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VfL Wolfsburg : Grafite, Dzeko, Misimovic - die perfekte Offensive

  • -Aktualisiert am
Trio infernale: Misimovic, Dzeko und Grafite (v.l.) mit dem Lohn der Mühen
          3 Min.

          Als sie im Sommer vor zwei Jahren kamen, konnte man sie am besten durch die fortlaufende Numerierung unterscheiden: Dieser dünne, große, leise Blonde war der sechste Einkauf. Der dünne, große, etwas lautere Dunkle war die Nummer vierzehn. Sie kamen von Vereinen, dessen Existenz selbst Eingeweihte bis dahin nur vermuteten: FK Teplice, Tschechien. UC 72 Le Mans, Frankreich. An Edin Dzeko war damals auch Werder Bremen interessiert gewesen. Aber vier Millionen Euro für einen unbekannten Bosnier erschien dem Klub zu viel.

          Wolfsburg und Felix Magath aber nicht. Dzeko sei ein großes Talent, er werde beim VfL den nächsten Schritt machen, sagte Magath im Juni 2007. Das konnte man so hinnehmen. Wer da von wo und warum gerade kam, ging ja ohnehin unter, im Kaufrausch der ersten Magath-Wochen beim VfL Wolfsburg. Am 31. August aber, als sich das Transferfenster schloss, holte der Trainermanager dann noch einen Spieler, den letzten dieses Sommers, und für ihn bezahlte die VfL Wolfsburg Fußball-GmbH mehr als acht Millionen Euro. Das erschien viel für einen 28 Jahre alten Stürmer mit Lehr- und Wanderjahren zwischen Brasilien, Südkorea und Europa. Sein Name: Edinaldo Batista Libanio, kurz Grafite.

          Die erste Magath-Saison war seinerzeit holprig angelaufen mit einer Heimniederlage gegen Bielefeld; Magath hatte gesehen, dass der VfL im Sturm viel zu harmlos war. Dann kam Grafite. Bei seiner Vorstellung verkündete der Brasilianer: „Ich will mit dem VfL Meister werden und in die Champions League.“ Aus heutiger Sicht mag das prophetisch klingen. Vor knapp zwei Jahren aber kam einem das eher vollmundig vor, denn nach zwei Jahren am Rande des Abstiegs war Wolfsburg unendlich weit von der Königsklasse entfernt. Heute sagt Grafite als deutscher Meister: „Ich bin dafür belächelt worden. Aber das ganze Projekt Wolfsburg war von vornherein auf Erfolg ausgerichtet. Ich kannte Edin Dzeko nicht und wusste auch nicht viel über den VfL. Aber ich war nach den ersten Gesprächen überzeugt, dass ich hier einiges erreichen kann.“

          Lohn einer ganz starken Saison: Grafite ist Torschützenkönig 2008/2009
          Lohn einer ganz starken Saison: Grafite ist Torschützenkönig 2008/2009 : Bild: dpa

          Magath hat Dzeko beigebracht, keine Kraft zu verschwenden

          54 Tore haben die befreundeten Stürmer in dieser meisterhaften Saison geschossen. Davon konnte niemand ausgehen. Denn in ihrem ersten Jahr mit nur 19 Toren fehlte ihnen etwas: ein Teilchen im Wolfsburger Angriffspuzzle. Das wusste auch Magath, denn das Zusammenspiel mit Marcelinho hakte. Also holte er Zvjezdan Misimovic vom Absteiger 1. FC Nürnberg. Mit zwanzig Vorlagen ist Misimovic das Missing Link auf dem Weg zur ersten Meisterschaft in der Wolfsburger Vereinsgeschichte (siehe auch: 5:1 gegen Bremen: Felix Wolfsburg - Magaths Meisterwerk). Der bosnische Münchner war kein Unbekannter in Deutschland. Lange hatte er bei den Bayern gespielt. Doch unter lauter Alphatieren ging der ruhige Mann unter.

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