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Uli Hoeneß : „Es geht um Beträge, die sind Wahnsinn“

  • Aktualisiert am

„Man muss ein bisschen skeptisch sein. Es ist eher unwahrscheinlich, dass es klappt“: Uli Hoeneß über einen Transfer von Leroy Sané Bild: Picture-Alliance

Die Bayern wollen Leroy Sané zurück in die Bundesliga holen. Doch der Transfer des Nationalspielers gestaltet sich alles andere als leicht. Nun spricht Präsident Uli Hoeneß über den aktuellen Stand der Dinge.

          Uli Hoeneß hat in 40 Jahren als Macher in Sachen Transfers alles erlebt, doch das schwierige Ringen um Leroy Sané bringt auch den mächtigen Patriarchen von Bayern München an seine Grenzen. „Man muss ein bisschen skeptisch sein. Es ist eher unwahrscheinlich, dass es klappt. Es geht um Beträge, die sind Wahnsinn“, sagte Hoeneß dem „Kicker“. Der Traum der Bayern, mit den drei „kleinen DFB-Mopeds“ Sané, Timo Werner und Serge Gnabry auch international wieder so richtig Gas zu geben, droht zu platzen.

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          In Venlo ist das Trio zusammengekommen, um sich auf die EM-Qualifikationsspiele am Samstag in Weißrussland und drei Tage später in Mainz gegen Estland (beide 20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur EM-Qualifikation und bei RTL) vorzubereiten. Hoeneß würde alle drei gerne beim „FC Bayern Deutschland“ vereint sehen, Gnabry war für den Präsidenten ja bereits in seinem ersten Jahr beim Rekordmeister „die Überraschung der Saison“. Bei Sanés Klub Manchester City sind die Bayern aber mit einem ersten, 80 Millionen Euro schweren Angebot offenbar abgeblitzt.

          Sané, der sich bei der Nationalmannschaft nach seinem Kurzurlaub mit neuen Rasta-Zöpfchen vorstellte, ist für die Hoeneß-Bayern beim Aufbau der neuen, möglichst auch international schlagkräftigen Mannschaft die Königspersonalie: Der frühere Schalker soll als neuer Superstar das Erbe von Franck Ribery und Arjen Robben antreten. Doch City erweist sich als hartnäckiger Verhandlungspartner. Und was will Sane, der noch bis Mitte 2021 an den englischen Meister gebunden ist? Bisher schweigt der 23-Jährige.

          Bundestrainer Joachim Löw würde einen Wechsel des Offensivspielers an die Isar begrüßen. Ein Transfer nach München wäre „für ihn und uns eine gute Geschichte“, sagte er kürzlich. Außerdem wäre es „für die Bundesliga generell erfreulich, wenn ein Leroy Sané zurückkommt oder ein Timo Werner in Deutschland bleibt“, betonte er nun im kicker.

          Bei den Bayern wird die Personalie Werner offenbar der Personalie Sané untergeordnet. Werner (23) hat öffentlich bekundet, seinen 2020 auslaufenden Vertrag bei RB Leipzig nicht verlängern zu wollen. Der Klub möchte deshalb in diesem Sommer eine Ablöse erzielen – doch die Bayern wissen nicht, wie teuer Sané noch werden könnte. Das Thema Werner wird laut „Kicker“ in München „aktuell nicht so heiß“ diskutiert. Das kann sich aber bei einer endgültigen Absage von City wegen Sané schnell ändern. Außerdem scheint die Variante denkbar, dass die Bayern Werner erst in einem Jahr holen – und die „kleinen Mopeds“, wie Niklas Süle seine DFB-Kollegen nennt, dann vereint.

          Löw sieht eine derartige Blockbildung für seine Auswahl als günstig, jedoch nicht zwingend erforderlich an. Wichtiger ist ihm die individuelle Entwicklung. Sané, Werner, Gnabry – „alle drei Spieler haben eine gute Ausbildung und Fortschritte gemacht“, sagte er, „aber sie haben auch noch Luft nach oben, sie sind noch lange kein Ronaldo oder Messi. Das lernt man erst im Lauf der Jahre in Spielen auf allerhöchstem Niveau.“ Beim DFB, aber vielleicht auch in München.

          Boateng mit Kurzauftritt bei „Men in Black“

          Fußball-Star Jérôme Boateng (30) kommt in einer weiteren Rolle groß raus: als Schauspieler in einem Hollywood-Streifen. In der neuesten Episode von „Men in Black“ ist der Weltmeister von 2014 in einer Gastrolle als Außerirdischer zu sehen. Seit dem ersten Film von „Men in Black“ sei er „großer Fan“, verriet der Innenverteidiger des FC Bayern München. Der Kurzauftritt soll aber eine Ausnahme bleiben. „Es wird definitiv eine einmalige und ganz besondere Erfahrung sein, mich bald selbst auf der Kinoleinwand zu sehen“, sagte Boateng in einer Mitteilung von Sony Pictures. Ab dem 13. Juni ist der Film mit Chris Hemsworth und Tessa Thompson in den Hauptrollen in den deutschen Kinos zu sehen. „Ich bin so froh, Teil davon zu sein“, schrieb Boateng bei Instagram.

          Außerhalb des Platzes tritt der ehemalige Nationalspieler schon als Brillendesigner und Magazin-Herausgeber in Erscheinung. Sportlich blickt Boateng auf eine unbefriedigende Saison bei den Münchnern zurück. Präsident Uli Hoeneß legte dem langjährigen Bayern-Profi einen Vereinswechsel nahe. Boateng erklärte seinerseits, dass er nicht wegrennen werde und sich eine Zukunft beim FC Bayern München vorstellen könne. Sein Vertrag läuft noch bis einschließlich 30. Juni 2021. (dpa)

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