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Debatte beim FC Bayern : Der Ärger des Robert Lewandowski

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„Man konnte sehen, dass wir Probleme haben“: Robert Lewandowski Bild: Picture-Alliance

Die Niederlage im Supercup ist ein Wirkungstreffer für die Münchner. Nach dem 0:2 in Dortmund redet sich Robert Lewandowski den Frust von der Seele. Auch andere sorgen sich. Und der Sportdirektor wirkt genervt.

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          Robert Lewandowski hatte Redebedarf. Durch die Niederlage im ersten Kräftemessen mit Herausforderer Borussia Dortmund sah sich der Torjäger des FC Bayern München in seiner Forderung nach neuen Spielern bestätigt. Und so suchte der Pole nach dem 0:2 (0:0) im Supercup in Dortmund im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen die Mikrofone und befeuerte die Qualitätsdiskussion weiter.

          Bundesliga

          „Man konnte sehen, dass wir Probleme haben“, klagte Lewandowski sichtlich verärgert: „Die jungen Spieler, die auf der Bank waren, haben Potential – das stimmt. Aber manchmal braucht man einfach Spieler, die sofort helfen können oder der Mannschaft einen Impuls geben können“. Die Niederlage beim BVB zeigte zwei Wochen vor dem Bundesliga-Start die Schwächen des Serienmeisters offen auf. Vor allem die, von der Bank kaum nachlegen zu können. Leroy Sané, der angeblich kurz vor der Unterschrift in München stehen soll, sich aber am Sonntag im englischen Supercup verletzte, könnte mit Sicherheit auch nur ein Teil der Lösung sein.

          Lewandowski hatte bereits vor zwei Wochen in Los Angeles Klartext zum großen Bayern-Sommerthema geredet und Verstärkungen gefordert. „Meine Meinung bleibt genauso“, bekräftigte der 30-Jährige nun: „Denn heute konnte man sehen, was passiert, wenn wir nur eine bestimmte Anzahl an Profispielern haben.“

          Auch Führungsspieler Joshua Kimmich ließ große Sorge durchblicken, dass dieser Kader den hohen Ansprüchen der Bayern genügt. „Das war ein Stück weit naiv, fehlende Konzentration – und dann auch fehlende Qualität“, analysierte der Nationalspieler, dessen Frust auch bei einem nur mit Gelb geahndeten Tritt gegen Jadon Sancho erkennbar war: „Es war ja nicht so, dass Dortmund uns hergespielt hat. Sie haben gewonnen, weil sie weniger schlecht waren. Sie haben auf Fehler gewartet. Und wir waren naiv genug, sie zu machen.“

          Manuel Neuer beschwichtigte, der Supercup sei „Teil der Vorbereitung, deshalb darf man das nicht überberwerten“. Doch dies ließ Kimmich nicht gelten. „Wir stellen uns jetzt nicht hin und sagen, es war ja nicht so wichtig.“ Auf die Frage, wie viel der FC Bayern noch auf dem Transfermarkt tun müsste, antwortete Kimmich: „Ich habe ja schon ein paar Sachen zu unserem Kader gesagt.“ Durchaus kritische. Der Hinweis, er und seine Kollegen hätten „großes Vertrauen in unseren Verein“ war wohl eine nett verpackte Aufforderung zum Handeln.

          Der damit indirekt angesprochene Sportdirektor Hasan Salihamidzic wirkte genervt von den ständigen Nachfragen zu diesem Thema und antwortete betont einsilbig. „Dass wir was machen müssen, wissen wir ja“, sagte er. Die Erkenntnis fällt auch nicht schwer. Obwohl in Serge Gnabry, Javi Martínez und Lucas Hernández nur drei Stars fehlten, erschien das Aufgebot am Samstag wie ein echter Rumpf-Kader.

          Die sieben Reservespieler neben dem erfahrenen Ersatztorhüter Sven Ulreich – Alphonso Davies, Renato Sanches, Benjamin Pavard, Ron-Thorben Hoffmann, Ryan Johansson, Sarpreet Singh und Jann-Fiete Arp – brachten es im Durchschnitt auf 19,8 Jahre und die Erfahrung von 17,3 Bundesliga-Spielen.

          Auch Trainer Niko Kovac hatte in der Sommerpause darauf hingewiesen, dass der Kader selbst nach den Zugängen von Hernández, Pavard und Arp dünn besetzt sei. Am Samstag konzentrierte er sich auf die Analyse, dass „wir noch viel Arbeit vor uns haben“. Der BVB, der den Titel forsch als Ziel ausgegeben hat, habe „eine Klasse-Mannschaft, die dieses Jahr viel erreichen möchte. Aber wir haben noch zwei Wochen, da möchten wir uns strecken.“

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