https://www.faz.net/-gtm-9udk1

VfB-Profi Silas Wamangituka : Ein zweiter „Fall Jatta“?

Stuttgarter Neuzugang: Silas Wamangituka kam von Paris FC in die zweite Bundesliga Bild: Picture-Alliance

Einem Medienbericht zufolge soll der Stuttgarter Königstransfer Silas Wamangituka unter falschem Namen spielen und auch bei seinem Alter falsche Angaben gemacht haben. Gegenüber der F.A.Z. hat der VfB Stuttgart nun Stellung bezogen.

          2 Min.

          Die Schlagzeile ist groß in Szene gesetzt: „Spielt Stuttgart-Star unter falschem Namen?“ Der Artikel, den die „Bild“-Zeitung zwischenzeitlich auf einem Spitzenplatz ihrer Online-Plattform positionierte, geht auf einen französischen Medienbericht der „L'Équipe“ zurück, wonach der Stuttgarter Fußball-Profi Silas Wamangituka in der zweiten Fußball-Bundesliga offenbar unter falschem Namen und Alter spielen soll.

          Wamangituka kam zu Beginn der laufenden Saison vom französischen Zweitligaklub Paris FC für acht Millionen Euro zum VfB. Der 20 Jahre alte Kongolese wurde dadurch zum  teuersten Einkauf der bisherigen Zweitliga-Geschichte und soll in Stuttgart vor allem das Offensivspiel des abgestiegenen Traditionsvereins verstärken. In 13 Einsätzen für die Schwaben gelangen ihm bislang vier Treffer und eine Vorlage – der Spieler genießt im Verein wie auch unter Fans großes Ansehen.

          Dem VfB liegt der Reisepass vor

          Der „L'Équipe“ zufolge könnte Wamangituka aber eigentlich Silas Mvumpa Katompa heißen und exakt ein Jahr früher geboren worden sein, als es der Spieler selbst angibt. Durch diesen vermeintlichen Identitätsbetrug soll ein Wechsel zum französischen Klub Olympique Alès ermöglicht worden sein, obwohl Wamangituka damals noch vertraglich an anderer Stelle gebunden gewesen sei. Auch sein Schengen-Visum soll Wamangituka 2017 unter dem Namen Mvumpa Katompa beantragt haben. Die Person Mvumpa Katompa, schreibt die französische Zeitung weiter, sei dann aber verschwunden. Über Alès kam Wamangituka 2018 nach Paris und schließlich nach Stuttgart.

          Sein derzeitiger Verein ist diesen Vorwürfen gegenüber der F.A.Z. nun entschieden gegenüber getreten: Dem VfB Stuttgart liegt nicht nur der Reisepass des Spielers vor, sondern auch die Spielerpässe der zuständigen Fußballverbände, die seine Karriere bis in das Jahr 2010 zurück vollständig abbilden“, sagte Pressesprecher Tobias Herwerth auf Anfrage. Und weiter: „Wir sahen keinen Anlass und sehen auch weiterhin keinen Anlass, offizieller staatlicher Dokumente zu zweifeln. Diese Dokumente wurden sowohl in der Vergangenheit von den französischen Behörden als auch im Sommer von allen zuständigen deutschen Behörden als richtig und ausreichend erachtet. Diesen Prüfungsergebnissen muss und darf der VfB Stuttgart vertrauen.“

          Als Quelle zitiert die „L'Équipe“ aus einer vermeintlichen E-Mail des Präsidenten des kongolesischen Klubs MK Étanchéité aus der Heimatstadt Wamangitukas, Max Mokey Nza-Ngi, der 2018 Kontakt zu Wamangitukas damaligen Verein Paris FC aufgenommen haben soll. Nza-Ngi soll darin einen „Vorschlag für eine gütliche Einigung über den betrügerischen Transfer unseres Spielers Mvumpa Katompa Silas zum FC Paris unter dem Namen Silas Wamangituka“ gemacht und für sein Schweigen zehn Prozent Beteiligung an den Transfererlösen aus Wamangitukas Weiterverkauf gefordert haben. Auch wird der kongolesische Nationaltrainer Christian Nsengi-Biembe zitiert, dass er Wamangituka bislang nicht für seine Auswahl berücksichtigt habe, da es ein „administratives Problem, ein Pass-Problem“ gebe.

          Bislang sind diese Aussagen unbelegt. Für den VfB besteht ohnehin kein Zweifel an der Identität seines Spielers, auch für Trainer Tim Walter gebe es keine Zweifel. „Deshalb versuche ich ihn mit allem, was ich habe, zu unterstützen“, sagte der 44-Jährige im Vorfeld der anstehenden Zweitligapartie gegen den SV Darmstadt 98 am kommenden Montag. Er werde das Thema intern nicht weiter ansprechen und mit dem Stürmer „umgehen, wie wir es bisher getan haben. Ich bin immer für den Jungen da, daher ändert sich dadurch nichts.“

          Der Fall erinnert in an den des Hamburger Profis Bakery Jatta, an dessen Identität vor mehreren Monaten nach einem Bericht der „Bild“ Zweifel aufgekommen waren. Anschließend hatte es intensiv geführte Diskussionen in Sport, Gesellschaft und Politik gegeben. Die Vorwürfe erwiesen sich später als falsch.

          Weitere Themen

          Gut bezahlte Nebenrolle

          FAZ Plus Artikel: Feldmann und die Kita-Affäre : Gut bezahlte Nebenrolle

          Als Zübeyde Temizel noch am Konzept für eine Kita in Wiesbaden gearbeitet haben soll, besichtigte Peter Feldmann schon die „Dostluk“-Baustelle in Frankfurt. Und das ist längst nicht die einzige Ungereimtheit in der Sache.

          Gigantische Olympische Ringe Video-Seite öffnen

          Sommerspiele in Japan : Gigantische Olympische Ringe

          Die Installation ist 32,6 Meter breit und 15,3 Meter hoch. Sie soll in der Bucht von Tokio vor Anker gehen, in der Schwimm- und Triathlonwettbewerbe stattfinden. Die Olympischen Sommerspiele beginnen am 24. Juli.

          Die große Show des Erling Haaland

          Dortmund 5:3 in Augsburg : Die große Show des Erling Haaland

          Was für ein Spiel! Der BVB stellt sich in Augsburg erst dilettantisch an. Doch Dortmund kommt zurück und siegt am Ende noch – weil der junge Neuzugang Erling Haaland einen spektakulären Einstand zeigt.

          Topmeldungen

          IBMs Quantencomputer „System Q“ ist auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas zu sehen.

          Quantencomputer : Die nächste Revolution

          Quantencomputer können Verschlüsselungen knacken, neue Batterien entdecken und an Finanzmärkten Geld verdienen. Und das sind nur die Möglichkeiten, die bisher bekannt sind.
          Erling Haaland erlebt einen sensationellen Einstand bei Borussia Dortmund.

          Dortmund 5:3 in Augsburg : Die große Show des Erling Haaland

          Was für ein Spiel! Der BVB stellt sich in Augsburg erst dilettantisch an. Doch Dortmund kommt zurück und siegt am Ende noch – weil der junge Neuzugang Erling Haaland einen spektakulären Einstand zeigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.