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Bundesliga-Abstiegskampf : Die großen Sorgen des VfL Wolfsburg

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Daniel Didavi und der VfL Wolfsburg haben einige Probleme. Bild: EPA

Das 0:0 gegen Augsburg hilft im Abstiegskampf der Bundesliga wenig weiter. Die Probleme auf dem Rasen sind beim VfL Wolfsburg nicht die einzigen. Auch abseits davon gibt es Turbulenzen.

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          Die Ungewissheit ist beim VfL Wolfsburg allgegenwärtig. Der Volkswagen-Klub hat zum Auftakt des 30. Spieltags die Chance verpasst, vorzulegen und sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Drei Punkte trennen die Niedersachsen nach dem 0:0 gegen den FC Augsburg vom Relegationsplatz und dem FSV Mainz 05 – vorerst.

          Bundesliga

          „Die Tabelle könnte man mal einfrieren“, sagt Sportdirektor Olaf Rebbe, der mit dem VfL nun gespannt auf die Konkurrenz schaut. Siegt Mainz am Montag gegen den SC Freiburg hätten Wolfsburg, die Rheinhessen und der SCF jeweils 30 Zähler. Doch nicht nur sportlich ist bei den Niedersachsen vieles offen. Die Turbulenzen beim Mutterkonzern VW wirken sich auch auf den Fußballklub aus. Francisco Javier Garcia Sanz hat mit dem Ausscheiden aus dem Unternehmen auch sein Mandat als Aufsichtsratschef beim Bundesligaverein niedergelegt. Mit Sanz habe er immer „sehr, sehr gute Gespräche“ gehabt, sagt Trainer Bruno Labbadia.

          Neu im Kontrollgremium der VW-Tochter ist Volkswagen-Finanzchef Frank Witter. Über die konkrete Aufstellung des Aufsichtsrates muss noch entschieden werden. Wie es mit Rebbe nach der Saison weitergeht, ist ebenfalls unklar. Der 39-Jährige betonte zwar, er habe einen gültigen Vertrag auch über den Sommer hinaus, doch dass er den VfL als Manager in die neue Saison führt, gilt als ausgeschlossen. Offiziell ist aber noch nichts.

          „Wir verfolgen das natürlich und man kriegt das auch mit“, sagt VfL-Verteidiger Robin Knoche zu den Veränderungen bei VW. „Aber wir müssen uns jetzt erstmal um die Situation kümmern, die wir hier haben.“ Alles andere könne die Mannschaft momentan nicht beeinflussen. „Von daher versuchen wir uns hier auf unser Spiel zu konzentrieren und da alles reinzulegen.“

          Schiedsrichter Patrick Ittrich hatte in Wolfsburg einen arbeitsreichen Abend – gleich zwei Spieler mussten das Feld vorzeitig verlassen. Bilderstrecke
          Schiedsrichter Patrick Ittrich hatte in Wolfsburg einen arbeitsreichen Abend – gleich zwei Spieler mussten das Feld vorzeitig verlassen. :

          Auf dem Platz hapert es vor allem in der Offensive. Mit drei Bundesliga-Spielen ohne Gegentreffer in Serie stellte der VfL gegen Augsburg zwar hinten einen neuen Vereinsrekord auf, doch vorne fehlte wie so häufig die Durchschlagskraft. In den vergangenen fünf Ligapartien haben die Wölfe nur beim 2:0-Sieg gegen Freiburg getroffen. „Vor dem Tor müssen wir einfach kühler werden“, fordert Knoche.

          Auch Labbadia weiß, dass sein Team dringend effizienter werden muss. „Wir machen im Training sehr viel in dem Bereich“, sagt der frühere Stürmer. „Wir müssen weiter dran bleiben, an den Dingen arbeiten und Automatismen schaffen.“ Das Vertrauen in die eigene Stärke im Angriff fehlt. Gegen den FCA reichte auch eine 32-minütige Überzahl nach der Gelb-Roten Karte für Augsburgs Jan Moravek nicht zum Torerfolg. „Mit dem Platzverweis haben wir das Spiel im Griff gehabt“, meint Labbadia. „Da müssen wir uns einfach belohnen.“

          VfL-Keeper Koen Casteels spricht von einer vertanen Chance im engen Rennen um den Klassenverbleib. „Wir haben wieder die drei Punkte liegen gelassen“, sagt er. „Das nervt einfach.“ Die Ungewissheit bleibt.

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