieler das drauf hat. „Ich sehe eine strahlende Zukunft“, sagte der selbsternannte Fußball-König und erteilte Davies damit den Ritterschlag. Bayern-Trainer Niko Kovac sieht beim neuen Flügelstürmer „sehr viel Entwicklungspotenzial“, Sportdirektor Hasan Salihamidzic meinte: „Er ist ein super Junge und Riesentalent mit Speed, Power und Technik. Wir versprechen uns viel von ihm.“

          Ins Beuteschema würde deswegen auch Callum Hudson-Odoi perfekt passen. Der 18-Jährige vom FC Chelsea steht offenbar ebenfalls vor einem Wechsel nach München. Nach Informationen des Fernsehsenders Sky soll der FC Chelsea das vierte Angebot des deutschen Fußball-Rekordmeisters für den 18-Jährigen in Höhe von umgerechnet 39 Millionen Euro grundsätzlich angenommen haben. Allerdings sei der Transfer damit noch nicht perfekt, Chelsea soll versuchen, den Youngster bis zum Sommer zu halten.

          Davies ist dagegen schon jetzt Salihamidzics erste Verpflichtung für die Bayern-Profis. Der Sportchef habe den zunächst 11,5 Millionen Euro teuren Transfer vom MLS-Klub Vancouver Whitecaps nach München „alleine durchgezogen“, sagte Präsident Uli Hoeneß: „Ich kenne den Spieler nicht.“

          Das soll sich bald ändern. „Phonzy“, das Ausnahmetalent, kommt mit der Empfehlung von acht Toren und zehn Vorlagen in 31 Spielen der abgelaufenen MLS-Saison. Der trickreiche Angreifer soll Münchens Hunger nach Geschwindigkeit auf der Außenbahn befriedigen. Sein Entdecker Craig Dalrymple, Technischer Direktor der Whitecaps-Jugendakademie, vergleicht ihn „aufgrund der Power und der Geschwindigkeit“ mit Frankreichs Wunderkind Kylian Mbappé.

          „Wenn wir Essen wollten, mussten wir über Leichen steigen“

          Seine „Inspiration“ sei jedoch stets Lionel Messi gewesen, berichtete Davies am Dienstag in Doha, wo er bei der Presserunde mit breitem Zahnpastalächeln und Glitzer-Ohrsteckern im roten Stuhl mit Goldrahmen saß. Auch die Bayern-Stars habe er als junger Kerl an der Spielekonsole bewundert, sagte er bescheiden, „sie jetzt kennenzulernen – ich war anfangs ein bisschen nervös“. Weil der Neue ein „offener Typ“ sei, habe er aber gleich „einen guten Draht zu allen“ gefunden, meinte Niklas Süle.

          Dabei kommt Davies aus dem Nichts. Seine aus Liberia stammenden Eltern flohen vor dem dortigen Bürgerkrieg, Davies kam 2000 in einem Flüchtlingslager in Ghana zur Welt. Die Zeit dort war geprägt von Gewalt. „Wenn wir Essen besorgen wollten, mussten wir über Leichen steigen“, berichtete seine Mutter Victoria einmal. Die Rettung war die Übersiedlung nach Kanada, als Alphonso fünf war. Mit 16 gab er dort als jüngster Spieler der Geschichte sein Debüt in der kanadischen Nationalmannschaft.

          „Als Kind habe ich davon geträumt, Teil eines so großen Vereins zu sein“, sagte Davies, „jetzt bin ich es, das ist unglaublich.“ Wann auch immer er den Platz betreten dürfe, wolle er sein „Herz geben“. Das ist ganz im Sinne des „Königs“. Davies dürfe „nicht zu viel Respekt vor den großen Spielern zeigen“, gab ihm Ibrahimovic mit auf den Weg nach Europa, „es liegt an ihm, den Rest zu erledigen.“

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