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2:0 in Frankfurt : Verlässlichkeit beschert Mainz den wichtigen Sieg

Entschlossenheit: Der Mainzer Kapitän Latza (rechts) und Torschütze Niakhaté. Bild: dpa

Mainz 05 findet womöglich rechtzeitig den richtigen Zugang zum Abstiegskampf. Der erste Sieg in einem Geisterspiel verschafft dem FSV etwas Luft. In Frankfurt sorgen „Krieger“ für zuletzt vermisste Stabilität.

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          Danny Latza will es schon vor dem 2:0-Sieg bei der Frankfurter Eintracht gespürt haben. Als der Kapitän von Mainz 05 kurz vor dem Anpfiff noch ein paar letzte, eindringliche Worte an jeden einzelnen seiner zehn im Kreis um ihn herum postierten Mitspieler richtete und sich dabei mit der Faust demonstrativ auf das Vereinswappen klopfte, habe er „Feuer“ gespürt.

          Solch eine Geste kann wie eine Alibi-Handlung bewertet werden. Wenn eine Mannschaft dann aber dank einer entschlossenen, konzentrierten Leistung ein Prestigeduell beim Rivalen aus der Nachbarschaft gewinnt, dann ist der Spielführer natürlich im Recht. „Ich habe den Jungs vor dem Anpfiff gesagt, dass ich ein richtig gutes Gefühl hatte schon beim Aufwärmen. Es war Feuer auch bei den Jungs auf der Ersatzbank“, sagte Latza nach dem Abpfiff.

          Rad zurückgedreht

          Vermutlich trug zu der kämpferischen Grundstimmung der Mainzer gerade auch die Personalentscheidung von Achim Beierlorzer zu Gunsten von Akteuren wie Latza bei. Der Mainzer Trainer, zuletzt in die Kritik geraten wegen allzu vieler Wechselspiele, drehte das Rad in seiner Personalpolitik nach zuletzt ernüchternden Resultaten vielleicht gerade noch rechtzeitig im Abstiegskampf wieder zurück auf jene Herangehensweise aus den Wochen vor der Corona-Pause: Er baute auf Verlässlichkeit statt Potenziale und ließ technisch begabtere Akteure wie Jean-Paul Boetius, Kunde oder Aaron auf der Bank, um stattdessen auf zuverlässigere „Krieger“ zu setzen.

          Solidaritätsgeste: Pierre Kunde kniet nach seinem Tor zum 2:0.

          Neben dem routinierten Latza zählen auch die ebenfalls neu in die Startelf gekommenen Daniel Brosinski, Leandro Barreiro oder Philipp Mwene zu jener Sorte Profis im Mainzer Kader. Beierlorzer begründete die Wechsel damit, dass er gegen die Eintracht „gerade im Zentrum auf die laufstärksten Spieler“ setzen wollte. „Wir haben zu null gewonnen, verdient. Das war ein absolut wichtiger Sieg für uns“, sagte Beierlorzer sagte nach dem dritten Mainzer Sieg in Serie im Nachbarschaftsduell, das wie so oft in der Vergangenheit dem bedürftigeren und deshalb auch einsatzfreudigeren der beiden Rivalen fast schon überlebenswichtige Punkte bescherte. Tatsächlich brachten gerade die Neuen zuletzt vermisste Stabilität ins Team. Auch Levin Öztunali rechtfertigte seine Nominierung mit couragierten Tempodribblings.

          Und es passte ins Bild, dass eine Flanke von Brosinski, bei 186 Bundesligaeinsätzen der erfahrenste Mainzer, zum Türöffner wurde: Dessen Eckball köpfte Moussa Niakhaté dank jener Entschlossenheit im Duell mit Ilsanker zur Führung ein (43.), die Beierlorzer von seinen Spielern im Torabschluss eingefordert hatte.

          „Wir hatten heute mal Glück mit einem Standard“, kokettierte Brosinski selbst mit seinem Beitrag zum Führungstor. „Ich bin jetzt sechs Jahre in Mainz und weiß, was die Fans sehen wollen. Kampf, Leidenschaft, Wille. Genau so geht es im Abstiegskampf: Gras fressen, reinwerfen, zur Not lange Bälle. Wenn das das Rezept für den Klassenerhalt ist, dann spielen wir das jetzt so weiter.“

          Bilanz gegen Eintracht nun ausgeglichen

          Auffällig war in Frankfurt vor allem die defensive Stabilität in jenem Team, das gleichauf mit Bremen und Paderborn mit 62 Gegentreffern eine der Schießbuden der Liga ist. Erst zum vierten Mal in der laufenden Spielzeit blieben die Rheinhessen ohne Gegentor. Der Erfolg sorgt dafür, dass die Mainzer den so wichtigen 15. Tabellenplatz, den sie seit Spieltag 18 unverändert innehaben, dank des zeitgleichen Unentschiedens von Fortuna Düsseldorf festigen. Sie gleichen damit auch die ewige Bilanz im direkten Duell mit der viele Jahrzehnte lang so weit enteilten Eintracht aus: Zehn Niederlagen stehen nun nach 34 Duellen auch zehn Siege gegenüber.

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