https://www.faz.net/-gtm-11xa9

Transfermarkt : Kaufhaus Bundesliga

  • -Aktualisiert am

Freut sich auf eine neue Herausforderung in LeverKusen: der einstige Europameistermacher Angelos Charisteas Bild: ddp

Während der Winterpause hieß es, Spielerverpflichtungen zu dieser Jahreszeit seien selten sinnvoll. Die hektische Betriebsamkeit in den letzten Stunden der Transferperiode führte diese These ad absurdum: Es herrschte reges Kommen und Gehen.

          Während der Winterpause haben viele Manager der Fußball-Bundesliga immer wieder darauf hingewiesen, dass Spielerverpflichtungen zu dieser Jahreszeit nur selten sinnvoll seien, und begründeten damit ihre Zurückhaltung. Nur Profis, die spielerisch oder charakterlich in ihren Vereinen Schwierigkeiten hätten, seien auf dem Markt, die Guten und Erfolgreichen müssten teuer aus den Verträgen herausgekauft werden. Der Sommer sei die Haupteinkaufszeit.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Die hektische Betriebsamkeit in den letzten 40 Stunden der Transferperiode führt diese These ad absurdum. Um Mitternacht endete die Möglichkeit, für diese Saison den Kader noch einmal zu verbessern oder zu entschlacken. Und mit jeder Minute, die verrann, wurde der Entscheidungsdruck um so viel größer, dass viele sich nicht mehr beherrschen konnten.

          So schraubten die Bundesligaklubs im Winterschlussverkauf die Ausgaben für neue Spieler auf 19,4 Millionen Euro hoch. Das ist die zweithöchste Summe, die zur Halbzeit einer Saison jemals ausgegeben wurde. Allerdings wurde die Rekordsumme von 48 Millionen Euro aus dem vergangenen Winter bei weitem nicht erreicht. Bei der Gesamtinvestition für die laufende Spielzeit blieben die Erstligavereine hingegen mit 185,15 Millionen Euro nur knapp hinter dem Spitzenwert aus dem Vorjahr (194,38 Millionen Euro).

          Schicksal eines Problemspielers: der einstige Frankfurter Hoffnungsträger Albert Streit wird von Schalke nach Hamburg verliehen

          Besonders umtriebige Hamburger

          Der Hamburger SV hat die größten Nachjustierungen beim Personal vorgenommen, befähigt durch die 19 Millionen Euro Ablösesumme für Nigel de Jong, mit denen der reiche Premier-League-Klub Manchester City die HSV-Kassen überflutete. „Wir müssen noch mehr tun“, hatte HSV-Trainer Jol als Parole ausgegeben, Das Zwischenresultat am Montagnachmittag: sechs Neuzugänge. So einigte sich die Klubführung mit Schalke 04 auf die Modalitäten eines Leihgeschäfts mit Albert Streit. Der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler absolvierte in der laufenden Spielzeit nur vier Bundesligaspiele, eines davon von Beginn an. Zudem kam er einmal im Uefa-Cup zum Einsatz. Streit hatte immer wieder seine persönlich unbefriedigende Situation beklagt und mit der Forderung auf mehr Arbeitszeit für Unruhe gesorgt.

          Am Montag fixierten die Hamburger drei weitere Verträge schriftlich: Mikael Tavares (26, Slavia Prag) erweitert das HSV-Aufgebot für 1,5 Millionen Euro, Khalid Sinouh (33) ein marokkanischer, vereinsloser Torwart, den Jol aus Waalwijk kennt, kommt ablösefrei bis Sommer, und Michael Gravgaard (30) wird vom FC Nantes ausgeliehen. Der bis Sommer befristete Kontrakt mit dem dänischen Innenverteidiger (18 A-Länderspiele) wurde kurzfristig nötig: Abwehrspieler Bastian Reinhardt hatte sich am Freitag einen Bruch des Mittelfußes zugezogen und muss drei Monate pausieren. Der 1,87 Meter große Gravgaard hat in der französischen Ligue 1 im ersten Halbjahr 14 Partien von Beginn an bestritten. Zuvor hatte sich der HSV schon mit dem Venezolaner Tomas Rincon und dem Mönchengladbacher Marcel Ndjeng verstärkt, den der neue Borussen-Trainer Hans Meyer ausgemustert hatte.

