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2:1 gegen den HSV : Stuttgart gewinnt das Spiel der 1001 Torchancen

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Am Ball vorbei: Stuttgarts Tobias Werner (l.) lässt gegen den HSV so einige Chancen liegen Bild: dpa

Im Bundesliga-Topspiel bieten Stuttgart und der HSV keinen hochklassigen Fußball – kommen aber zu zahlreichen Tormöglichkeiten. Von denen nutzt der VfB eine mehr als Hamburg und profitiert dabei vom glücklichen Händchen seines Trainers.

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          Artem Krawets hat dem VfB Stuttgart im Kampf um den Klassenerhalt einen wichtigen Sieg beschert. Mit seinem späten Tor in der 88. Minute sicherte der Ukrainer den überlegenen Schwaben am Samstagabend ein überaus verdientes 2:1 (0:0). Spielmacher Daniel Didavi hatte die Gastgeber nach 66 Minuten im Zusammenspiel mit HSV-Unglücksrabe Aaron Hunt in Führung gebracht, ehe Artjoms Rudnevs mit einem spektakulären Flugkopfball für den glücklichen Ausgleich (75.) sorgte.

          Der VfB feierte damit den dritten Sieg in Serie und blieb im fünften Punktspiel hintereinander ungeschlagen, während die Norddeutschen inzwischen schon ebenso lange auf einen Dreier warten.

          Wieder ist der Ball nicht drin: VfB-Spieler Tobias Werner kann’s nicht fassen Bilderstrecke
          Wieder ist der Ball nicht drin: VfB-Spieler Tobias Werner kann’s nicht fassen :

          „Das Finish war großartig“, kommentierte VfB-Trainer Jürgen Kramny das entscheidende Tor. „Wir haben ein überragendes Spiel gemacht, eins der besten in dieser Saison“, bemerkte auch Mittelfeldprofi Didavi, der bestens gelaunt war: „Wir haben uns belohnt und sind jetzt einfach glücklich. So muss es weitergehen!“ In der Tat zeigten die weiter auf dem Relegationsplatz rangierenden Stuttgarter eine prima Leistung, auch spielerisch gelang vieles. Allein die Chancenauswertung war nicht erstklassig.

          Doch das Gesamtbild mache Mut, wie Christian Gentner befand: „Wir haben im Moment einfach einen richtig guten Lauf.“ Weltmeister Kevin Großkreutz kommentierte stolz: „Wir haben uns so viele Torchancen herausgespielt, das muss man erstmal machen!“ Natürlich sehr zum Ärger von HSV-Trainer Bruno Labbadia. „Wir haben Stuttgart zu oft eingeladen. Daran müssen wir arbeiten“, konstatierte er.

          Beide Trainer vertrauten vor 41.780 Zuschauern der gleichen Startformation wie beim Rückrundenauftakt. VfB-Coach Jürgen Kramny verzichtete darauf, den nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder einsatzberechtigten Toni Sunjic zu nominieren und beließ Daniel Schwaab in der Innenverteidigung wie beim 3:1-Sieg in Köln. Sein Hamburger Kollege Bruno Labbadia, von Dezember 2010 bis August 2013 sehr erfolgreich in Stuttgart, nahm ebenfalls keine Änderungen gegenüber dem 1:2 gegen Bayern München vor.

          Wegen kurz vor Spielbeginn einsetzenden strömenden Regens herrschten extrem schwierige Bedingungen für beide Teams. Der Rasen war richtig seifig, weshalb die Akteure immer wieder ausrutschten. Ein flüssiges Kombinationsspiel und technische Kabinettstückchen waren so kaum möglich. Der VfB hatte in der ersten Halbzeit spielerische Vorteile sowie die meisten und klar besseren Chancen. Didavi (15.) scheiterte jedoch am guten HSV-Schlussmann René Adler. Christian Gentner (18.) und Timo Werner (37.) verzogen aus aussichtsreichen Positionen jeweils knapp. Zudem ging ein Abpraller von Filip Kostics Brust neben den Pfosten (29.).

          Dem stand nur eine echte Möglichkeit der Hanseaten durch Pierre-Michel Lasogga gegenüber, nach dessen Schlenzer der Ball auf dem Netz landete (36.). Auch nach dem Seitenwechsel dominierten die Schwaben weitgehend. Innerhalb von 100 Sekunden verpassten Werner (47.) und dann direkt hintereinander Kevin Großkreutz und Lukas Rupp (48.) die Führung. Abermals Adler verhinderte dann auch nach einem tückischen Didavi-Freistoß (64.) zunächst einen Rückstand.

          Zwei Minuten später glückte dem VfB-Spielmacher dann per Kopf das angesichts der zahlreichen Chancen und des Dauerdrucks verdiente 1:0 - auch HSV-Profi Hunt war allerdings noch am Ball. Die Hamburger fanden gegen die aufopferungsvoll kämpfenden und in der Defensive gut stehenden Stuttgart lange kein Mittel, um sich selbst entscheidend in Szene zu setzen. Dann nutzte der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte Rudnevs die erste Möglichkeit im zweiten Durchgang per Kopf zum glücklichen Ausgleich. Doch die Stuttgarter schlugen unmittelbar vor dem Ende durch Krawets noch mal zurück und sicherten sich den Sieg.

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