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5:1 gegen Hoffenheim : Stuttgart entzaubert den Trainer-Lehrling

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Stuttgart im Rausch: Der VfB kann den Kantersieg gegen Hoffenheim selbst fast nicht fassen Bild: dpa

Mit den von Julian Nagelsmann modernisierten Hoffenheimern macht der VfB Stuttgart beim Kantersieg kurzen Prozess. Am Ende ist die deutliche Pleite sogar noch schmeichelhaft für die TSG.

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          Vor dem Baden-Württemberg-Derby hatte sich der Hoffenheimer Jungtrainer Julian Nagelsmann noch jugendlich-forsch gegeben und davon gesprochen, den VfB „wieder in den Abstiegsstrudel zu ziehen“. Aber doch nicht so wie am Samstag. Da wendete sich Nagelsmanns Wunschvorstellung gegen seine vollkommen planlose Mannschaft. „Wir haben noch Luft nach oben, und nach der wollen wir schnappen“, hatte der jüngste Fußballlehrer der Bundesliga prophezeit. Als es aber galt, präsentierte sich sein Team kurzatmig wie nie, seit der neue Coach das Sagen hat.

          Dabei heraus kam eine noch schmeichelhafte 1:5-Niederlage nach den Treffern von Niedermeier (6./51. Minute), Rupp (42.), Kostic (78.) und Werner (83.) für Stuttgart und Kramaric (73.) für Hoffenheim. Tief im Abstiegsstrudel blieb somit der Tabellensiebzehnte stecken, während sich der VfB mit einem überzeugenden Auftritt und dem bisher höchsten Saisonsieg ins gesicherte Mittelfeld verabschiedete.

          Seht her, ich hab’s gemacht: Georg Niedermeier (r.) trifft für Stuttgart Bilderstrecke
          Seht her, ich hab’s gemacht: Georg Niedermeier (r.) trifft für Stuttgart :

          Dass die Stuttgarter schon zur Pause 2:0 führten, war noch eine glückliche Fügung für ein Team, das mit Nagelsmanns Matchplan nicht zurecht kam. Der Trainer, bisher als Zauberlehrling der Liga gefeiert, ließ seine Formation in einem 3-4-3-System angreifen und in einer 5-3-2-Aufstellung verteidigen. Er stiftete damit aber eher Verwirrung in den eigenen Reihen.

          Ganz anders der VfB, der sich, mit ruhiger Hand von Trainer Jürgen Kramny geführt, nach zuletzt zwei Niederlagen treu blieb und über sein gewohntes 4-1-4-1-System zu gefährlichen Kontern kam. Kravets (28./39.) und Didavi (30.) vergaben jedoch beste Gelegenheiten in einer Partie, an der nur die Stuttgarter Fans ihre helle Freude hatten.

          Zur Pause reagierte Nagelsmann, der auf eine 4-3-3-Grundordnung umgestellt hatte, und schöpfte sein Wechselkontingent aus. Nachdem Bicakcic schon durch Kramaric (35.) ersetzt worden war, kamen zwei weitere Offensivkräfte mit Schmid für Hamad und Vargas für Uth. Der Effekt war gleich null, denn auch das nächste Tor erzielte ein Stuttgarter. Innenverteidiger Georg Niedermeier war nach dem Eckstoß mit dem Kopf zur Stelle und erhöhte unbedrängt auf 3:0. Spätestens jetzt gab es keinerlei Zweifel mehr, dass dies ein verlorener Nachmittag für die TSG 1899 war.

          Daran änderte auch Kramarics 1:3 nichts, zumal Kostic noch das 4:1 und Werner das 5:1 für den VfB erzielten. Wenn sich die Nordbadener am nächsten Samstag mit dem VfL Wolfsburg in Sinsheim messen, müssen sie wieder glaubhaft auf Abstiegskampf eingestellt sein, sonst wird das nichts mit dem Klassenverbleib.

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