https://www.faz.net/-gtm-7o464

Kritik am FC Bayern : Veh, Heldt und Dutt monieren die Personal-Rotation

  • Aktualisiert am

Ein Stein des Anstoßes: Bundesliga-Debütant Ylli Sallahi (l.) im Duell mit Augsburgs Halil Altintop Bild: AP

Mit seiner radikalen Rotation hat sich Bayern-Coach Pep Guardiola in der Bundesliga nicht nur Freunde gemacht. Aus Frankfurt, Schalke und Bremen gibt es Kritik. Die Hauptbenachteiligten aus Mainz äußern sich indes nur leicht erstaunt.

          Nach der 0:1-Niederlage des FC Bayern beim FC Augsburg stößt die radikale Rotation des deutschen Fußball-Rekordmeisters bei Teilen der Bundesliga-Konkurrenz auf Kritik. „Natürlich kann man gegen Augsburg verlieren. Aber wenn ich mir die Aufstellung ansehe, muss ich schon sagen, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“, sagte Eintracht Frankfurts Armin Veh am Samstag. „Wenn man das gegen Mannschaften macht, die um die Europa-League-Plätze oder gegen den Abstieg spielen, und du schenkst nur ab, dann finde ich das nicht gut.“ Veh hatte beim 0:5 in München Anfang Februar aber selbst einige Stammspieler wegen drohender Gelbsperre draußen gelassen, diesen Fall aber auf Nachfrage von FAZ.NET als „ganz und gar nicht vergleichbar“ bezeichnet, da die Eintracht in Abstiegssorgen gesteckt habe.

          Auch Schalkes Manager Horst Heldt war nicht einverstanden mit der Personalrochade von Bayern-Coach Pep Guardiola, der vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Manchester United auf zahlreiche Stars verzichtete. „Das ist kein guter Stil, wenn man so agiert, dass es für andere Probleme geben könnte“, sagte Heldt. „Es gibt ja auch immer schlaue Sprüche aus München, die alle anderen aufzunehmen haben. Das hat auch etwas mit Charakter zu tun.“

          Am Sonntagmorgen schloss sich der Bremer Trainer Robin Dutt in der Sendung „Doppelpass“ in Sport1 der Kritik an. Er bezeichnete das Vorgehen der Bayern als „respektlos gegenüber der Bundesliga“. Die Bayern hätten das Vorgehen zumindest thematisch anders begleiten und auf Fotos auf der Bank mit Smartphones verzichten sollen.

          Heldt fürchtet Wettbewerbsverzerrung

          Heldt befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung an den abschließenden fünf Bundesliga-Spieltagen zugunsten der jeweiligen Gegner der bereits als Titelträger feststehenden Bayern. Am nächsten Samstag treten die Münchner gegen Borussia Dortmund an. Der BVB kämpft unter anderem mit dem Revierrivalen aus Gelsenkirchen um die Champions-League-Plätze. „Ich glaube, dass das sicherlich eine Ausnahme gewesen ist heute“, betonte Heldt jedoch mit Blick auf die Bayern im „Deutschlandfunk“.

          Augsburg rückte dank des Erfolges mit nunmehr 42 Punkten näher an Mainz (44) heran. Trainer Thomas Tuchel verkniff sich jedoch jegliche Kritik. „Das ist nicht mein Bier. Wenn ich ein paar Jahre mehr auf dem Buckel habe wie der Armin, äußere ich mich gern dazu“, sagte Tuchel und fügte süffisant hinzu: „Ich bin noch ein junger Trainer. Ich kann nicht zur Lage der Liga Pressekonferenzen geben.“

          Der Mainzer Präsident Harald Strutz tat derweil wenigstens seine Verwunderung und. „Die Aufstellung der Bayern hat bei mir schon Erstaunen ausgelöst“, sagte Strutz. „Es ist ja aber nicht gesagt, dass sie in Bestbesetzung gewonnen hätten, aber dann wäre die Wahrscheinlichkeit wohl 99:1 gewesen.“

          Weitere Themen

          Vertrauen in Breitenreiter scheint aufgebraucht

          Hannover 96 : Vertrauen in Breitenreiter scheint aufgebraucht

          Vielleicht nur ein Spiel Gnadenfrist nach der Winterpause: Hannover 96 will sich nach Medienberichten von Trainer André Breitenreiter trennen. Der Klub hatte am Samstag zum Rückrundenauftakt verloren und steht auf einem Abstiegsplatz.

          Auf der Suche nach dem Teamgeist

          Schalke 04 : Auf der Suche nach dem Teamgeist

          Von Aufbruch ist bei Schalke 04 nach der desaströsen Hinserie vor dem Rückrundenauftakt gegen Wolfsburg noch keine Spur: Hinter der Trennung von Naldo steckt der Versuch, das Alltagsklima im begabten Team in Spielfreude zu verwandeln.

          Topmeldungen

          TV-Kritik: Anne Will : Die Stunde der Hinterbänkler

          Am Vorabend der Brexit-Rückrunde im House of Commons diskutiert Anne Will mit ihren Gästen, als könne die Rettung für Theresa Mays Deal mit der EU aus ihrem Studio in Berlin-Adlershof kommen. Schön wärs!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.