          Abschiebungen bei Schalke

          Die Schalker entschieden sich am Montag, nach Albert Streit auch Mittelfeldspieler Fabian Ernst abzugeben. Der frühere Nationalspieler wechselt zu Besiktas Istanbul. Die Ablösesumme für den 29 Jahre alten Profi, der seit 2005 in Gelsenkirchen spielte, wird auf 4,5 Millionen Euro geschätzt. Dagegen bezeichnete Schalke-Manager Andreas Müller den Stürmer Kevin Kuranyi als „unverkäuflich“. Kuranyi hatte in einem Interview mit dem Magazin „Kicker“ für Verwirrung gesorgt, als er sagte: „Ich habe das Gefühl, man will nicht mit mir verlängern, sondern mich lieber verkaufen.“

          Bayer Leverkusen entschloss sich zwei Tage nach der Verpflichtung des Juniorennationalspielers Toni Kroos von Bayern München zu einem griechischen Stürmertausch. Der Verein gab den früheren Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas an den englischen Erstligaverein FC Portsmouth ab und ersetzte ihn durch Angelos Charisteas vom 1. FC Nürnberg. Leverkusen lieh den 28 Jahre alten Stürmer, der Griechenland 2004 zum Europameistertitel schoss, bis zum Sommer aus. Auch Gekas verlässt Bayer zunächst auf Leihbasis, Portsmouth besitzt jedoch eine Kaufoption für den Stürmer, der sich in dieser Saison nicht gegen seine Kollegen Kießling und Helmes durchsetzen konnte und nur 175 Minuten in der Bundesliga spielen durfte. Leverkusen verstärkte sich zudem mit dem ehemaligen Berliner Torwart Gabor Kiraly vom englischen Zweitligaverein FC Burnley und Thomas Zdebel vom VfL Bochum. Beide erhielten zunächst Verträge bis zum Saisonende.

          Wechselfieber in Hannover

          Auch bei Hannover 96 gab es in den letzten Stunden der Transferperiode eine wichtige Veränderung. Spielmacher Szabolcs Huszti unterschrieb am Montag einen Vierjahresvertrag beim Uefa-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg. Der 25 Jahre alte ungarische Nationalspieler war 2006 vom FC Metz nach Hannover gekommen. Der Bundesligaklub erhält eine Ablöse von drei Millionen Euro, im Sommer hätte Huszti ablösefrei wechseln können.

          Für den Ungarn verpflichteten die Niedersachsen den polnischen Nationalspieler Jacek Krzynowek vom VfL Wolfsburg. Der 32 Jahre alte Profi spielt wie Huszti im linken Mittelfeld. Krzynowek erhielt einen Vertrag bis 2010. Zwei Tage zuvor hatte Hannover schon Leon Andreasen für geschätzte 2,5 Millionen Euro vom FC Fulham geholt. In der Bundesliga ist vom 19. Spieltag an eine Menge neu.

          Weitere Themen

          Fortuna fit trotz Verletzungen Video-Seite öffnen

          Rheinderby gegen Gladbach : Fortuna fit trotz Verletzungen

          Im Rheinderby treffen die Düsseldorfer am Sonntag auf Borussia Mönchengladbach, die am Donnerstag in der Europa League eine 0:4-Heimniederlage verkraften mussten. Trotz Verletzungspech freut sich Trainer Funkel auf das Spiel.

          Topmeldungen

          Fast-Fashion-Tracht : Dirndl für alle

          Eine große Modekette entdeckt das Oktoberfest für sich – mit günstigen Trachten für die Massen. In München kommt das nicht gut an.
          Die meisten Manager finden ihren Job heute schwerer als früher (Symbolbild).

          Studie : Fast niemand will mehr Manager werden

          Es breitet sich die Manager-Müdigkeit aus: Beruflich wollen in Zukunft nur noch wenige eine Führungsposition übernehmen, wie eine neue Studie zeigt. Die Autoren mahnen die Unternehmen auf zu handeln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.