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Klarer Sieg in Berlin : Union lässt der Hertha im Derby keine Chance

  • -Aktualisiert am

Der Sieger trägt Rot: Union Berlin besiegt Hertha BSC. Bild: dpa

Im Berliner Fußballderby sorgt der 1. FC Union für deutliche Verhältnisse: Hertha BSC ist dem Rivalen aus der Hauptstadt in fast allen Belangen unterlegen und verliert 0:2.

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          Zum Repertoire der Fans des 1. FC Union gehört ein Lied, das sie immer gegen Ende einer Halbzeit oder eines Spiels singen. „FC Union, unsere Liebe, unsere Mannschaft, unser Stolz, unser Verein, Union Berlin“, heißt es da. Der rhythmische Gesang dient dazu, um noch einmal Kräfte bei den Spielern freizusetzten oder um die Mannschaft schlicht zu feiern. Im Berliner Derby gegen Hertha BSC begannen die Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei damit deutlich früher als sonst. Schon nach knapp einer halben Stunden erklangen besagte Zeilen das erste Mal. Unions Fans konnten sich die verfrühte Feier leisten, so überlegen war ihre Mannschaft über die komplette Spielzeit. Union siegte souverän 2:0 gegen den Rivalen aus dem Berliner Westen und hält weiter Anschluss an die oberen Tabellenplätze.

          Bundesliga

          Über die Begegnung war im Vorfeld so erregt debattiert worden wie immer wenn beide Klubs aufeinandertreffen, nur ging es dieses Mal weniger um sportliche Belange. Etwas mehr als 22.000 drängten sich auf den Rängen. Ausverkauft, in Tagen der wieder aufflammenden Pandemie. Zugelassen waren nur geimpfte oder genesene Personen, an den Eingängen beschäftigte Union mehr Kontrollpersonal als gewöhnlich.          

          Wie kompliziert die Situation wegen des Virus mitunter auch in Bundesligamannschaften sein kann, zeigte sich am Beispiel von Herthas Stevan Jovetic. Der Stürmer wurde bei der Nationalmannschaft Montenegros positiv getestet, nach wenigen Tagen war der geimpfte Jovetic dann wieder negativ. Aufgrund dessen durfte er am Donnerstag nach Berlin reisen, eine Untersuchung am Freitag sollte Aufschluss darüber bringen, ob er einsatzfähig ist. Dabei wurde Jovetic abermals positiv getestet, er fehlt Hertha erst einmal.

          Hertha ohne Gefahr

          Ohne den technisch versierten Stürmer gelang es Hertha über 90 Minuten kaum einmal, Gefahr zu entfachen. Union war von Beginn an die aktivere und auch gefährlichere Mannschaft. Aggressiv im Anlaufen, setzten die Gastgeber Hertha sofort unter Druck. Marton Dardai, Sohn von Hertha-Trainer Pal, konnte den Ball nur unkontrolliert wegschlagen. Dardai stand auch bei der nächsten gefährlichen Aktion im Blickpunkt, dieses Mal kam der 19 Jahre alte Verteidiger aber weniger gut davon. Einen Flugball des Union-Spielers Niko Gießelmann konnte er nicht richtig treffen, Stürmer Taiwo Awoniyi zog sofort Richtung Tor und traf zum frühen 1:0 (8.).

          Die zeitige Führung gab Union viel Sicherheit, Hertha wirkte dagegen wie gelähmt. Grisha Prömel donnerte den Ball an die Latte (11.). Gezählt hätte ein mögliches Tor wegen Abseits nicht, aber der krachende Schuss war ein weiterer Wirkungstreffer. Hertha taumelte, Suat Serdar sackte im gegnerischen Strafraum einfach zusammen – viel zu wenig für einen Elfmeter. Union stand sicherer auf dem Rasen, mit Selbstvertrauen. Kruse scheiterte aus spitzem Winkel an Herthas Torwart Alexander Schwolow (23.).

          „Der Gegner war besser, dynamischer, stärker“, sagte Herthas Trainer Pal Dardai später. Hilflos hatte er mitansehen müssen, wie seine Mannschaft das zweite Gegentor kassierte. Nach einer Ecke flog der Ball ans hintere Strafraumeck, von wo ihn Christopher Trimmel per Direktschuss ins Tor jagte (30.). „Die Tore die wir kassiert haben waren unnötig“, sagte Dardai. Das war im Detail richtig, jedoch gaben die Treffer Unions drückende Überlegenheit wieder. „Wir waren in allen Belangen überlegen. Man hat gesehen, wozu wir in der Lage sind. Wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen, so wie sich das gehört in einem Derby“, sagte Unions Max Kruse beim Fernsehsender Sky.

          Es dauerte bis zur 37. Minute, ehe Hertha gefährlich vor das gegnerische Tor kam. Ein Schuss von Peter Pekarik sauste unten vorbei. Der Slowake stand kurz vor der Pause wieder im Mittelpunkt, als sein Kopfball die Torlinie knapp überschritt. Das Tor zählte nach längerer Betrachtung durch den Videoschiedsrichter aber nicht, Krzysztof Piatek hatte zuvor Millimeter im Abseits gestanden. Das annullierte Tor war ein weiterer mentaler Rückschlag für Hertha, von dem sich die Gäste nicht mehr erholen sollten.

          Union war in der gesamten zweiten Halbzeit dem dritten Tor näher als Hertha dem Ersten. Kruse und Grisha Prömel vergaben nach einer Stunde die vorzeitige Entscheidung. Genki Haraguchi, ehemals für Hertha im Einsatz und seit Sommer bei Union, hatte ebenfalls kein Glück, sein Versuch wurde geblockt (62.). Die Zeit schritt voran, Hertha fiel nichts ein. Sehr zum Missfallen der rund 2000 Gästefans. In den Schlussminuten zündeten Herthas Anhänger erste Rauchbomben, Nebel zog auf. Zu Ausschreitungen wie vor zwei Jahren kam es aber nicht, die Situation beruhigte sich wieder. Unions Fans sangen „Stadtmeister, Stadtmeister, Berlins Nummer eins“. Daran ließ dieses Spiel keinen Zweifel.

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