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1:1 in Wolfsburg : Aufsteiger Paderborn mit Willen und Mut

  • -Aktualisiert am

Schoss sein erstes Bundesligator: Paderborns Deutsch-Brasilianer Souza Cauly Oliveira Bild: dpa

Bitterer Nachmittag für den VfL Wolfsburg: Die Wölfe verpassten einen Startrekord und verlieren einen wichtigen Mittelfeldspieler. Aber auch die Paderborner trauern. Es wäre sogar ein Sieg drin gewesen.

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          Was gemächlich begonnen hatte, endete sehenswert bis turbulent. Das 1:1 zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Paderborn war vor allem in der zweiten Halbzeit von Mut und Angriffslust geprägt. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen bekamen 23.750 Zuschauer vor Augen geführt, was sich mit Hilfe von Willen und Einsatzbereitschaft schaffen lässt. Im Duell jener Mannschaften, die zu den lauffreudigsten der Bundesliga zählen, waren die Paderborner durch ein Tor des Brasilianers Cauly Oliveira Souza (12. Minute) früh in Führung gegangen. Den Ausgleich für Wolfsburg besorgte Josip Brekalo kurz nach dem Seitenwechsel (56.). Statt eines Heimsieges der favorisierten Wolfsburger gab es den ersten Punkt des SC Paderborn nach dessen Aufstieg zu bestaunen.

          Bundesliga

          Ein Bruch im Spiel des VfL Wolfsburg, der dominante begonnen hatten, war durch ein bitteres Umknicken entstanden. Neuzugang Xaver Schlager, für das Antreiben des Mittelfeldes und leidenschaftliche Balleroberungen zuständig, hatte sich in der Offensive versucht. Nach einer Hereingabe des agilen Brekalo trat der Österreicher am Ball vorbei und verletzte sich dabei. Von dem Moment an, als Schlager mit Hilfe einer Trage vom Rasen gebracht wurde und ersetzt werden musste (11.), spielten die Wolfsburger lange Zeit wie mit angezogener Handbremse. Und nur eine Minute später gelang dem Aufsteiger aus Paderborn prompt der Führungstreffer.

          Schneller, mutiger, aggressiver: Unter der Regie des neuen Wolfsburger Cheftrainers Oliver Glasner soll eine Spielstrategie umgesetzt werden, die auf einer hohen Laufintensität und überfallartigen Angriffen basiert. Das Dumme ist nur: Was soll eigentlich geschehen, wenn der Gegner dabei nicht mitspielt und sich einfach nicht überrumpeln lassen will? Die Paderborner versteckten sich nicht in des Gegners Stadion. Sie nahmen dem VfL Wolfsburg den nötigen Raum zur Entfaltung und konterten selbst.

          Keine leichtfertigen Ballverluste, schnörkellose Angriffe – das war etwas, das richtig gut aussah und unter dem Strich sogar einen Auswärtssieg verdient gehabt hätte. Ein schnell ausgeführter Einwurf auf Höhe der Mittellinie und ein cleverer Querpass von Streli Mamba reichten aus, um die gesamte Wolfsburger Abwehr auszutricksen. Als Souza zum 0:1 traf, dürfte die Gegenseite in Gedanken noch mit der schweren Verletzung von Schlager beschäftigt gewesen sein. Er erlitt einen Knöchelbruch. „Heute bin ich sehr traurig, weil ich natürlich ungerne einen Spieler mit einer schweren Verletzung verliere“, sagte Glasner. „Er muss operiert werden. Ich will jetzt nicht vorgreifen, aber der Herbst ist wahrscheinlich für ihn gelaufen.“

          Zum Helden des Tages hätte an diesem dritten Spieltag ein gewisser Sven Michel aufsteigen können. Der Angreifer des SC Paderborn besaß nach dem Seitenwechsel eine gute Torchance nach der anderen und beteiligte sich nach dem Gegentreffer geschickt an diversen Konterangriffen. Aber Michel traf beim Abschluss immer wieder die falsche Entscheidung oder fand im souveränen Wolfsburger Schlussmann Koen Casteels seinen Meister.

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