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VfB-Profi Silas Wamangituka : Ein zweiter „Fall Jatta“?

Stuttgarter Neuzugang: Silas Wamangituka kam von Paris FC in die zweite Bundesliga Bild: Picture-Alliance

Einem Medienbericht zufolge soll der Stuttgarter Königstransfer Silas Wamangituka unter falschem Namen spielen und auch bei seinem Alter falsche Angaben gemacht haben. Gegenüber der F.A.Z. hat der VfB Stuttgart nun Stellung bezogen.

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          Die Schlagzeile ist groß in Szene gesetzt: „Spielt Stuttgart-Star unter falschem Namen?“ Der Artikel, den die „Bild“-Zeitung zwischenzeitlich auf einem Spitzenplatz ihrer Online-Plattform positionierte, geht auf einen französischen Medienbericht der „L'Équipe“ zurück, wonach der Stuttgarter Fußball-Profi Silas Wamangituka in der zweiten Fußball-Bundesliga offenbar unter falschem Namen und Alter spielen soll.

          Wamangituka kam zu Beginn der laufenden Saison vom französischen Zweitligaklub Paris FC für acht Millionen Euro zum VfB. Der 20 Jahre alte Kongolese wurde dadurch zum  teuersten Einkauf der bisherigen Zweitliga-Geschichte und soll in Stuttgart vor allem das Offensivspiel des abgestiegenen Traditionsvereins verstärken. In 13 Einsätzen für die Schwaben gelangen ihm bislang vier Treffer und eine Vorlage – der Spieler genießt im Verein wie auch unter Fans großes Ansehen.

          Dem VfB liegt der Reisepass vor

          Der „L'Équipe“ zufolge könnte Wamangituka aber eigentlich Silas Mvumpa Katompa heißen und exakt ein Jahr früher geboren worden sein, als es der Spieler selbst angibt. Durch diesen vermeintlichen Identitätsbetrug soll ein Wechsel zum französischen Klub Olympique Alès ermöglicht worden sein, obwohl Wamangituka damals noch vertraglich an anderer Stelle gebunden gewesen sei. Auch sein Schengen-Visum soll Wamangituka 2017 unter dem Namen Mvumpa Katompa beantragt haben. Die Person Mvumpa Katompa, schreibt die französische Zeitung weiter, sei dann aber verschwunden. Über Alès kam Wamangituka 2018 nach Paris und schließlich nach Stuttgart.

          Sein derzeitiger Verein ist diesen Vorwürfen gegenüber der F.A.Z. nun entschieden gegenüber getreten: Dem VfB Stuttgart liegt nicht nur der Reisepass des Spielers vor, sondern auch die Spielerpässe der zuständigen Fußballverbände, die seine Karriere bis in das Jahr 2010 zurück vollständig abbilden“, sagte Pressesprecher Tobias Herwerth auf Anfrage. Und weiter: „Wir sahen keinen Anlass und sehen auch weiterhin keinen Anlass, offizieller staatlicher Dokumente zu zweifeln. Diese Dokumente wurden sowohl in der Vergangenheit von den französischen Behörden als auch im Sommer von allen zuständigen deutschen Behörden als richtig und ausreichend erachtet. Diesen Prüfungsergebnissen muss und darf der VfB Stuttgart vertrauen.“

          Als Quelle zitiert die „L'Équipe“ aus einer vermeintlichen E-Mail des Präsidenten des kongolesischen Klubs MK Étanchéité aus der Heimatstadt Wamangitukas, Max Mokey Nza-Ngi, der 2018 Kontakt zu Wamangitukas damaligen Verein Paris FC aufgenommen haben soll. Nza-Ngi soll darin einen „Vorschlag für eine gütliche Einigung über den betrügerischen Transfer unseres Spielers Mvumpa Katompa Silas zum FC Paris unter dem Namen Silas Wamangituka“ gemacht und für sein Schweigen zehn Prozent Beteiligung an den Transfererlösen aus Wamangitukas Weiterverkauf gefordert haben. Auch wird der kongolesische Nationaltrainer Christian Nsengi-Biembe zitiert, dass er Wamangituka bislang nicht für seine Auswahl berücksichtigt habe, da es ein „administratives Problem, ein Pass-Problem“ gebe.

          Bislang sind diese Aussagen unbelegt. Für den VfB besteht ohnehin kein Zweifel an der Identität seines Spielers, auch für Trainer Tim Walter gebe es keine Zweifel. „Deshalb versuche ich ihn mit allem, was ich habe, zu unterstützen“, sagte der 44-Jährige im Vorfeld der anstehenden Zweitligapartie gegen den SV Darmstadt 98 am kommenden Montag. Er werde das Thema intern nicht weiter ansprechen und mit dem Stürmer „umgehen, wie wir es bisher getan haben. Ich bin immer für den Jungen da, daher ändert sich dadurch nichts.“

          Der Fall erinnert in an den des Hamburger Profis Bakery Jatta, an dessen Identität vor mehreren Monaten nach einem Bericht der „Bild“ Zweifel aufgekommen waren. Anschließend hatte es intensiv geführte Diskussionen in Sport, Gesellschaft und Politik gegeben. Die Vorwürfe erwiesen sich später als falsch.

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