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Trainerwechsel : Der neue Mann hat keine magischen Kräfte

  • -Aktualisiert am

Entzaubert: die vermeintlichen Wundertrainer Magath (l) und Daum Bild: dpa

Wer gewinnt, ist gut, wer verliert, ist schlecht: diese Gleichung ist zu simpel, um Allgemeingültigkeit haben zu können. Diese Saison zeigt: Trainerwechsel bringen nicht viel, außer Unruhe.

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          Die Kraft des akuten Trainerwechsels wird überschätzt. Wenn es dazu noch der Beweise bedurft hätte, werden sie in dieser Saison geliefert. Nur Ralf Rangnick als Nachfolger von Felix Magath bei Schalke 04 und Frank Schaefer als Nachfolger von Zvonimir Soldo beim 1. FC Köln können für sich in Anspruch nehmen, eindeutig positiv gewirkt zu haben.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Der Stuttgarter Bruno Labbadia, der Gladbacher Lucien Favre und der Hamburger Michael Oenning weisen zwar auch leicht bessere Bilanzen als ihre Vorgänger auf, aber von einem durchschlagenden Erfolg kann man beim besten Willen nicht sprechen, zumal eine gewisse Besserung auch mit den alten Trainern hätte eintreten können. Theoretisch.

          Dafür erwiesen sich die neuen Chefs Jens Keller, Marco Pezzaiuoli, Pierre Littbarski, Felix Magath und Christoph Daum als Flops. Dass die Neulinge Keller, Pezzaiuoli und Littbarski nicht in der Lage waren, den Karren, den sie vorfanden, aus dem Dreck zu ziehen, war keine Überraschung. Aber dass die Meistertrainer, denen manche magische Kräfte zusprechen, ihre Klubs VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt nicht aus der Abstiegszone bringen, zeigt die Fragwürdigkeit der alten Fußballweisheit: Neue Besen kehren gut.

          Flop: Littbarski in Wolfsburg

          Natürlich muss ein Wechsel her, wenn ein Trainer seine Spieler nicht mehr erreicht, wenn das Vertrauensverhältnis gestört ist. Aber die Personalie vor allem von den aktuellen Ergebnissen abhängig zu machen, erweist sich immer häufiger als Fehler. Vor der Notoperation muss eine genaue Diagnose gestellt werden.

          Denn genauso wie neuverpflichtete ausländische Stars erst integriert werden müssen, um ihre ganze Leistungsfähigkeit in den Dienst der Mannschaft stellen zu können, müssen sich Trainer und Profis erst aneinander gewöhnen, um die beste Wechselwirkung zu erzielen. Wer gewinnt, ist gut, wer verliert, ist schlecht: diese Gleichung ist zu simpel, um Allgemeingültigkeit haben zu können.

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