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Corona-Fälle bei Regensburg : „Ausnahmesituation in einem Ausnahmezustand“

  • Aktualisiert am

Ebenfalls positiv getestet: Regensburgs Trainer Mersad Selimbegovic Bild: dpa

Wie konnte sich bei Regensburg das Coronavirus ausbreiten? Nach schwer erklärbaren Positivfällen ist das Pokal-Viertelfinale gegen Bremen abgesetzt worden. Von einer besonders ansteckenden Variante ist beim Jahn die Rede.

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          Nach rätselhaften Corona-Fällen beim SSV Jahn Regensburg ist das Spiel im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen abgesagt worden. Nach Cheftrainer Mersad Selimbegovic seien weitere Infektionen beim Fußball-Zweitligaklub aufgetreten, berichtete Jahn-Geschäftsführer Christian Keller bei der Pressekonferenz am Montag. Es handle sich um ein „paar wenige“ Personen, höchstens minimale Erkältungssymptome seien bei einzelnen aufgetreten. Wie es zur Ausbreitung kommen konnte? Viele Fragezeichen.

          DFB-Pokal

          Um wie viele Personen und wen genau es sich handelt, verriet Keller nicht. Das gesamte SSV-Betreuerteam und die Mannschaft müssten nun in eine zweiwöchige Quarantäne. Die Spielleitung setzte die für Dienstag (18.30 Uhr) terminierte Pokal-Partie ab. „Hintergrund sind die behördlich angeordneten Quarantänemaßnahmen für den Verein Jahn Regensburg“, hieß es. Über die Neuansetzung der Partie werde der DFB in Abstimmung mit beiden Vereinen schnellstmöglich entscheiden.

          Bremen zeigt Verständnis

          Werder Bremen hat mit „absolutem Verständnis“ auf die Absage reagiert. „Wir haben vom ersten Tag der Pandemie gesagt, dass wir uns an die Entscheidungen der Behörden halten“, sagte Bremens Geschäftsführer Frank Baumann. „Jetzt geht es erst einmal darum, dass die Regensburger Spieler gesund werden und der Verein gut durch diese Situation kommt.“ Er lobte den „guten und professionellen Austausch“ mit den Regensburger Verantwortlichen. „Wir sind noch nicht durch die Pandemie durch. Es war wieder ein Warnschuss für den Fußball, dass wir weiter sehr, sehr vorsichtig sein müssen.“

          Regensburgs Keller erzählte, dass sich Selimbegovic mit der als besonders ansteckend geltenden britischen Mutante infiziert habe. Die ohnehin schon strengen Schutzmaßnahmen seien dann wohl „nicht mehr stark genug“ gewesen. „Wir waren auch nicht weniger vorsichtig und weniger achtsam, es ist alles so gelaufen wie immer. Wir können es uns deshalb auch nicht wirklich erklären.“

          Selimbegovic war bereits am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet worden und verpasste das Zweitligaspiel am selben Abend gegen Paderborn (1:0). Alle anderen Akteure in der Regeltestung seien negativ gewesen, das Spiel konnte gemäß Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga stattfinden.

          „Mersad ist untröstlich“

          Der 38-Jährige berichtete der „Mittelbayerischen Zeitung“ kurz danach, dass er keine Symptome habe. Er konnte sich demnach auch nicht erklären, wo er sich infiziert haben könnte. „Das ist jetzt wieder eine Ausnahmesituation in einem Ausnahmezustand“, befand Selimbegovic. Den Sieg verfolgte er in häuslicher Quarantäne, an der Seitenlinie vertrat ihn sein Assistent Sebastian Dreier.

          „Mersad ist untröstlich“, sagte Keller vor dem beim Jahn als größtes Spiel der Vereinsgeschichte titulierten Cup-Kracher. Nach dem Corona-Fall beim Coach habe der Verein die Frequenz der Tests sogar auf jeden Tag erhöht. Am Sonntagabend seien dann viele negative Tests zurückgekommen, einige fehlten. Diese fehlenden Tests seien dann am Montagmorgen allesamt positiv zurückgekommen. „Ich kann es mir nicht erklären, weil wir penibelst darauf achten, seit April 2020 Kontakte zu reduzieren“, sagte Keller mit Blick auf den damaligen Neustart des Profi-Fußballs in der Corona-Pandemie.

          Die Regensburger gehen davon aus, dass auch die nächsten beiden Ligapartien beim VfL Osnabrück am 7. März (13.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Liga sowie bei Sky) und zuhause gegen die SpVgg Greuther Fürth am 13. März (13.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Liga sowie bei Sky) nicht wie ursprünglich terminiert stattfinden können. Bremen ist nach Jahn-Einschätzung also kein Einzelfall. „Wir haben uns alle extrem auf dieses Spiel gefreut“, sagte Keller, „jetzt hat es uns auch getroffen.“

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