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Salafismus-Verdacht : Darmstadt 98 und Änis Ben-Hatira trennen sich

Keine Zukunft bei Darmstadt 98: Änis Ben-Hatira. Bild: dpa

Nach Kritik an seinem Engagement für eine islamische Hilfsorganisation wehrte sich Änis Ben-Hatira und sprach von „Verleumdung“. Nun trennt sich Darmstadt 98 von seinem Spieler.

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          Der SV Darmstadt 98 hat sich von seinem Spieler Änis Ben-Hatira getrennt. Hintergrund ist dessen Engagement für die islamische Hilfsorganisation „Ansaar International“, über die der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz urteilt, sie sei „fest mit der deutschen Salafisten-Szene verwoben“.

          Christian Kamp
          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          In einer Mitteilung des Fußball-Bundesligaklubs vom Mittwoch hieß es, die Trennung sei „einvernehmlich“ erfolgt. „Nach Analyse der Gesamtsituation macht eine weitere Zusammenarbeit für beide Seiten keinen Sinn mehr“, erklärte Vereinspräsident Rüdiger Fritsch. „Der SV 98 beurteilt Ben-Hatiras privates humanitäres Hilfsengagement wegen der Organisation, der er sich dabei bedient, als falsch.“

          Am Wochenende hatten Darmstädter Fans eine klare Positionierung des Vereins gefordert, Ben-Hatira verteidigte sein Engagement und bezeichnete die Berichterstattung als „Verleumdung“. Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) rief Sportorganisationen und Vereine unterdessen dazu auf, sich entschlossener als bisher von salafistischem Gedankengut zu distanzieren. Beuth sagte, „wir dürfen nicht akzeptieren, dass sich herausragende Persönlichkeiten für Extremisten zur Verfügung stellen“.

          Nach Art der Kampagnen gegen Rechtsextremismus und gegen Drogenmissbrauch, an denen sich Sportler beteiligt haben, wünscht er sich eine groß angelegte Kampagne gegen Islamismus. Mit Bezug auf den Fall Ben-Hatira sagte der Minister, er freue sich, „wenn der Sport Zeichen setzt“.

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