https://www.faz.net/-gtm-73tx8

VfL Wolfsburg : Magaths Woche der Wahrheit

  • Aktualisiert am

Im Mittelpunkt der Kritik: Trainer Felix Magath steht mit Wolfsburg auf Platz achtzehn Bild: REUTERS

Trainer Magath steht beim VfL Wolfsburg stark in der Kritik. Auch Bayern-Präsident Hoeneß greift Magath scharf an. Der Aufsichtsrat des Tabellenletzten trifft sich noch vor dem Wochenende mit Magath zur Krisensitzung.

          2 Min.

          Beim VfL Wolfsburg wächst der Druck auf Trainer, Manager und Geschäftsführer Felix Magath. Noch vor dem wichtigen Auswärtsspiel des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga am Samstag bei Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr / Live im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) trifft sich der Aufsichtsrat des VW-Klubs mit Magath zur Krisensitzung, „in der wir die sportliche Situation erörtern werden“, sagte Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag).

          Das Treffen soll am Mittwoch oder am Donnerstag stattfinden. Magath wollte sich am Dienstag nach dem Training des abgestürzten Meisters von 2009 nicht äußern. Eine Ablösung des 59-Jährigen noch in dieser Woche gilt indes als unwahrscheinlich. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, der allein über Magaths Zukunft entscheiden dürfte, ist seit Sonntag für VW in Brasilien und aktuell in New York unterwegs.

          Spätestens im Falle der fünften Niederlage in Serie am Samstag dürfte es aber richtig eng werden. Über drei Transferperioden hat Magath den VfL, den er vor eineinhalb Jahren im Abstiegskampf übernommen hatte, für zusammen 71 Millionen Euro hochgerüstet.

          Die nächsten drei Partien gelten als Gradmesser

          Seit dem peinlichen 0:2 am Samstag gegen Freiburg ist der Klub mit Champions-League-Ansprüchen gar zum ersten Mal seit sechs Jahren Tabellenletzter. Auch die nach dem Fortuna-Spiel folgenden Partien im Pokal gegen den Zweitligaverein FSV Frankfurt und in der Liga beim 1. FC Nürnberg gelten als Gradmesser.

          Am Montagabend bekam Bayern Münchens Aufsichtsratsmitglied Winterkorn vom Bayern-Präsident Uli Hoeneß öffentlich indirekt die Empfehlung, sich von Magath zu trennen. „Wenn eine Mannschaft, die so gut besetzt ist wie nie, plötzlich nicht mehr laufen will, sind die Spieler entweder vom Training kaputt oder sie spielen gegen den Trainer“, sagte Hoeneß bei einer Veranstaltung in Düsseldorf.

          „Wir wissen, dass wir den Start verbockt haben“

          Dem widersprach VfL-Abwehrspieler Emanuel Pogatetz entschieden. „Das ist kompletter Blödsinn“, befand der Österreicher, der zugleich anmerkte: „Der Trainer ist dafür da, uns einzustellen.“ Und dabei sah es angesichts von null Punkten und 0:10 Toren aus den vergangenen vier Spielen eher mau aus. „Wir wissen, dass wir den Start verbockt haben“, bekannte Pogatetz, der sich zusammen mit seinen Teamkollegen zur Aussprache treffen wollte.

          Garcia Sanz und Kapitän Diego Benaglio hatten eklatante Leistungsunterschiede im Training im Vergleich zu den Spielen angeprangert. „Hoffnung gibt mir das, was ich unter der Woche im Training sehe“, sagte etwa VfL-Keeper Benaglio. „Ich habe ja selbst gesehen, wie stark die Mannschaft trainiert. Aber im Spiel geht das dann alles nicht mehr“, befand VW-Vorstand Garcia Sanz.

          „Herr Hoeneß kann doch zu allem etwas sagen“

          Auch dies dürfte Magath in den nächsten beiden Tagen erklären müssen. Hoeneß zog bereits Parallelen zu Magaths Zeit zwischen 2004 und 2007 bei den Bayern, in der er zweimal das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal gewann, am Ende aber dennoch entlassen wurde. „Wenn du es mit zwei Titeln in Folge schaffst 80 Prozent der Spieler gegen dich zu kriegen, dann muss da etwas nicht stimmen. Das scheint auch das Problem in Wolfsburg zu sein“, meinte Hoeneß.

          Magath hatte am Dienstag wenig Lust, dies zu kommentieren. „Das interessiert mich nicht. Herr Hoeneß kann doch zu allem etwas sagen. Als Tabellenführer wird man ja gerne zu allen Themen gehört“, ließ der VfL-Macher über die Wolfsburger Presseabteilung ausrichten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Fanden im Eiltempo in der „NRW-Koalition“ zusammen: Christian Lindner (links) und Armin Laschet

          Mögliche Jamaika-Koalition : Was Laschet im Spiel hält

          Die Vorsitzenden von CDU und FDP kennen sich seit langem. Dass Laschet überhaupt noch auf das Kanzleramt hoffen darf, verdankt er Lindner. Oder will der FDP-Chef nur den Preis für ein Ampel-Bündnis hochhalten?
          Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler, kurz vor seiner Stimmabgabe am Sonntag

          Kleine Parteien : Der erstaunliche Erfolg der Sonstigen

          Die Freien Wähler sind vor allem im CSU-Stammland erfolgreich. Die Querdenker-Partei feiert in Baden-Württemberg ihren größten Erfolg. Kleinstparteien gehen gestärkt aus der Bundestagswahl hervor.
          „Besonnen und sehr verantwortungsbewusst“: Hessens Ministerpräsident wird von seinem Generalsekretär gelobt – derweil läuft die Diskussion, ob ihn das Abschneiden der CDU schwächt

          Nach der Wahl : Bouffiers Rolle löst Debatte aus

          Wie wirkt sich die Bundestagswahl auf Hessen aus? Die Diskussion der Gewinner und Verlierer verläuft kontrovers. Dabei steht nicht zuletzt der Ministerpräsident im Blickpunkt.
          Das Gemälde „Girl with balloon“ von Banksy schnitt ein eingebauter Schredder während einer Auktion in Streifen. Nun will Sotheby’s das Bild für 6 Millionen Pfund versteigern.

          Sotheby’s-Chefauktionator : „Wie hat Banksy das angestellt?“

          Als Chefauktionator von Sotheby’s versteigerte Oliver Barker das geschredderte Werk „Girl with balloon“ von Banksy. Im Interview erzählt er von der verrücktesten Versteigerung seines Lebens – und gibt Tipps zum Bilderkauf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.