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Nachteil von Unions Erfolg : Kruse hat „keinen Bock“ auf Conference League

  • -Aktualisiert am

Union-Stürmer mit klarer Meinung: Max Kruse Bild: Picture-Alliance

Nach dem Sieg gegen Köln hat Union Berlin schon 38 Punkte und Aussichten zur Teilnahme am neuesten Wettbewerb der Uefa. Die Freude darüber hält sich bei Kruse in Grenzen.

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          Mit einer Pizzaschachtel unter dem Arm absolvierte Max Kruse die obligatorischen Interviews nach dem 2:1-Sieg seines 1. FC Union Berlin gegen den 1. FC Köln. Ein schlechtes Gewissen musste er dabei nicht haben, die wenig sportlergerechte Mahlzeit hatten er und seine Kollegen sogar von ihrem Arbeitgeber bekommen. Als vorgezogenes Dankeschön für den vermeintlichen Klassenverbleib.

          Bundesliga

          Durch den Sieg hat Union in dieser Saison nun schon 38 Punkte eingesammelt. Eine Marke, die gemeinhin als Indiz für eine weitere Saison in der Bundesliga zu werten ist. Gefeiert wurde statt mit Bier und Sekt lieber mit Pizza. „Normalerweise achtet unser Ernährungswissenschaftler da drauf, aber heute war es vorher angesagt, dass es Pizza gibt“, sagte Kruse, der eine gewisse Freude über diese kulinarische Ausnahme nicht verbergen konnte.

          38 Punkte nach 25 Spielen hätten Union nur die wenigsten vor dieser Saison zugetraut. Allen Beteuerungen zum Trotz war der Abstiegskampf aber nie ein Thema für die Berliner, die 2020/21 fast ausschließlich auf einem einstelligen Tabellenplatz zu finden waren. Aktuell sind sie Siebter, was mit Auswirkungen für die kommende Spielzeit verbunden ist. Allerdings eher unerfreulichen. Platz sieben berechtigt nämlich zur Teilnahme an der Europa Conference League, dem neusten Coup der Europäischen Fußball-Union (Uefa). Der drittklassige Wettbewerb soll in der Saison 2021/22 zum ersten Mal ausgetragen werden. Die Freude darüber hält sich bei Kruse in Grenzen. Als ein Fernsehreporter ihn fragte, ob er „Bock darauf“ habe, antwortete Kruse: „Europa League hätte ich Bock drauf. Europa Conference League hätte ich irgendwie keinen Bock drauf. Ich weiß nicht mal, was das ist. Da können dann andere spielen. Ich glaube, wir haben genug Wettbewerbe, dabei sollte es dann eigentlich auch bleiben. Wenn es jetzt noch einen gibt, dann herzlichen Glückwunsch.“

          Die Aussicht auf den neuen Wettbewerb schmeckte Kruse überhaupt nicht, aber noch haben es die Berliner selbst in der Hand, sich für die Europa League oder gar noch für die Champions League zu qualifizieren. Gegen Köln blieben sie zum fünften Mal nacheinander ungeschlagen, neun Punkte sammelten sie in diesem Zeitraum. Der Sieg gegen den Abstiegskandidaten war schwer erkämpft, zur Pause lang Union gar zurück. Ondrej Duda hatte die Rheinländer durch einen Elfmeter in Führung gebracht. Kruse glich dann ebenfalls per Strafstoß aus, ehe Christopher Trimmel der Siegtreffer gelang. Köln drängte in der Schlussphase auf den Ausgleich, allerdings ohne Erfolg. „Bei uns ist es so, dass wir uns dann immer ein bisschen zu weit zurückfallen lassen“, sagte Kruse. Die Aufregung in den letzten Minuten hätte man sich seiner Ansicht auch sparen können.

          Union brachte das Ergebnis über die Zeit, zur Belohnung gab es anschließend nicht nur Pizza, sondern auch zwei Tage frei für die Profis. Möglichst ausgeruht möchten die Berliner nach Frankfurt reisen, wo am Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) das nächste wichtige Spiel gegen einen direkten Konkurrenten um einen Europapokalplatz ansteht. Wenn es geht, aber nicht um die Conference League.

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