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Krise in der Bundesliga : Hoeneß setzt Bayern-Spieler unter Druck

  • Aktualisiert am

„Es kommt darauf an, wie sie spielen“: Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Bild: dpa

Die Münchner stehen in der Bundesliga nur auf Platz fünf. Im Sommer soll es eine große Transfer-Offensive geben. Erste Namen kursieren schon. Und Uli Hoeneß macht eine klare Ansage an die Spieler.

          Uli Hoeneß macht Ernst. Die Profis von Bayern München spielen vorerst auf Bewährung, die Millionen für die nächste Transferoffensive liegen bereit. „Man muss den Spielern schon sagen, dass sie die nächsten drei, vier Monate unter Druck sind“, betonte der Präsident des auf Platz fünf durchgereichten deutschen Fußball-Rekordmeisters im kicker. Dann müsse man sehen, „wer zu gebrauchen ist, und wer nicht“. Diese Eindrücke würden dann den geplanten Umbruch im kommenden Sommer beeinflussen. „Es kommt darauf an, wie sie spielen“, stellte Hoeneß klar. Das heißt auch: Wer nicht liefert, wird gnadenlos ersetzt. Denn: Hoeneß wiederholte seine grundsätzliche Absicht, 2019 für neue Stars tief in die Tasche zu greifen.

          Der FC Bayern werde „da viel machen“, sagte der 66-Jährige. Laut kicker sind Investitionen im Umfang von mindestens 200 Millionen Euro denkbar. Und auch erste Namen nannte das Fachblatt. Die Verpflichtung von Weltmeister Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart für festgeschriebene 35 Millionen Euro Ablöse sei bereits klar. Wie schon im vergangenen Sommer könnten daneben abermals Kevin Vogt (TSG Hoffenheim) und Ante Rebic (Eintracht Frankfurt) in Hoeneß’ Blick geraten. Das gilt auch für Rebics Klubkollege Luka Jovic und Kai Havertz (Bayer Leverkusen) sowie Aaron Ramsey vom FC Arsenal.

          Bereits am vergangenen Sonntag hatte Hoeneß im Fußball-Talk „Wontorra“ bei Sky Sport News HD angekündigt, das Mannschaftsgesicht im Sommer „ziemlich verändern“ zu wollen. Selbst bei den Profis gibt es Befürworter dieses Vorhabens. „Wir haben eine sehr gute Mannschaft, aber sie ist ein bisschen in die Jahre gekommen“, sagte Kingsley Coman am Mittwoch: „Zur rechten Zeit muss man auch über neue Spieler nachdenken.“


          Diese Zeit scheint nun angesichts der sieben Punkte Rückstand auf ein junges, frisches Borussia Dortmund gekommen zu sein - und jene von Altstars wie Franck Ribery oder Arjen Robben endgültig abzulaufen. Jerome Boateng wollten die Bosse bereits im vergangenen Sommer loswerden, auch Javi Martinez oder der bislang nur ausgeliehene James werden kritisch gesehen. Selbst Klubidol Thomas Müller oder David Alaba sind nicht mehr unantastbar.

          „Zehn Prozent Durchsetzungswille fehlen“, hat Hoeneß bei den Stars beobachtet. Leidenschaft, Tempo und Erfolgshunger sind Eigenschaften, die die Neuen einbringen sollen. Noch aber wehren sich die „Alten“. Er habe „keine Angst vor einem Umbruch. Und ich denke, die anderen Spieler auch nicht“, sagte Sandro Wagner. Die aktuelle Münchner Truppe sei noch immer „die mit Abstand beste in Deutschland – und mithin „ganz klar besser“ als der BVB. Der, betonte der frühere Nationalspieler, sei „nicht die Übermannschaft“.

          Platz fünf, ergänzte Wagner kämpferisch, „das kann nicht der Anspruch sein von Bayern München, auch nicht von uns persönlich. Meister müssen wir werden, alles andere wäre eine Riesenenttäuschung.“ Keiner dürfe sich mit dem Verweis auf Umbruch, Übergangsjahr „oder so einen Quatsch“ rausreden: „Jeder Einzelne muss schauen, dass er wieder seine Leistung bringt.“ Schließlich sei die siebte Meisterschaft in Serie alles andere als abgeschrieben, wie Martinez betonte: „Wir denken nur an die Schale.“ Und ein bisschen an die Zukunft.

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