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Abschied von Freigeist Veh : Nun steht der VfB bedröppelt da

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VfB-Trainer Armin Veh (links) geht und lässt Präsident Bernd Wahler zurück Bild: dpa

Freigeist Armin Veh glaubte nicht mehr, der richtige VfB-Trainer zu sein. Stuttgart steht bedröppelt da. An der Aufgabe, sich eine kompetente sportliche Führung zu besorgen, sind schon andere Traditionsklubs gescheitert.

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          Armin Veh ist kein Fußballtrainer wie jeder andere. Der Augsburger fühlt sich nur sich und seinen Überzeugungen verpflichtet. Alles andere ist nicht so wichtig. Sein Arbeitsplatz zum Beispiel, oder die Loyalität gegenüber dem Verein oder das Bild, das er in der Öffentlichkeit abgibt.

          Das ist einerseits seine große Stärke. Diese Unabhängigkeit, diese Geradlinigkeit, diese Kernigkeit verleihen ihm eine Menge Glaubwürdigkeit und Authentizität – gegenüber den Spielern und den Fans. Dazu versteht er es, seinen Charme immer dann einzusetzen, wenn er zu hart und zu unnachgiebig zu wirken droht.

          Andererseits macht so viel Eigen-Sinn die Zusammenarbeit schwierig. Überspitzt formuliert bleibt einem Klub nicht viel anderes übrig, als sich den Ansichten des Trainers Veh zu unterwerfen, sonst könnte der leitende Angestellte ja die Lust verlieren.

          Drei Jahre lang arbeitete Veh erfolgreich bei der Frankfurter Eintracht. Aber es war eine schwierige Kooperation, die erst durch die Duldsamkeit und das Geschick des Eintracht-Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen so fruchtbar wurde. Doch auch das Vertrauen und die Achtung, die Bruchhagen sich mit der Zeit bei Veh erwarb, verhinderten nicht den Abschied des Trainers. Veh waren die Möglichkeiten in Frankfurt zu begrenzt.

          Dass er ausgerechnet beim VfB Stuttgart bessere Chancen für sportliche Erfolge sah, konnten viele nicht verstehen. Am Ende verstand Veh seine Entscheidung auch nicht mehr. Es hatte sich mehr geändert in dem Klub, den er 2007 zur Meisterschaft geführt hatte, als er wahrhaben wollte, vor allem die handelnden Personen. Und den Spielerkader hatte er aus der Ferne auch nicht gerade genauestens eingeschätzt.

          Das waren noch Zeiten: Armin Veh holte mit dem VfB 2007 die Meisterschaft Bilderstrecke

          Dass der VfB seinen Sportvorstand Fredi Bobic Ende September entließ, erhöhte noch einmal Vehs Position und Wichtigkeit. Aber dieser Vertrauensbeweis, dem weitere Wochenende für Wochenende folgten, indem trotz eines Abstiegsplatzes der Trainer sakrosankt blieb, reichte nicht aus, dass Veh sich in Stuttgart wohlfühlte.

          Er glaubte nicht mehr daran, der Richtige für diese Mannschaft zu sein. Mit dem Gefühl mag er recht gehabt haben, vielleicht lag er aber auch daneben, vielleicht fehlten zum Wohlfühlen nur ein paar Siege. Vereine, die die Meinung vertreten, Trainer werden nicht für das Wohlfühlen bezahlt, sondern für ihre Arbeit, sollten sich jedenfalls überlegen, ob sie Veh verpflichten.

          Der VfB Stuttgart steht jetzt bedröppelt da. Ohne Bobic, ohne Veh, mit einem Sportdirektor Jochen Schneider, der viele Jahre im zweiten Glied wirkte, und Präsident Bernd Wahler ist erst seit knapp anderthalb Jahren im Amt. An der Aufgabe, sich eine kompetente sportliche Führung zu besorgen, sind schon andere Traditionsklubs gescheitert.

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