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Union Berlin jubelt : Distanzschuss ins Freiburger Herz

  • Aktualisiert am

Voller Emotionen: Berlins Torschütze Marius Bülter Bild: AFP

Gleich zweimal treffen die Berliner spektakulär gegen Freiburg. Für Union ist es der zweite Bundesliga-Sieg überhaupt. Der Sportclub hadert – auch mit seinen Fans.

          2 Min.

          Aufsteiger 1. FC Union Berlin hat den Höhenflug des SC Freiburg in der Fußball-Bundesliga gestoppt und die eigene Negativserie beendet. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer setzte sich am Samstag gegen die Breisgauer mit 2:0 (1:0) durch und konnte nach zuvor vier Niederlagen nacheinander erstmals wieder gewinnen. Die Freiburger von Coach Christian Streich verpassten es nach zuletzt vier Begegnungen ohne Pleite hingegen, sich in der Tabelle ganz vorne festzusetzen. Der SC zeigte vor allem in der Offensive zu wenig und verlor erstmals in dieser Saison auswärts.

          Bundesliga

          Vor 22.012 Zuschauern im abermals ausverkauften Stadion An der Alten Försterei war Marius Bülter noch in der ersten Minute für die tapfer kämpfenden Eisernen erfolgreich, Marcus Ingvartsen (84.) bescherte seinem Team mit dem Treffer zum 2:0 schließlich den zweiten Sieg in dieser Spielzeit. Mit nun sieben Punkten verließen die Berliner den Relegationsrang. Freiburg hat weiterhin 14 Zähler auf dem Konto.

          Noch bevor sich Freiburgs Abwehr formieren konnte, traf Bülter mit einem platzierten Schuss aus 25 Metern sehenswert für die Köpenicker. Die Gastgeber gingen bei Gänsehautatmosphäre von den Rängen nach der jüngsten Pleitenserie hochkonzentriert und mit Leidenschaft zu Werke. Fischer hatte genau das vor der Begegnung von seinem Team gefordert.

          Union hielt den Druck hoch, Ingvartsen traf in der 10. Minute den Pfosten. Der Däne rückte für den verletzten Sheraldo Becker ins Mittelfeld, außerdem mussten die Hauptstädter im Vergleich zum 0:1 zuletzt in Wolfsburg in der Abwehr umbauen. Routinier Neven Subotic fehlte kurzfristig, deswegen stand Michael Parensen erstmals in der Startformation - und machte seine Sache ebenso wie Ingvartsen gut. Der Däne hatte kurz vor der Pause zunächst die beste Chance zum 2:0.

          Freiburg tat sich gegen die gut gestaffelten Berliner lange schwer und wurde erst nach einer guten halben Stunde etwas gefährlicher. Zu allem Überfluss musste auch noch SC-Stammkeeper Alexander Schwolow früh ausgewechselt werden. Niclas Thiede kam so nach 22 Minuten zu seiner Erstligapremiere. Der 20-Jährige stand direkt im Mittelpunkt: Ein vermeintliches Kopfballtor von Unions Sebastian Andersson wurde nicht gegeben, weil er sich bei Thiede aufstützte.

          Nachdem Union erstmals in der ersten Liga mit einer Führung in die Pause gegangen war, betrieben die Hausherren hohen Aufwand, um für eine Vorentscheidung zu sorgen. Vor dem Tor fehlte jedoch lange die letzte Konsequenz. Streich versuchte, mit der Einwechslung von Nils Petersen für Belebung in der Offensive zu sorgen. Das gelang jedoch erst mit Verzögerung nach gut 70 Minuten. Union hatte in der Schlussphase zwar weniger Spielanteile, sorgte aber kurz vor Schluss abermals aus der Distanz für die Vorentscheidung durch den starken Ingvartsen. Viele kleine Fehler verhinderten an einem enttäuschenden Nachmittag hingegen ein Freiburger Erfolgserlebnis.

          Zudem hatte der eigene Anhang für Ärger gesorgt: Trainer Christian Streich kritisierte Teile des eigenen Anhangs nach dem Abpfiff scharf. Unmittelbar vor dem Anpfiff war im Gästeblock Pyrotechnik gezündet worden, die das Spielfeld in den ersten Spielminuten in dichten Rauch hüllte. In dieser Phase fiel auch Unions Führungstor. „Ich weiß nicht, ob sie besonders cool sein wollten, weil sie in der Hauptstadt sind", sagte Streich verärgert: „Ich weiß nicht, ob sie schon erwartet haben, dass Union ein Tor schießt, damit man es nicht sieht. Es ist eine Katastrophe. Du kommst auf den Platz und alles ist verraucht. Das konnten wir gar nicht gebrauchen. Ich kenne das gar nicht von uns, ich weiß nicht, was das soll."

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