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0:1 gegen Schalke : Stuttgart weiter zu sparsam im Punktesammeln

  • -Aktualisiert am

Eiskalt: Leroy Sané schießt Schalke zum schmeichelhaften Sieg in Stuttgart Bild: dpa

Der VfB Stuttgart dominiert die 90 Minuten gegen Schalke 04, die Schwaben überbieten sich aber im Vergeben bester Torchancen. Ein Schalker Jungspund ist dagegen eiskalt.

          3 Min.

          Der VfB Stuttgart spielt hinreißend Fußball, und der Gegner holt sich den Lohn ab. Dieses Drehbuch kennen sie zur Genüge in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Es ist am Sonntagnachmittag um ein weiteres Bundesliga-Kapitel ergänzt worden. Nach zuvor vier Niederlagen des Tabellen-Siebzehnten war nun der FC Schalke 04 der große Profiteur der schwäbischen Schwäche vor des Gegners Tor.

          Zum Verzweifeln: VfB-Trainer Alexander Zorniger ärgert sich über vergebene Torchancen Bilderstrecke
          Zum Verzweifeln: VfB-Trainer Alexander Zorniger ärgert sich über vergebene Torchancen :

          Chancen zu einem überzeugenden und deutlichen Sieg hatte die Mannschaft von Trainer Alexander Zorniger im Dutzend, doch genutzt hat sie keine einzige. Die Schalker aber schlugen bei ihren wenigen Gelegenheiten einmal entscheidend zu, als Sané (53. Minute) einen Konter zum 1:0-Sieg vollendete. Ein glücklicher Erfolg zweifellos, nach dem sich die Stuttgarter zum wiederholten Male fragen lassen mussten, warum sie die verheißungsvollsten Momente so verschwenderisch  verstreichen lassen. Nach dem schlechtesten Start ihrer Bundesliga-Geschichte hoffen sie beim VfB in der neuen Woche auf die Wende: Sie treten am Mittwoch bei den ähnlich erfolglosen Hannoveranern (20.30 Uhr/ live bei Sky und F.A.Z.-Liveticker) und am Samstag im  Kellerhighlight-Duell gegen den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach an.

          Gelungene Schalker Woche

          Die  Schalker dagegen, in der Bundesliga auf Rang vier vorgerückt, freuten sich über eine rundum erfreuliche Woche mit Siegen gegen Mainz und in Stuttgart sowie dem  3:0-Erfolg in der Europa League bei Apoel Nikosia.

          „Wir können nicht anders Fußball spielen, um erfolgreich zu sein“, verteidigte Zorniger bei Sky die Spielweise seiner Mannschaft. „Das Spiel darfst du niemals verlieren. Wir müssen einfach die Tore rein machen.“ Sein Schalker Kollege André Breitenreiter räumte unumwunden ein, dass der Sieg glücklich war. „Die Stuttgarter haben heute eine bärenstarke Leistung gezeigt.“ Dankbar war der Trainer vor allem seinen Torhüter Ralf Fährmann: „Weltklasse gehalten.“

          Fährmann glänzt

          Besonders in den ersten 45 Minuten der von den Stuttgartern dominierten Begegnung. Sobald die Schwaben das Ziel ihres sehenswerten Spiels vor Augen hatten, bemächtigte sich der schwäbischen Angreifer eine seltsame Unruhe, so  dass nach 45 Minuten noch kein Treffer hüben wie drüben zu Buche stand. Das war  auf Seiten der Schalker verständlich, die angesichts der Stuttgarter  Daueroffensive alle Hände voll zu tun hatten, was besonders auf Torhüter  Fährmann zutraf.

          Dass Fährmann aber auch jedes Duell mit Ginczek oder Werner gewann, war nicht nur der Extaklasse des langen Sachsen zuzuschreiben. Die VfB-Stürmer ließen es auch immer wieder an der letzten Konsequenz und Kaltblütigkeit fehlen, um aus sehenswerten Kombinationen ebenso spektakuläre oder auch simple Tore zu machen. Die 49 000 Zuschauer in der Arena konnten kaum fassen, wie oft die Stuttgarter Stürmer auf dem richtigen Weg zum Tor die falsche Entscheidung trafen.

          Ob das gut gehen würde gegen eine Mannschaft, die noch genügend Reserven in petto haben musste? Vor der Pause hielt nur Fährmann die „Königsblauen“ im  Spiel - zu wenig, um das Glück dauerhaft herausfordern zu können. Das taten sie  dann auch nicht mehr, denn nach 53 Minuten vollendete Sané den von Meyer  initiierten ersten Schalker Konter zum 1:0 für die Westfalen. Dabei hätte sich ihm Rechtsverteidiger Klein noch in den Weg stellen können, doch der Abwehrspieler gab lieber die Slalomstange, die Sané leichtfüßig umkurvte.

          Nun drohte dem VfB Stuttgart, der das Potential zu mehr hat, die fünfte Niederlage im fünften Saisonspiel -  unglaublich nach dieser ersten Halbzeit, in der Stuttgart fast alles richtig gemacht hatte, abgesehen von der entscheidenden Zutat jedes Fußballspiels. Zornigers Spieler steckten zumindest nicht auf, obwohl sie vor dem Schalker Tor weiterhin in Panik zu geraten schienen. Baumgartl senste nach einem Eckstoß  über den Ball (62.), Ginczek versäumte es, aus Werners dynamischer Vorleistung etwas Zählbares zu machen (65.), Kleins Schuss war nicht plaziert genug, um Fährmann aus der Ruhe zu bringen (71.), und auch Ginczek scheiterte wieder am  überragenden Schalker Tormann (75.).

          Die VfB-Fans wurden also weiter auf eine  harte Nervenprobe gestellt in einem Spiel, das ihre Mannschaft bestimmte, ohne  dafür auch nur halbwegs gerecht entlohnt zu werden. Alles Mitfiebern war  schließlich vergeblich. Der VfB hatte wieder einmal überzeugend gespielt und  dabei das Toreschießen vergesen: die alte Leier in Stuttgart.

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