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Krise in München : Das Bayern-Volk muckt auf gegen Hoeneß

  • -Aktualisiert am

Es ist neu, dass Uli Hoeneß an der Bayern-Basis nicht mehr ankommt. Bild: Peter Schatz

Der Bayern-Präsident muss sich als „Feigling“ und „Lügner“ beschimpfen lassen. Das trifft Uli Hoeneß ins Mark. Er kann sich auf seine urgewaltige Außenwirkung nicht mehr verlassen – und gibt ein Versprechen.

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          Versteinerte Miene zum bösen Spiel. Als sich Uli Hoeneß nach der Jahreshauptversammlung des FC Bayern am Freitagabend in Richtung Ausgang des Audi Domes aufmachte, ging es bereits auf Mitternacht zu. Geisterstunde. Sperrstunde. Ein paar Fans im Rollstuhl baten um ein Erinnerungsfoto. Natürlich sagte der Präsident da nicht nein. Aber selbst beim Foto blieben seine Mundwinkel unten. Als Hoeneß davon stapfte, fragte man sich, was für ein Motiv gerade entstanden war: Eine Momentaufnahme? Oder eines für die Ewigkeit? Ob ihn die tumultartigen Szenen gegen Ende der Versammlung getroffen hätten, war er kurz zuvor gefragt worden. „Sehr“, hatte Hoeneß geantwortet, eine kurze Pause gemacht und das einsilbige Wort noch einmal wiederholt. So sah er auch aus: wie ein Mann, der sehr, sehr getroffen worden war.

          Bundesliga

          Die Bosse hatten einen ruhigen Abend erwartet. Lange wirkte auch alles weitgehend harmonisch. Doch bei den Wortmeldungen wurde erstmals klar, dass es Anhänger gibt, die sich am Führungsstil des Patriarchen reiben. „Das sind Ansätze, wie ich sie mir beim FC Bayern nicht wünsche“, hatte Hoeneß den Störenfrieden zugerufen, als sie ein Mitglied bei dessen Wortmeldung gnadenlos nieder buhten. Das Volk gab aber nicht klein bei. Im Gegenteil. Es begehrte auf. Gegen Hoeneß. Jahrzehntelang war das undenkbar.

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