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Jürgen Klopp : Der schwarz-gelbe Vorhang fällt

  • -Aktualisiert am

Bild: Reuters

Nach großen Erfolgen und einem Absturz in dieser Saison beendet Jürgen Klopp seine Zeit als Trainer von Borussia Dortmund freiwillig. Die Pressekonferenz, bei der er die Entscheidung begründet, gerät emotional.

          Auf den ersten Blick dominierte rund um das größte deutsche Stadion die Sonne. Sie verlieh der gigantischen Fußball-Bühne einen frühsommerlichen Glanz. Besuchergruppen wurden durch die Arena und durch das Museum geführt und erfuhren so manches über die Geschichte von Borussia Dortmund. Manche von ihnen wussten vielleicht noch gar nicht, dass sie recht nah dran waren, als das Ende einer Ära offiziell verkündet wurde.

          Im Pressezentrum nebenan gab der BVB bekannt, dass für Jürgen Klopp der schwarz-gelbe Vorhang am Ende dieser Spielzeit fallen wird. Nach sieben überwiegend erfolgreichen, teils historisch bedeutsamen Jahren sieht der Fußball-Lehrer keine Zukunft mehr für sich bei dem Verein, den er für einige Jahre an die nationale Spitze und 2013 in das Finale der Champions League geführt hatte. „Wir haben die gemeinsame Entscheidung getroffen, dass der Weg, den wir mit unglaublichem Erfolg gegangen sind, nach dieser Saison zu Ende ist“, sagte Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung.

          Klopps Entscheidung

          Diese „gemeinsame Entscheidung“ hat letztlich Klopp allein getroffen. Sein Vertrag wäre zwar noch bis Juni 2018 gültig gewesen. Doch intern war es immer klar und auch Konsens, dass er bestimmen würde, wann er wirklich ausscheiden werde. Den Maßstab, den er in dieser Frage anlegen werde, hatte Klopp, auch öffentlich, mehrmals genannt: „Sobald ich das Gefühl habe, nicht mehr der perfekte Trainer für diesen außergewöhnlichen Verein zu sein, werde ich es sagen.“ Dieser Zeitpunkt sei nun erreicht. Am Mittwoch legte er das Ergebnis seiner internen Messungen vor. „Dieser Verein hat es verdient, von dem hundertprozentig richtigen Trainer trainiert zu werden. Insofern musste ich diese Entscheidung treffen.“

          Und woran hat er gemerkt, dass die Zeit, die Umstände diesen Entschluss erfordern? Zuerst spüre man es daran, dass man sich genau diese Frage häufiger stelle als sonst, sagte Klopp. Als er mit sich selbst zu Rate saß, scheint ihm bewusst geworden zu sein, dass er am Ende einer epochalen Schaffensperiode nicht als derjenige dastehen wollte, der eine Entwicklung blockiere. Wenn diese Gefahr bestehe, müsse „ein großer Kopf rollen“, sagte er, „in diesem Fall ist es meiner“.

          Watzke war den Tränen nahe

          Das Bild wirkte ein wenig schief, weil rollende Köpfe in Wirtschaft, Politik und Sport als Metapher dafür stehen, dass jemand gegen seinen Willen den Weg frei machen muss für etwas Neues. So war es in Dortmund nicht. Geschäftsführer Watzke wirkte gezeichnet, den Tränen nahe – nicht nur, als er stockend den bevorstehenden Abschied von einem Trainer verkündete, der in Dortmund zur Lichtgestalt wurde und ähnlich wie Ottmar Hitzfeld eine Legende bleiben wird. Watzke hatte immer damit rechnen müssen, dass Klopp eines Tages sagt, es sei Zeit, Abschied zu nehmen. Aber als es dann so weit war, schien es ihm nahezu gehen, näher, als es im Fußballgeschäft und erst recht bei anderen börsennotierten Unternehmen üblich ist. Watzke äußerte sich immerhin zuversichtlich, dass die Freundschaft, die sich im Laufe der Jahre aufgebaut habe, die berufliche Trennung überdauern werde.

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