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Zweite Bundesliga : Union hält Schritt

  • Aktualisiert am

Herzbube: Maskottchen «Ritter Keule» herzt Torschütze Sebastian Polter (links) Bild: dpa

Einseitiges Verfolgerduell in Berlin: „Eisern Union“ demontiert Greuther Fürth. Bielefeld stoppt immerhin die Negativerserie. Und in Magdeburg wird es immer ungemütlicher.

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          Union Berlin hat das Verfolgerduell in der 2. Fußball-Bundesliga für sich entschieden und ist auf Relegationsrang drei gesprungen. Gegen die SpVgg Greuther Fürth siegte das Team von Trainer Urs Fischer am Sonntag mit 4:0 (3:0). Mit 23 Punkten stehen die Eisernen nun drei Zähler vor Fürth auf Rang sechs.

          Der Abstand von Eisern Union zu Spitzenreiter Hamburger SV beträgt vier Punkte, der Tabellenzweite 1. FC Köln ist nur einen Zähler entfernt. Joshua Mees (5./10.) und Sebastian Polter (29./56.) schossen die Berliner mit ihren Doppelpacks zum ersten Sieg nach zuletzt vier Unentschieden.

          2. Bundesliga

          Beim 1:0 hatte Flankengeber Marcel Hartel nach Zuspiel von Robert Zulj jedoch im Abseits gestanden, bevor er den Kopf von Mees fand, weshalb die Führung nicht hätte zählen dürfen. Union bleibt nach dem fünften Saisonsieg weiter ungeschlagen, Fürth hat seit drei Ligaspielen nicht mehr gewonnen.

          Im Stadion an der Alten Försterei wussten die Fürther vor 21.785 Zuschauern zu Beginn gar nicht, wie ihnen geschah. Der Doppelpack von Mees warf den Plan der Gäste völlig über den Haufen. Die Franken hatten daraufhin Probleme, sich zu fangen. Union überließ den Gästen etwas mehr Raum, doch trotz mehr Spielkontrolle ging nach Polters Tor nach vorne nicht viel.

          Erst gegen Ende der ersten Halbzeit wurde Fürth gefährlich. Julian Green (34.) und Sebastian Ernst (41.) vergaben die besten Möglichkeiten jedoch. Nach der Pause wurde Union wieder aktiver und zerstörte durch Polters zweites Tor die kleinen Hoffnungen Fürth auf eine Aufholjagd.

          Magdeburg zuhause weiter sieglos

          Trainer Jens Härtel hat derweil mit dem 1. FC Magdeburg die vierte Niederlage in Serie kassiert und muss um seinen Job bangen. Am 13. Spieltag verlor der Traditionsklub zu Hause 2:3 (1:1) gegen Jahn Regensburg - auch weil Torwart Alexander Brunst gleich nach dem Anpfiff böse patzte. Hamadi Al Ghaddioui (90.) erzielte das Siegtor für den SSV Jahn. Der 23-jährige Brunst schoss beim Spielaufbau aus eigentlich unbedrängter Position Marco Grüttner an, von dessen Bein der Ball ins Tor kullerte (3.). Nur 60 Sekunden nach dem Slapstick-Rückschlag traf Beck (4.) erst zum Ausgleich, Mitte der zweiten Halbzeit (67.) brachte der Angreifer sein Team sogar in Führung, indem er eine verlängerte Hereingabe eiskalt abschloss.

          Fast aus dem Nichts schockte Regensburgs Marcel Correia (80.) dann die Gastgeber. Magdeburg wartet damit als einziges Team der Liga in dieser Saison weiter auf den ersten Heimsieg und ist jetzt Tabellenvorletzter. Regensburg bleibt auch im achten Spielen in Serie ungeschlagen und rangiert auf Position sechs. Nach dem spektakulären Beginn sahen die Zuschauer keine hochklassige, aber spannende Partie. Magdeburg agierte zwar gerade in der Abwehr immer wieder nervös und Regensburg hatte lange mehr vom Spiel, dennoch kamen auch die Gastgeber zu ihren Chancen. So traf Beck in der 58. Minute noch die Latte. Nun dürfte in Magdeburg der Druck auf Härtel, der seit vier Jahren Cheftrainer ist, weiter steigen.

          Vereins-Ikone Joachim Streich hatte den 49-Jährigen bereits unter der Woche angezählt. Dieser sei zu stur und habe es nicht geschafft, eine Mannschaft zu formieren, sagte der 98-malige Auswahlspieler der früheren DDR der Magdeburger Volksstimme. "Jens macht alles nach Lehrbuch", meinte Streich. Man könne aber nicht jede Spielsituation im Vorfeld mit der Mannschaft besprechen, nicht für jedes Spiel eine andere, theoretisch zum Gegner passende Elf, aufstellen: "Fußball lebt von Überraschungen und ist keine Wissenschaft. Das Trainerteam klammert sich zu sehr an die theoretische Vorbereitung."

          Bielefeld immerhin unentschieden

          Arminia Bielefeld hat seine Pleitenserievorerst gestoppt. Fabian Klos (78.) rettete den Ostwestfalen im Duell der Krisenklubs ein 1:1 (0:0) beim Tabellenletzten FC Ingolstadt und damit nach zuvor sechs Niederlagen wenigstens einen Punkt. Die lange Zeit besseren Gastgeber, die durch Almog Cohen verdient in Führung gegangen waren (55.), sind nun seit neun Spielen ohne Sieg, für die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri war es das dritte Unentschieden nacheinander.  Die Begegnung vor 7081 Zuschauern war eine zähe, nicht sehr schön anzusehende Angelegenheit. Bielefeld war zur Halbzeit gut bedient mit dem Unentschieden, auch wenn die Gäste durch Keanu Staude früh hätten in Führung gehen können (2.).

          Die besten der wenigen Chancen besaß aber Ingolstadt durch Stefan Kutschke und dessen von Torhüter Philipp Klewin glänzend parierten Kopfball (12.) sowie bei einem Freistoß von Konstantin Kerschbaumer, der an das Lattenkreuz flog (28.). Bielefeld war nach der Pause zunächst aggressiver als zuvor, in Führung aber gingen dann doch die weitaus aktiveren Schanzer: Cohen, nach einer Bänderverletzung erstmals in dieser Saison von Beginn an eingesetzt, schloss den bis dahin besten Spielzug mit Übersicht ab. Danach zog sich Ingolstadt zurück, ohne von Bielefeld ernsthaft gefährdet zu werden - ehe praktisch aus dem Nichts der Ausgleich fiel: Klos war bei seinem Kopfball nach einer Flanke von Joan Simon Edmundsson sträflich ungedeckt.

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