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Relegation gegen Union Berlin : Favorit Stuttgart nach Hinspiel in Abstiegsnot

  • -Aktualisiert am

Den Stuttgartern steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Bild: EPA

Dem VfB droht nach einem 2:2 im Hinspiel der Relegation gegen Union Berlin der Abstieg aus der Bundesliga. Joker Mario Gomez gelingt zwar ein kurioses Tor, doch der Zweitligaklub schlägt zweimal eiskalt zurück.

          Der VfB Stuttgart hat einen großen Schritt im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga verpasst. Im Hinspiel der Relegation kamen die Schwaben gegen den Zweitliga-Dritten Union Berlin nicht über ein 2:2im eigenen Stadion hinaus. Christian Gentner (42. Minute) und Mario Gomez (51.) erzielten die Tore für den in dieser Saison abermals schwächelnden Erstligaklub. Für Berlin trafen Suleiman Abdullahi (43.) und Marvin Friedrich (68.). „Das ist kein Traumergebnis. Aber wir sind heute noch nicht abgestiegen“, sagte VfB-Kapitän Gentner bei Eurosport. „Wir haben uns mehr vorgestellt“, monierte auch Gomez, „wir müssen hinten einfach stabiler stehen.“ Und Interimstrainer Nico Willig sagte:  „Es ist erst Halbzeit.“

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          Er hatte eine klare Taktik für die Begegnung im Flutlicht der heimischen Arena vorgegeben: Daniel Didavi rückte in der Startformation vom Zentrum auf die rechte Seite, gemeinsam mit dem pfeilschnellen Nicolas Gonzalez auf der Gegenseite wollte der VfB so sein Offensivspiel über die Flügel aufziehen. Chadrac Akolo agierte dafür im Zentrum hinter Angreifer Anastasios Donis, der wieder den Vorzug vor Mario Gomez bekommen hatte. Dem Griechen wäre auch beinahe die frühe Führung gelungen, als er mit der ersten Chance an diesem Abend Union-Torhüter Rafal Gikiewicz prüfte (7.).

          Mit zunehmendem Spielverlauf fiel die Kontrolle immer mehr in die Hände der Stuttgarter. Doch weil es dem Bundesliga-Gründungsmitglied, das einen dritten Abstieg nach 1975 und 2016 verhindern will, auch weiter an konkreten Ideen im Aufbau fehlte, waren weitere Chancen mehr den Unsicherheiten der Berliner geschuldet. Kurz vor dem Wechsel aber beeindruckte Donis mit einem energischen Lauf, bei dem er drei Berliner aussteigen ließ, die knapp 59.000 Zuschauer in Stuttgart.

          Vor allem aber überraschte der zuweilen vorschnelle Offensivspieler dabei, weil er anschließend die Übersicht behielt und den einschussbereiten Kapitän Gentner mit einem Querpass fand (41.). Noch während der Torschütze über die Stadionlautsprecher ausgerufen wurde, musste der Spielstand wieder korrigiert werden. Fünf Ballkontakte nach dem Anstoß war der Berliner Abdullahi reaktionsschneller als die gesamte Defensive des VfB und ließ Torhüter Ron-Robert Zieler mit seinem Schuss keine Chance (43.).

          Union Berlin hatte Spaß am Spiel in Stuttgart.

          Zunächst schien es dann, als habe Interimstrainer Willig in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden. Der für Didavi eingewechselte Gomez nahm sich das 1:0 zum Vorbild und marschierte flott über das halbe Spielfeld. Statt einen Mitspieler zu suchen, versuchte sich der frühere Nationalspieler als Schütze und hatte Glück: Der Ball sprang abgefälscht unhaltbar vorbei an Torhüter Gikiewicz (51.). Doch die Berliner glichen wieder aus. Nach einer Ecke stieg Marvin Friedrich unbedrängt in die Luft und köpfte frei zum 2:2 ein (68.). In der Schlussphase verhinderte VfB-Schlussmann Zieler dann noch Schlimmeres, als er erst mit einer Glanzparade einen Schuss vom starken Union-Stürmer Sebastian Andersson über die Latte lenkte (78.) und kurz vor dem Abpfiff einen Kopfball von Andersson gerade noch so mit den Fingerspitzen erwischte.

          „Wir haben alles reingeschmissen und ein wirklich gutes Ergebnis geholt“, sagte der Berliner Kapitän Christopher Trimmel, der im Rückspiel wie Teamkollege Felix Kroos wegen einer Gelb-Sperre fehlen wird. „Wir freuen uns auf das Heimspiel, das Stadion wird beben.“ Die Stuttgarter indes wurden beim Gang zur Fankurve von einigen Anhängern mit Pfiffen empfangen. „Wir haben uns mehr vorgestellt, aber abgerechnet wird zum Schluss. Wenn wir in Berlin gewinnen, sind wir durch. Die ganze Stimmung gefällt mir nicht. Wenn man an sich glaubt, geht man erhobenen Hauptes hier raus. Wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen. Die Berliner feiern, als wären sie schon aufgestiegen“, sagte Gomez.

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