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Krise beim VfB Stuttgart : „Das macht schon angst und bange“

  • Aktualisiert am

Und nun? Beim VfB Stuttgart muss sich einiges ändern, um nicht abzusteigen. Bild: Picture-Alliance

Der VfB hat in dieser Saison schon den Trainer gewechselt. Nach dem desaströsen Start in die Rückrunde steht auch Markus Weinzierl auf der Kippe. Für das nächste Spiel bekommt er dennoch eine Jobgarantie.

          Der stark unter Druck geratene Markus Weinzierl bleibt Trainer beim VfB Stuttgart. „Er wird heute das Training leiten, er wird auch in dieser Woche das Training leiten, und er wird gegen Leipzig auf der Bank sitzen“, sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke am Montag in Stuttgart. Kurz darauf stand Weinzierl mit den Profis auf dem Platz und nahm seine Arbeit wieder auf. Tags zuvor hatten die Schwaben 0:3 bei Fortuna Düsseldorf verloren. „Das war ein Rückschlag für uns alle“, sagte Reschke und sprach von einer „heftigen und bitteren Niederlage“. Als Tabellensechzehnte hat der VfB drei Punkte Rückstand auf den FC Augsburg, der den rettenden Rang 15 belegt. Aufgrund der sportlichen Krise und nur drei Siegen in 14 Partien unter Weinzierl wurde bereits über einen Nachfolger spekuliert.

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          Auch Kaderplaner Reschke war zuletzt in die Kritik geraten. Fragen zu seiner eigenen Zukunft wies er jedoch zurück. „Meine persönliche Zukunft ist im Moment vollkommen uninteressant. Es geht nur um den VfB Stuttgart und darum, die schwierige Situation zu meistern“, sagte Reschke. 

          Maurizio Gaudino, 1992 Meister mit dem VfB, stellte am Sonntagabend in der Sendung „Sport im Dritten“ im SWR Fernsehen fest: „Das macht schon angst und bange.“ Stuttgarts Verantwortliche hatten sich nach der 0:3-Niederlage bei der Fortuna mit Statements zurückgehalten. Das sei, sagte der 52-Jährige, „kein gutes Zeichen“. Der Trainer sei immer das schwächste Glied, man könne auch nicht 22 Spieler austauschen. „Da muss was in den Spielerköpfen passieren, aber letztendlich ist da der Trainer immer der Leidtragende“, sagte Gaudino. „Den Trainer zu entlassen, ist immer der letzte Trumpf, um abzulenken!“ Doch noch ist es nicht so weit.

          Bei den Schwaben entscheidet über die Trainer-Frage der Präsidialrat mit Klub-Chef Wolfgang Dietrich (70) an der Spitze. „Ist es der ganz große Knall – mit einem Abgang von Coach und Sportvorstand? Ganz egal, wie sich die hohen Herren unter dem roten Dach nun entscheiden: Der nächste Entschluss muss sitzen – es geht um nicht weniger als die Zukunft des VfB Stuttgart“, kommentierte die „Stuttgarter Zeitung“ die Lage beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligaverein.

          Der VfB hatte sich in Düsseldorf desaströs präsentiert. Der 44 Jahre alte Weinzierl hatte nach dem siebten Spieltag die Nachfolge von Tayfun Korkut angetreten, die Talfahrt aber bislang nicht stoppen können. Unter seiner Führung gelangen den Stuttgartern nur drei Siege und ein Unentschieden, zehn Ligaspiele dagegen verlor das Team. „Die Zwischenbilanz ist unerfreulich und absolut enttäuschend“, sagte Reschke. „Unser aller Aufgabe ist es, die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Wir dürfen uns jetzt nicht selbst zerfleischen.“

          „Man sieht, dass unsere Mannschaft nicht vor Selbstvertrauen strotzt und dass die Jungs mit der aktuellen Situation zu kämpfen haben. Es gilt jetzt, so schnell wie möglich eine Reaktion zu zeigen“, sagte Weinzierl nach der Begegnung, die von dem einen oder anderen als sein Job-Endspiel eingestuft worden war. Sportvorstand Reschke hielt sich am Sonntag zunächst mit Äußerungen zurück, ehe es am Montag ein Bekenntnis zu Weinzierl gab. 

          Als Tabellensechzehnter hat der VfB nur einen Punkt Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz und liegt nur drei Zähler vor Schlusslicht 1. FC Nürnberg. „Wenn wir so weiterspielen, kann es in die zweite Liga gehen“, sagte VfB-Torwart Ron-Robert Zieler. Kapitän Christian Gentner sagte: „Unser Auftritt ist nicht zu erklären und nicht zu entschuldigen. Die Enttäuschung ist riesig, wir haben eine riesige Möglichkeit weggeschenkt und noch mehr Selbstvertrauen verloren.“ Nächste Aufgabe der Stuttgarter ist das schwere Heimspiel gegen den Tabellenvierten RB Leipzig am Samstag. 13 Spiele bleiben den Schwaben noch, um die Abstiegsgefahr zu bannen und zumindest die drei Punkte Rückstand auf den Tabellen-15. FC Augsburg aufzuholen. Dort übrigens erlebte Weinzierl seine erfolgreichste Zeit als Trainer.

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