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Innovationen im Stadion : 5G für die Fußball-Liveübertragung

Neue Technologie: Vodafone und Sky versprechen ein einzigartiges Zuschauererlebnis für Fußballfans. Bild: dpa

Vodafone und Sky wollen dem Zuschauer neue Perspektiven aus dem Stadion bieten. Das Zweitliga-Spiel Fortuna Düsseldorf gegen VfL Osnabrück soll dabei als Test dienen. Worauf können sich die Fußballfans freuen?

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          Das Zweitliga-Heimspiel von Fortuna Düsseldorf gegen den VfL Osnabrück wird fußballerisch vielleicht nicht der größte Knaller. In der Düsseldorfer Vodafone-Zentrale dürfte die Paarung am kommenden Mittwoch aber auf jeden Fall für Spannung sorgen. Zusammen mit dem Sportsender Sky will der Mobilfunker in der Merkur Spiel-Arena ausprobieren, wie sich 5G für eine Live-Übertragung nutzen lässt ( 18.30 im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Bundesliga und bei Sky). Vorstandschef Hannes Ametsreiter verspricht Fußballfans ein ganz neues Zuschauererlebnis: „Da kommen Perspektiven auf die Fernsehbildschirme und Handy-Screens, die es so bislang im Fernsehen nicht gibt“, sagte er der F.A.Z.

          2. Bundesliga
          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Üblicherweise sind im Stadion verkabelte Kameras unterwegs. Sie schicken die Bilder zum Übertragungswagen, von dort geht es über Satellit oder Glasfaser ins Studio und auf die Bildschirme. Mit dem Echtzeit-Mobilfunk 5G soll es einfacher werden und schneller gehen. Wenn alles funktioniert, gelangen die Bilder von kabellosen Kameras in ein „virtuelles“ Studio in der Cloud und dann ohne weitere Umwege zum Zuschauer.

          Flexibler und freier

          Aber der ist nicht nur zeitlich noch etwas näher dran am Geschehen, sondern er soll auch mehr zu sehen bekommen, versprechen Vodafone und Sky. Die Kameramänner im Stadion würden flexibler und könnten sich freier bewegen. Getestet wird dabei auch, Smartphones als professionelle Kameras einzusetzen. Mit den kabellosen Kameras gebe es ganz andere Möglichkeiten, das Spielgeschehen und das Drumherum zu inszenieren, sagt Charly Classen von Sky Deutschland. Der Blick hinter die Kulissen wird einfacher, es ließen sich noch mehr Emotionen einfangen. Außerdem verringert sich der Aufwand für die TV-Teams. „Wenn es schnell gehen soll, muss nicht mehr extra ein Übertragungswagen mit der kompletten Satellitentechnik ausrücken“, erläutert Ametsreiter.

          Konkurrent Telefónica Deutschland (O2) arbeitet an ähnlichen Lösungen, ebenfalls in einer Kooperation mit Sky: Bei der Live-Übertragung eines Handballspiels zwischen Flensburg und Göppingen setzte der Sportsender zusätzlich zu seinen TV-Kameras zwölf 5G-Smartphones ein. Die Technik für die 5G-Versorgung baute O2 zusammen mit Ausrüster Nokia auf: In sieben Tagen wurde die Flens-Arena zu einer 5G-Halle. Die große Herausforderung besteht darin, stabile Bandbreiten und niedrige Reaktionszeiten (Latenzen) für eine Echtzeit-Übertragung auch dann zu garantieren, wenn wieder Tausende von Menschen im Stadion sind und ihr Handy nutzen. Dafür setzt Vodafone auf „Network Slicing“: Ein Teil des Netzes wird „herausgeschnitten“ und für die TV-Übertragung reserviert.

          Das 5G-Stadion ist für die Mobilfunker auch eine gute Möglichkeit, ihren Industriekunden zu zeigen, was sie können. Ziel ist ein Netz nach Maß, das optimal auf den jeweiligen Bedarf ausgerichtet ist – egal ob im Fußballstadion, in einer Produktionsanlage oder in der Unternehmenszentrale. „Dafür bieten wir Konzernen, Mittelständlern oder eben TV-Sendern die Möglichkeit, kurzfristig garantierte Bandbreiten und Latenzen für einen bestimmten Zeitraum zu buchen, und stellen es garantiert zur Verfügung“, sagt Ametsreiter. Deshalb wird es am Mittwochabend zumindest für Vodafone ein spannendes Spiel: Die Generalprobe darf nicht schiefgehen.

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