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„Schmutzige Lügen“ : Alabas Vater attackiert Hoeneß heftig

  • Aktualisiert am

David Alaba liebäugelt angeblich mit der englischen Premier League und der spanischen La Liga. Bild: dpa

Der öffentlich ausgetragene Vertragspoker zwischen David Alaba und Bayern München wird immer schmutziger. Alabas Vater George bezichtigt Ehrenpräsident Uli Hoeneß der Lüge.

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          „Schmutzige Lügen“, „dreckige Anschuldigungen“: Der Vertragspoker zwischen David Alaba und Bayern München eskaliert und nimmt immer mehr die Züge einer Seifenoper an. Nach der bitterbösen Verbal-Attacke von Uli Hoeneß hat Alabas Vater George nun ebenso heftig zurückgeschlagen und den Münchner Ehrenpräsidenten der Lüge bezichtigt. David Alaba wählte hingegen beschwichtigende Worte, auch wenn ihn „ein paar Aussagen und Berichte der letzten Wochen verwundert und durchaus auch verletzt“ hätten.

          „Ich wünsche mir sehr, dass wir zeitnah eine Lösung finden, damit der Klub, die Verantwortlichen, meine Mitspieler aber auch die Fans wissen, woran sie sind“, sagte Alaba der Bild-Zeitung und fügte an: „Dieser Klub ist für mich nicht irgendein Verein, er ist Zuhause, Familie und Heimat. Seit zwölf Jahren trage ich das legendäre rote Trikot, und das habe ich jeden einzelnen Tag mit Hingabe, Stolz und Leidenschaft getan und tue das auch immer noch. Das Wohl dieses fantastischen Klubs steht einfach über allen Dingen und ist auch mir sehr wichtig. In einer Familie ist man durchaus mal anderer Meinung, man streitet sich vielleicht auch, aber es bleibt immer innerhalb der Familie. Das werde ich auch weiter beherzigen.“

          Drastische Worte

          Sein Vater fand derweil deutlich drastischere Worte. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass der FC Bayern jetzt in der Öffentlichkeit schmutzige Lügen über Gehalts- und Provisionsforderungen streut“, ereiferte sich George Alaba bei Sky: „Zu behaupten, dass wir wegen einer solchen Zahlung bei Vertragsunterschrift nicht zu einer Einigung kommen, ist eine von diesen dreckigen Anschuldigungen.“ Dies sei nur geschehen, „weil wir die von ihnen vorgelegten Zahlen nicht akzeptieren. Wir haben unsere eigenen Vorstellungen“, betonte Alaba senior (60).

          Er und sein Sohn, ergänzte der offensichtlich äußerst aufgebrachte Herr Papa, hätten sich den Bayern gegenüber immer „loyal“ verhalten und seien dem deutschen Rekordmeister - trotz lukrativer Wechselangebote – in all den Jahren treu geblieben. Und jetzt das!

          Uli Hoeneß hat sich mal wieder in Rage geredet und Alabas Berater als Piranha bezeichnet. Nun bekam er die Antwort von Alabas Vater.
          Uli Hoeneß hat sich mal wieder in Rage geredet und Alabas Berater als Piranha bezeichnet. Nun bekam er die Antwort von Alabas Vater. : Bild: dpa

          Hoeneß hatte Alaba und dessen Agenten Pini Zahavi am Sonntag im Sport1-Doppelpass schwer attackiert. Zahavi (77) bezeichnete er als „geldgierigen Piranha“, Vater George lasse sich vom Agenten „sehr beeinflussen“. Außerdem betonte Hoeneß, dass Alaba junior, der für eine Verlängerung seines 2021 auslaufenden Vertrages angeblich 25 Millionen Euro Jahresgage fordert, nie in die Gehaltsklasse eines Manuel Neuer oder Robert Lewandowski vorstoßen werde.

          Verhärtete Fronten

          Zahavi, der übrigens auch Lewandowskis aktuellen Kontrakt ausgehandelt hatte, wehrte sich ebenfalls bei Sky. Zu „keinem Zeitpunkt“ habe er mit den Bayern detailliert über eine etwaige Provisionszahlung gesprochen“, betonte er. Das Thema sei bislang nur kurz bei einem Gespräch am Rande des Champions-League-Turniers in Lissabon aufgekommen. Auf die Frage von Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic, wie er sich seinen Bonus vorstellen würde, habe er dort geantwortet, er werde „nicht mehr als das Übliche“ fordern. Zunächst solle aber eine Einigung mit Alaba junior erfolgen.

          Diese aber scheint angesichts der sich verhärtenden Fronten weiter weg denn je. Alaba liebäugelte nach zwölf Jahren in München mit zwei Triple-Erfolgen zwischendurch angeblich mit der englischen Premier League und der spanischen La Liga. Die Bayern sollen dem 28-Jährigen einen neuen Vierjahresvertrag mit einem Gehalt von laut Alabas Seite zunächst 7,5 Millionen Euro netto/Jahr geboten haben. Nach einer ersten Abfuhr soll finanziell nachgebessert worden sein – Zahavi aber fordert fünf Spielzeiten und ein noch höheres Salär.

          Sollte Alaba erneut ablehnen, favorisieren die Bayern einen sofortigen Verkauf - anstatt eines möglichen ablösefreien Wechsels 2021. Die angeblich aufgerufenen 60 Millionen Euro Transferentschädigung werden in Alabas Umfeld als „Fantasiesumme“ verlacht. Auch dass Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Abwehrchef den „schwarzen Franz Beckenbauer“ nannte, kam nicht nur gut an. Als solcher müsse er mehr Wertschätzung erfahren, hieß es, und zwar in Gehaltsform.

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