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Vorstellung beim FC Bayern : Pep Guardiola: „Heute ist ein Geschenk“

  • Aktualisiert am

Führungsmannschaft mit neuem Trainer: Sammer, Guardiola, Rummenigge und Hoeneß (von links) Bild: AFP

Um 12.05 Uhr betritt Pep Guardiola die große Bayern-Bühne. Auf Deutsch stellt sich der Erfolgstrainer bei seiner Präsentation in München vor - und zeigt sich noch „ein bisschen nervös“.

          In einem hellgrauen Anzug ist Josep „Pep“ Guardiola bescheiden und zurückhaltend in seine Amtszeit beim Triple-Sieger FC Bayern gestartet. Der 42 Jahre alte Erfolgstrainer soll eine neue große Ära der Münchner einläuten, wollte sich aber bei seiner offiziellen Vorstellung noch nicht auf konkrete Ziele festlegen. „Ich bin ein bisschen nervös“, gab Guardiola am Montag in der Allianz Arena zu. „Sie haben alle Titel gewonnen, da ist die hohe Erwartung normal.“

          Bei der größten Pressekonferenz in der Geschichte des FC Bayern vor über 250 Journalisten aus elf Nationen und rund drei Dutzend Kamerateams betrat der Hoffnungsträger um 12.05 Uhr die Bühne. „Guten Tag, grüß Gott, meine Damen und Herren. Verzeihen Sie mir mein Deutsch“, sagte der Spanier und lächelte noch etwas abwartend. „Ich habe es nur ein Jahr gelernt, es ist nicht der optimale Ort, um Deutsch zu lernen“, berichtete er über seine Sabbatzeit in New York.

          Nach insgesamt 14 Titeln in vier Jahren beim FC Barcelona hatte sich Guardiola in die Vereinigten Staaten zurückgezogen, wo er auch den Vertrag als Nachfolger von Jupp Heynckes unterzeichnet hatte. „Ich hoffe, dass ich hier in der nächsten Zeit meine Deutschkenntnisse verbessere.“ Im Laufe der Präsentation taute Guardiola aber auf, scherzte mit Sportdirektor Matthias Sammer und berichtete über die immense Vorfreude auf seinen ersten Job als Trainer fernab der Heimat: „Heute ist ein Geschenk, ist ein Glück, nicht nur hier zu sein, sondern auch dass Bayern München überhaupt daran gedacht hat, dass ich hier sein konnte.“

          Mit Blick auf die hohen Erwartungen nach der triumphalen Saison mit Titeln in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League meinte Guardiola, es sei arrogant, gleich von einer neuen Ära zu sprechen. „Herzlich willkommen, Pep“, prangte auf einem rötlichen gehaltenen Foto im Hintergrund - die Verantwortlichen des deutschen Fußball- Rekordmeisters begrüßten den Katalanen mit reichlich Vorschusslob.

          Ob der Name Programm ist, wird sich im Laufe der Zeit zeigen müssen Bilderstrecke

          Oben zu bleiben, sei das Schwierigste, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß. „Deshalb ist Pep Guardiola der richtige Mann, um die Herausforderung nach diesem gigantischen Jahr anzunehmen. Wenn nicht er, wer dann?“ Auch der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich von den Fähigkeiten des akribischen Arbeiters überzeugt. „Wir haben es als großes Glück empfunden, als Stolz auch, und auch als große Herausforderung, den erfolgreichsten Trainer der Welt, (...) zum FC Bayern zu holen“, betonte Rummenigge. In den Gesprächen habe er „vom ersten Tag“ an den Eindruck gehabt, dass es eine Partnerschaft sei, die beide Seiten wollen. „Es ist für Bayern München eine wunderbare Geschichte, aber ich denke es ist auch für den deutschen Fußball eine wunderbare Geschichte“, sagte Rummenigge.

          Zu den ersten beiden Übungseinheiten unter Guardiola werden jeweils 25.000 Fans erwartet. Der Erlös der Tickets für jeweils fünf Euro soll für Flutopfer gespendet werden. An diesem Samstag treten die Münchner zum ersten Testspiel in Weiden in der Oberpfalz gegen ein Fanklub-Team an, am Sonntag steht eine Partie beim TSV Regen im Bayerischen Wald an.

          Nicht nur Guardiola ist neu beim FC Bayern, er bringt auch vier Assistenten mit: Als Guardiola 2007 das seinerzeit drittklassige Team Barcelona B übernahm, holte er sich Domènec Torrent als Kenner der dritten Liga. Später nahm er seinen Assistenten mit in die erste Mannschaft. Gilt als sehr guter Analytiker und Spielbeobachter. Der Wasserball-Olympiasieger von 1996, Manel Estiarte, ist ein enger Freund von Guardiola. Auch wenn er fußballfremd war, gibt er wegen der langjährigen Leistungssporterfahrung Impulse. Laut „Süddeutscher Zeitung“ waren auch schon die Väter von Estiarte und Guardiola Freunde. 

          Auch Carles Planchart ist wie die anderen beiden Katalane. Er soll Gegner studieren und Talente sichten. Er arbeitet schon lange unter Torrent. Bei Barcelona stellte Planchart Videos vor den Spielen zusammen. Lorenzo Buenaventura ist der einzige der bisherigen Guardiola-Experten, der nicht aus Katalonien ist. Er soll den Profis zur notwendigen Physis verhelfen. Zudem half er verletzten Spielern in der Rehabilitation.

          Josep „Pep“ Guardiola in Zahlen

          Name: Josep „Pep“ Guardiola
          Geburtsdatum: 18. Januar 1971
          Geburtsort: Santpedor, Spanien

          Vereine als Spieler: FC Barcelona (1990-2001), Brescia Calcio (2001-02), AS Rom (2002-03), Brescia Calcio (2003), Al Ahli (2003-05), Dorados de Sinaloa (2006)

          Vereine als Trainer: FC Barcelona B (2007-08), FC Barcelona (2008-12), FC Bayern München (2013- )

          Erfolge als Spieler: Europapokal der Landesmeister (1992), Europapokal der Pokalsieger (1997), Uefa Super Cup (1992, 1997), Olympiasieger (1992), Spanischer Meister (1991, 1992, 1993, 1994, 1998, 1999), Spanischer Pokalsieger (1997, 1998), 47 Länderspiele (5 Tore)

          Erfolge als Trainer: Champions League (2009, 2011), Club-WM (2009, 2011), Uefa Super Cup (2009, 2011), Spanischer Meister (2009, 2010, 2011), Spanischer Pokalsieger (2009, 2012), Spanischer Supercup (2009, 2010, 2011)

          Persönliche Auszeichnungen: u.a. Welt-Clubtrainer (2009, 2011)

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