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Bundesliga-Relegation : „Das ist eine unglaubliche Sauerei“

Aufgeheizte Stimmung und Provokation gegen Polizisten und Gegner. Bild: Reuters

Wolfsburg entgeht dem Desaster des Bundesliga-Abstiegs. Gefeiert wird am Hinterausgang. Anders als nach dem Hinspiel sorgt nicht der Schiedsrichter für Aufregung – sondern einige Braunschweiger.

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          Als Schiedsrichter Tobias Stieler das Rückspiel der Relegation zwischen Braunschweig und Wolfsburg am Montag abpfiff, mussten die Spieler noch eine letzte sportliche Leistung vollbringen und sich flott Richtung Kabine in Sicherheit bringen. Nachdem der VfL auch die zweite Partie um den letzten Platz in der Fußball-Bundesliga 1:0 gewonnen hatte, stürmten Hunderte Fans der Eintracht aus ihrer Kurve auf den Rasen. Die VfL-Spieler flüchteten vor der unberechenbaren blau-gelben Masse, die Polizei stellte sich zwischen sie und den Wolfsburger Block. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Dienstag wurde niemand verletzt. „Wenn Pyrotechnik und Böller im Stadion gezündet werden, ist es immer gefährlich. In diesem Fall ist aber nichts Gravierendes passiert“, sagte der Sprecher.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          „Wir sind erschrocken und so schnell es ging weggelaufen“, sagte Wolfsburgs Trainer Andries Jonker. Böller flogen, auch bengalische Feuer wurden gezündet. Schon zu Beginn der zweiten Halbzeit kam es zu einem Vorfall vor dem Braunschweiger Bereich: Ein Ordner ging zu Boden, wurde von Sanitätern behandelt und aus dem Innenraum gebracht. Am Tag danach gab die Eintracht bekannt, dass er „soweit okay“ sei. Der Mann sei nach einer kurzen Behandlung sogar dienstfähig gewesen. Als „unglaubliche Sauerei“ bezeichnete Braunschweigs Präsident Sebastian Ebel das Verhalten einiger Zuschauer. „Das ist sowas von bescheuert.“ Der Böllerwurf auf den Ordner habe im Spiel „zu einem Bruch geführt“. „Da mischt sich etwas unter, was nicht unbedingt auf den Platz gehört“, sagte Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht.

          Auch die Wolfsburger ärgerte das Benehmen einiger Fans. „Wir mussten ja in die Kabine, konnten nicht jubeln“, sagte der Sportliche Leiter, Olaf Rebbe. Doch hatten die Spieler ob des Klassenverbleibs überhaupt Grund zur großen Freude? Schließlich hatten sie anders als der FC Bayern in der Meisterschaft oder Borussia Dortmund zuletzt im DFB-Pokal keinen Titel gewonnen. Und ein angestrebtes Ziel war Platz 16 und das Durchsetzen in der Relegation vor der Saison auch nicht beim ambitionierten Klub aus Niedersachsen. Das Tor von Vieirinha in der 49. Minute bedeutete eigentlich nur die Verhinderung eines ganz großen Unfalls.

          Die etwas andere Party: Mario Gomez und Wolfsburger Fans an einem Hinterausgang des Stadions in Braunschweig. Bilderstrecke

          Entsprechend reagierte Jonker, der die Mannschaft als dritter Trainer in dieser Saison nach Dieter Hecking und Valérien Ismaël im Februar übernommen hatte. „Das ist natürlich kein Erfolg für den Verein. Wir haben nur das absolute Minimum erreicht“, sagte der Niederländer kurz nach Abpfiff in den Katakomben, nachdem auch er sich vor den heranstürmenden Fans gerettet hatte. „Ich sehe keinen Grund zu feiern.“ Das taten die Spieler dennoch: Erst in der Kabine, später mit Fans an einem Hinterausgang des Stadions. Auch Rebbe, der Klaus Allofs vor einem halben Jahr nachgefolgt war, warf sich nicht die die Pose des Triumphators. „Wir sind erleichtert, dass wird die letzte Ausfahrt genommen haben. Es war ein harter Ritt.“

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