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1:1 gegen Hannover : Wolfsburgs Tank ist leer

  • -Aktualisiert am

Zwei Spiele, nur ein Punkt: Für Wolfsburg läuft es derzeit nicht. Bild: AP

So langsam geht der Wolfsburger Anschluss zu den Spitzenteams verloren. Trotz der Führung durch Torjäger Dost, reicht es im Derby gegen Hannover nur zu einem Remis.

          Die Umarmungen und das Abklatschen mit den Kollegen taten ihm sichtlich gut. Für Trainer Michael Frontzeck bleibt der siebte Spieltag der Fußball-Bundesliga mit einem Hauch von Hoffnung verbunden.

          Denn seine Mannschaft, zuletzt für ihre schwachen Leistungen bundesweit belächelt, erkämpfte sich einen Achtungserfolg. Das 1:1 von Hannover 96 im niedersächsischen Duell mit dem VfL Wolfsburg stellte unter Beweis, dass Derbys selten normale Partien sind.

          Denn der vermeintliche Abstiegskandidat konnte dem vermeintlichen Titelanwärter ein Remis abtrotzen, das am Ende sogar verdient war. Wolfsburg war durch Bas Dost (40.) in Führung gegangen, hatte sich danach aber allzu sehr ausgeruht.

          Dost trifft wieder, aber Wolfsburg gewinnt das Spiel gegen Hannover nicht. Bilderstrecke

          Die Strafe war das 1:1 (57.), das der Japaner Hiroshi Kiyotake mit einem sehenswerten Volleyschuss erzielte. „Ich kann nicht verhehlen, dass ich mich sehr freue nach der komplizierten Woche“, sagte Trainer Frontzeck. Seiner Mannschaft gab er zwei Tage frei. Anschließend geht es in ein Kurz-Trainingslager. „Ich freue mich für den Trainer“, sagte Klubchef Martin Kind.

          Der VfL Wolfsburg verkrampfte mit zunehmender Spieldauer und rannte sich immer wieder in der vielbeinigen Abwehr von Hannover 96 fest. Auf der Gegenseite war der Außenseiter mit aufopferungsvollem Kampf damit beschäftigt, die sechste Niederlage in Folge abzuwehren. Hannover 96 bleibt in dieser Saison sieglos, darf sich aber nach diesem Auftritt vor 29.236 Zuschauern auf Besserung hoffen.

          Bei dem Bemühen, Frontzeck den Arbeitsplatz zu erhalten, war eine Leistungssteigerung der Mannschaft zu erkennen. Vor allem der Japaner Kiyotake überzeugte immer wieder als trickreicher Antreiber und erzielte ein wirklich sehenswertes Ausgleichstor. Sein Volleyschuss lässt für Frontzeck wieder ein wenig Hoffnung aufkeimen.

          Den Wolfsburgern dagegen wurde die Vorfreude auf ihren nächsten großen Fußballabend leicht verdorben. Am Mittwoch tritt der VfL in der Champions League bei Manchester United an. In der aktuellen Form, zu der auch die jüngste Demütigung durch das 1:5 beim FC Bayern München beigetragen hat, dürfte er als klarer Außenseiter anreisen. „Wir hatten sie eigentlich im Griff“, sagte VfL-Kapitän Diego Benaglio und bemängelte: „Uns ist es nicht gelungen, vehement zum zweiten Tor zu gehen.“

          Vielleicht kann die Mannschaft auch ein leidiges Thema nicht abschütteln, das ihren Hauptsponsor betrifft. Die VW-Affäre blieb rund um das Wolfsburger Stadion ein zentrales Gesprächsthema. Das Remis des VfL legt den Verdacht nahe, dass die negativen Schlagzeilen über die Autobauerstadt auch die VfL Wolfsburg Fußball GmbH ein Stück weit vom Wesentlichen ablenken.

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