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Bundesliga-Kommentar : Wolfsburg droht der Totalschaden

  • -Aktualisiert am

Für Mario Gomez und den VfL Wolfsburg geht es in der Relegation um alles. Bild: dpa

Was immer der HSV alles verkehrt macht: Es mündet offenbar nie im Abstieg. Stattdessen muss Wolfsburg nachsitzen. Das ist eine Schmach für den ambitionierten Klub.

          Unabsteigbar – dieser Begriff wurde einst immer mit dem VfL Bochum verbunden. Mittlerweile aber gebührt dieser Beiname ohne Zweifel dem Hamburger SV. Auch wenn er vermutlich keinen sonderlich großen Wert darauf legen wird, fühlt sich der Verein eigentlich doch immer zu Größerem fähig. Doch was immer – und es war eine ganze Menge – der HSV in den vergangenen Jahren auch verkehrt gemacht hat: Es mündet offenbar nie im Abstieg.

          Am Tag, als sich mit Xabi Alonso und Philipp Lahm zwei Große des Weltfußballs verabschiedeten, weigerte sich der Dino der Liga, zum dritten Male in vier Jahren die ununterbrochene Zugehörigkeit zur Bundesliga seit 1963 über den Umweg Relegation sicher zu stellen. Stattdessen muss nun der VfL Wolfsburg nachsitzen, und das vermutlich ausgerechnet noch gegen Eintracht Braunschweig. Die Schmach für den mit Ambitionen Richtung Champions League in die Saison gestarteten VW-Werksklub ist schon groß – bei einem Scheitern gegen den kleinen Nachbarn würde sie endgültig zum Totalschaden mit möglicher Langzeitwirkung geraten.

          Das allerdings muss nicht sein, wenn man nur die Lehren daraus ziehen würde. Wie man das anstellt, haben der 1. FC Köln und der SC Freiburg bewiesen. In Köln ist ein – wie der Hamburger SV – notorisch unruhiger Klub nach dem letzten Abstieg befriedet worden, sind die Ansprüche heruntergeschraubt worden, ehe man sich wieder an große Ziele wagte. Der Lohn ist die direkte Qualifikation für die Europa League und die erste Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb seit 25 Jahren.

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          Peter Stöger wäre ein sicherer Kandidat für die Wahl zum Trainer des Jahres, wenn es nicht noch Christian Streich und den SC Freiburg gäbe. Vor zwei Jahren lag der Klub aus dem Schwarzwald am Boden, als es mal wieder in Richtung zweite Liga ging und sich die Konkurrenz wie üblich in Freiburg bediente. Die Saison als Tabellensiebter zu beenden, ist ein Coup der besonderen Art, vor dem man nur den Hut ziehen kann.

          Sollte Borussia Dortmund, das ungeachtet der vereinsinternen Querelen die direkte Qualifikation für die Champions League erreichte, das Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt gewinnen, winkt den Freiburgern die Möglichkeit, sich über die Qualifikationsphase einen Platz in der Europa League zu sichern. Eine Chance, die nicht ohne Tücken wäre. Die Vorbereitungsphase würde empfindlich gestört, und sollte der Sprung nach Europa gelingen, wäre der Kraftverlust wegen der zusätzlichen Belastung immens.

          Erstaunlich, aber letztlich ohne Lohn blieb der Aufschwung in Bremen. Werder bewies, dass auch ein miserabler Saisonstart reparabel ist, was in Hamburg und beim FC Schalke gern als Grund für die misslungene Saison genannt wurde. Aber wer würde zumindest in Hamburg jetzt noch Wasser in den Wein schütten wollen? Zu sehr berauscht aber sollte der HSV nicht sein, sonst droht die ewige Wiederholung.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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