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Bundesliga-Abstiegskampf : Warum VW ein Fluch für den VfL Wolfsburg ist

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Es war einmal eine große Bühne: Im April 2016 spielte der VfL Wolfsburg gegen Real Madrid noch um den Einzug ins Halbfinale der Champions League. Bild: Imago

In der Fußball-Bundesliga droht wieder der Abstieg. Um die Talfahrt des VfL Wolfsburg begreifen zu können, lohnt nicht nur ein Blick in den Rückspiegel des Vereins – mit interessanten Ergebnissen.

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          Seinen grün-weißen Schal hat er gerne zu Schau getragen. Diese kuriose Mischung aus edlem Sakko und schnödem Fan-Utensil machte Martin Winterkorn ein wenig normaler. Es war verblüffend. Vor dem Eingang zum VIP-Bereich des Stadions, in dem der VfL Wolfsburg an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) verzweifelt um seinen Platz in der Fußball-Bundesliga kämpft, konnte man einen der wichtigsten Top-Manager Deutschland ungewöhnlich volksnah erleben. Winterkorn hatte in seiner Funktion als Vorstandschef von Volkswagen jahrelang dafür gesorgt, dass der VfL vom Konzern millionenschwer unterstützt wird. Er hatte das Sondermodell Fußball von ganz oben bewilligt. Inzwischen ist bekannt: Der ehemalige VW-Boss und VfL-Förderer bekommt Ärger mit der Justiz. Und sein Lieblingsverein fährt mit Vollgas gegen die Wand. Bestimmt ist das keine Parallele, sondern bloß ein dummer Zufall.

          Bundesliga

          Um den VfL Wolfsburg und seine Talfahrt besser begreifen zu können, lohnt sich ein Blick in den Rückspiegel von Verein und Konzern. Der von VW bezahlte und dirigierte Verein hatte es im Mai 2009 tatsächlich geschafft, deutscher Meister zu werden. Als die Spieler per Autokorso ihre Runde durch die Stadt drehten, grinste nicht nur der damalige Cheftrainer Felix Magath an ihrer Seite. Auch Winterkorn und so manch anderer VW-Entscheider wollte unterwegs demonstrieren: Es lohnt sich, was wir für den Verein und die Stadt möglich machen. Dummerweise treten die Männer von VW beim VfL nur dann so richtig in Erscheinung, wenn dem Verein etwas ganz Schönes widerfährt. Seit kurzem soll Frank Witter als Vertreter des Klubeigners die Stellung halten. Er ist der Finanzchef von VW und zugleich neuer Aufsichtsratsvorsitzender der VfL Wolfsburg Fußball GmbH. Witter war selbst Zweitligaspieler. Er müsste wissen, wie wichtig es ist, Mut zu verbreiten, tut das aber kaum. Aktuell stehen der Verein und sein ratloses Team mit ihren Sorgen ziemlich alleine da.

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