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Eintracht Frankfurt : Die Ü-30-Party mit Fernandes geht weiter

Bitte melden: Gelson Fernandes bleibt der Eintracht erhalten. Bild: dpa

Er stopft Löcher und soll auch im Nachbarschaftsduell Mainz als Mann für die Drecksarbeit helfen: Gelson Fernandes steht bei der Eintracht hoch im Kurs und bleibt dem Team noch eine Saison länger erhalten.

          Die Eintracht treibt ihre Zukunftsplanung voran. Schon den dritten Tag in Folge gab der Klub die Vertragsverlängerung mit einem Spieler bekannt, der gerade hoch im Kurs steht: Auch mit Gelson Fernandes wurde die Zusammenarbeit bis Juni 2020 vorzeitig verlängert. Zuvor war es zu gleichlautenden Übereinkünften mit den Routiniers Marco Russ und Makoto Hasebe gekommen. „Die Ü-30-Party geht weiter“, fasste Russ auf Instagram die jüngsten Personalien zusammen.

          „Wir waren uns schnell einig“, berichtete Fernandes über die Verhandlungen mit dem Verein, dem er sich vor 18 Monaten anschloss. „Ich bin glücklich und zufrieden. Für mich gab es keinen Grund zu wechseln.“ Der ehemalige Schweizer Nationalspieler absolvierte in dieser Saison bislang 13 Einsätze in der Liga, zudem vier in der Europa League. „Durch seine kommunikativen Stärken ist er eine wichtige Bezugsperson für die Mannschaftskollegen, die aus dem Ausland zu uns kommen“, begründete Sport-Vorstand Fredi Bobic die Entscheidung, sich frühzeitig weiter seine Dienste zu sichern.

          Integrativer Charakter: Fernandes kommt nicht nur mit Schlussmann Kevin Trapp zurecht.

          Der 32-jährige defensive Mittelfeldspieler kann schon heute auf eine bewegte Laufbahn zurückblicken, in der er – mit Ausnahme der spanischen La Liga – ansonsten in allen europäischen Vorzeige-Ligen im Rampenlicht stand. Nach seinem Karrierestart beim FC Sion trug der Sohn kapverdischer Einwanderer unter anderem das Trikot von Manchester City, Udinese Calcio, Sporting Lissabon, dem Sportclub Freiburg und Stade Rennes, ehe es ihn nach Frankfurt zog.

          Sprachtalent und Schlüsselspieler

          Die Anerkennung von Adi Hütter war ihm von der ersten gemeinsamen Übungseinheit an gewiss. Der Trainer überzeugte ihn während der Vorbereitung, als Fernandes Angebote von Mitbewerbern vorlagen, bei einem Vieraugen-gespräch davon, sein Glück weiterhin bei der Eintracht zu suchen. Hütter schätzt neben seinem Sprachtalent, durch das Fernandes viel zur Integration und dem guten Binnenklima beiträgt, die professionelle Einstellung, mit der er sich seitdem im teaminternen Wettbewerb um die Stammplätze so engagiert präsentiert, dass er auf der Sechserposition schwer wegzudenken ist. Für den Coach gehört Fernandes zu den „Schlüsselspielern“ des Teams: „Gelson ist sehr wichtig. Auch weil er die Löcher stopft und die Drecksarbeit macht.“

          Bundesliga
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          Beim Rhein-Main-Nachbarschaftsduell an diesem Mittwoch bei Mainz 05 (20.30 Uhr/live im F.A.Z.--Bundesliga-Liveticker und Sky) wird es vermutlich einige Gelegenheiten geben, in denen es darauf ankommt, dem Gegner mit einer kompromisslosen Zweikampfführung die eigenen Ambitionen zu verdeutlichen. „Ich erwarte ein körperbetontes Spiel“, sagte Hütter. Er hat zuletzt die Absicht geäußert, mit seiner Mannschaft bis zur Winterpause, die nach dem Duell mit dem FC Bayern am Samstag beginnt, dreißig Punkte sammeln zu wollen. Fehlen also noch vier, was bedeutet, dass ihnen keine Niederlage mehr dazwischenkommen sollte.

          Noch kein Sieg in Mainz

          23 Pflichtspiele absolvierte die Eintracht in den vergangenen vier Monaten, wobei trotz allem auch aktuell die meisten Protagonisten erstaunlich fit wirken. „Ich verlange, dass wir immer ans Limit gehen. Wenn der Tank voll wäre, dann hätten wir vielleicht irgendwas nicht richtig gemacht. Wir müssen noch einmal alles rausholen“, umriss Hütter die Marschroute in Mainz. Offen ist, ob er mit einem Dreier-Angriff beginnt, oder den zuletzt wenig zielstrebigen Ante Rebic zunächst draußen lässt. Der Kroate habe gerade „vielleicht nicht die beste Phase, was den Torabschluss betrifft“. Aber ihm imponiere, „wie er arbeitet und sich in den Dienst der Mannschaft stellt“, betonte Hütter.

          An Rebics Stelle könnte – wie am Wochenende – Mijat Gacinovic hinter dem Sturm-Duo Sébastien Haller/Luka Jovic beginnen. Bei den jüngsten Siegen über Lazio Rom und Leverkusen (jeweils 2:1) gab auch in Hütters Augen die konditionelle Verfassung den Ausschlag zugunsten seiner Auswahl. Dafür sorgten nötige Regenerationsphasen, „um die Spieler auf die Stunde genau wieder so auf den Platz zu bringen, dass sie marschieren können“. In der Einstimmung auf die Auseinandersetzung mit Bayer 04 habe er beispielsweise nach Rücksprache mit den Spielern lieber einen Spaziergang unternommen und das Training ausfallen lassen. Während sein Vorgänger Niko Kovac großen Wert auf Blutwerte legte, um die Belastung zu steuern, setzt Hütter eher auf die Eigenverantwortung der Profis und sein Fingerspitzengefühl. Das Team sei physisch „in einem Top-Zustand“, sagte er. Das stimme ihn optimistisch für den Schlussspurt des Jahres.

          In Mainz gab es in der Bundesliga-Historie für die Frankfurter noch keinen Sieg; dafür fünf Niederlagen und fünf Unentschieden. „Es gilt das Ziel, dass man versucht, die Serie zu brechen. Dafür brauchen wir ein sehr gutes Spiel“, sagte Hütter. Fernandes stimmte ihm in dieser Einschätzung zu. „Wenn wir keine 120 Prozent geben, sind wir eine normale Mannschaft.“ Er hielt sich zudem bei der Frage, ob es für ihn nun, da sein langfristiger Verbleib gesichert ist, eine sportliche Sehnsucht gibt, die er mit der Eintracht noch stillen will, zurück. „Der Enthusiasmus im Verein und in der Stadt ist groß. Wir wollen versuchen, etwas Großes zu erreichen“, sagte Fernandes – und fügte wohlweislich hinzu: „Im Dezember hast du noch gar nichts erreicht.“

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