https://www.faz.net/-gtm-9dqyz

VfB Stuttgart : Und jetzt auch noch gegen die Bayern

  • Aktualisiert am

Große Enttäuschung: Holger Badstuber nach dem Schlusspfiff Bild: dpa

Der VfB Stuttgart fühlt sich gut aufgestellt und will deshalb erst gar keine Unruhe aufkommen lassen nach der Auftaktniederlage in Mainz. Doch das Duell mit den Bayern kommt nun nicht gerade gelegen.

          Der Leidensmann nach dem Schlusspfiff war Holger Badstuber. Der Innenverteidiger sackte in sich zusammen und kauerte einige Zeit lang in der Hocke auf dem Rasen. Der 29 Jahre frühere Nationalspieler alte war sich seiner Schuld am 0:1 des VfB Stuttgart am Sonntag bei Mainz 05 bewusst. Badstuber hatte den entscheidenden Zweikampf vor dem Gegentor durch Anthony Ujah gegen Robin Quaison verloren, weil er sich trotz körperlicher Überlegenheit aus dem Gleichgewicht hatte bringen lassen. Womöglich fehlte Badstuber die hundertprozentige Konzentration, da er sich just vor dieser Aktion noch ausgiebig dabei verausgabt hatte, Mittelstürmer Mario Gomez für dessen laxen Einsatz lautstark zu kritisieren. Am Ende musste er sich selbst die Verantwortung für die Niederlage aufbürden, worüber er nach dem Spiel gar nicht erst reden wollte. Dafür twitterte er später. „Extrem ärgerlich. Ich werde die Lehren daraus ziehen und intensiv an mir arbeiten“, schrieb der 29-Jährige.

          Bundesliga
          ANZEIGE

          Dafür sprach der Kapitän. „Wir müssen die Ruhe bewahren, die Saison ist noch lang“, sagte Christian Gentner nach dem sogar historischen Fehlstart der Schwaben. Zwei Niederlagen in den ersten beiden Pflichtspielen hatte der VfB seit Gründung der Fußball-Bundesliga noch nie hinnehmen müssen, während die sieglosen Bundesliga-Auftaktpartien für den Klub seit dem bislang letzten Erfolg in einem ersten Saisonspiel im Jahr 2011 Gewohnheit geworden sind. Und am nächsten Samstag kommt nun auch noch der Rekordmeister.

          „Wir wollten das Pokal-Aus wiedergutmachen“, sagte Neuzugang Gonzalo Castro im Anschluss an das Spiel, in der Vorwoche war das Team von Trainer Tayfun Korkut beim Drittligisten Hansa Rostock (0:2) aus dem Pokal geflogen: „Aber jetzt fahren wir wieder ohne Punkte nach Hause. Das ist sehr bitter. Dass wir jetzt gegen die Bayern spielen, macht es nicht einfacher.“

          Auch Sportvorstand Michael Reschke versuchte zu beschwichtigen und das wenige Positive hervorzuheben. „Wenn man zweimal hintereinander verliert, ist das weit weg von dem, was wir uns erhofft und vorgestellt haben“, sagte der 60-Jährige. „Aber hier in Mainz haben wir jetzt dreimal in einem Jahr verloren, heute war es die mit Abstand beste Leistung. Für uns ist klar, dass wir einen Schritt gemacht haben. Wir sind vernünftig aufgestellt für die Saison. Vor uns liegt zwar ein harter Weg, aber wir sind davon überzeugt, dass es ein guter ist.“

          Vor der Saison hatte der VfB sein Team gezielt verstärkt. Zwar ging Stürmer Daniel Ginczek zum VfL Wolfsburg, in Daniel Didavi und Castro kamen aber zwei gestandene Bundesligaspieler, dazu vielversprechende Talente wie Pablo Maffeo, Nicolas Gonzalez, Marc Oliver Kempf oder Borna Sosa.

          Der auch vom FC Bayern umworbene Weltmeister Benjamin Pavard scheint zudem erst einmal in Stuttgart bleiben zu wollen. „Er fühlt sich wohl bei uns“, sagte Reschke: „Es ist uns glaube ich gelungen, ihn von unserem Weg zu überzeugen, deshalb gibt es überhaupt keine Überlegungen, dass er uns verlassen könnte.“ Berichte über gepackte Umzugskartons des Franzosen hätten alleine damit zu tun, dass Pavard soeben erst innerhalb Stuttgarts eine neue Bleibe bezogen habe.

          Trotz all der positiven Rahmenbedingungen scheint sich die Mannschaft noch nicht gefunden zu haben. In Mainz fehlte wie beim Pokal-Aus in Rostock die Durchschlagskraft. Nach guten 25 Minuten ließ sich der VfB zunehmend die Kontrolle entreißen. Die Gastgeber spielten engagierter und gingen verdient durch Anthony Ujah (76.) in Führung. „Das kann man nicht immer erklären“, sagte Gentner: „Die Mainzer haben ein paar entscheidende Duelle gewonnen und sind besser ins Spiel gekommen.“

          Weitere Themen

          Der Mann, der immer trifft

          Dortmunds Paco Alcácer : Der Mann, der immer trifft

          Paco Alcácer bringt Borussia Dortmund entscheidend weiter – nicht mehr nur als Joker. Mit dem FC Barcelona hat der Torjäger noch eine Rechnung offen. Insbesondere mit Lionel Messi, vertraut man Diego Maradonas Worten.

          „Neuer ist Deutschlands Nummer 1“ Video-Seite öffnen

          Niko Kovač : „Neuer ist Deutschlands Nummer 1“

          Der Bayern-Trainer freut sich über den Auftaktsieg in der Königsklasse und fordert, die Torwartdiskussion zwischen Neuer und Ter Stegen endlich zu den Akten zu legen.

          Topmeldungen

          Das war nichts: Gegen Arsenal ist die Eintracht um Filip Kostic unterlegen.

          Heimdebakel in Europa League : Die Eintracht fällt auseinander

          Das mutige Auftreten gegen den FC Arsenal wird nicht belohnt: Zum Auftakt in die Europa League verlieren die Frankfurter zu Hause deutlich – und müssen in der nächsten Partie auf einen wichtigen Spieler verzichten.
          Signale des Bewusstseins, im Computer rekonstruiert: links ein fast bewusstloser Komapatient, rechts ein Gesunder, in der Mitte ein Komapatient mit Bewusstsein.

          Wegen Fehlverhaltens : Urteil gegen den Primus der Hirnforschung

          Der weltbekannte Hirnforscher Niels Birbaumer behauptet, Locked-In-Patienten wieder kommunikationsfähig zu machen. Jetzt hat ihn die DFG wegen Fehlverhaltens verurteilt. Er will trotzdem weitermachen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.