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TSG Hoffenheim : Der Mäzen untergräbt des Trainers Autorität

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Vom Mäzen im Stich gelassen: Für Hoffenheims Trainer Markus Gisdol wird es eng Bild: dpa

Der Mäzen mischt sich wieder ein: Dietmar Hopp führt Krisengespräche - und beschädigt damit die Position des Trainers. Markus Gisdol und Sportdirektor Rosen helfen wohl nur noch Siege.

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          Bei 1899 Hoffenheim scheint der mächtige Mäzen Dietmar Hopp keine große Geduld mehr mit Trainer Markus Gisdol zu haben. Der Milliardär hat einige Profis wie Nationalspieler Kevin Volland zu einem Krisentreffen in seinen Golfklub bestellt, wie Gisdol am Mittwoch bestätigte: „Die Spieler haben mich informiert, dass es so ein Gespräch gab. Ich habe es nicht gewusst, aber die Spieler haben es mir gesagt“, erklärte der 46-Jährige auf der turnusgemäßen Pressekonferenz vor der Partie in der Fußball-Bundesliga am Freitag (20.30 Uhr/live in Sky und F.A.Z.-Liveticker) gegen den Hamburger SV. Gisdol stand nach dpa-Informationen bereits in den vergangenen Tagen auf der Kippe.

          Eine Aussprache zwischen ihm und Hopp wiederum gab es nicht. „Wir haben in den letzten Tagen nicht gesprochen, aber das ist nichts Außergewöhnliches“, meinte der Chefcoach. Auf die Frage, ob er noch das Vertrauen der Clubführung spüre, meinte er: „Das kann ich nicht beantworten, weil Gespräche nicht stattgefunden haben.“

          Zu dem Treffen einiger Spieler am Dienstag mit Hopp sagte er achselzuckend: „Dietmar Hopp ist der Boss hier. Er hat jederzeit das Recht, mit jedem zu sprechen.“ Einen Schaden für die Autorität des Trainers nahm Hopp dabei aber wohl billigend in Kauf.

          Neun Spiele und nur ein Sieg

          Hoffenheim steht nach neun Spielen mit nur einem Sieg und sechs Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Sportchef Alexander Rosen hatte gesagt, dass es kein Ultimatum an Gisdol gebe: „Ein Trainerwechsel ist nicht das Allheilmittel.“ Die Zukunft des Sportchefs, der zusammen mit Gisdol 2013 das Zepter bei den Kraichgauern übernommen hatte, gilt jedoch als eng verbunden mit dem Chefcoach.

          Auf die vielen Fragen nach seiner Zukunft reagierte Gisdol im Trainingszentrum in Zuzenhausen gelassen. „Es stockt momentan ein bisschen mehr, als wir uns das wünschen. Die Situation ist wenig erfreulich“, räumte er ein. Er habe aber das Gefühl, dass die Mannschaft etwas zeigen wolle am Freitag, „deshalb bin ich guten Mutes“.

          Der Mäzen wirkt im Hintergrund: Was führt Dietmar Hopp im Schilde

          Auch Volland bestätigte das Gespräch mit Hopp, wollte verständlicherweise aber keine Details preisgeben. „Da geht es um sportliche, nicht um irgendwelche politischen Dinge“, sagte der Angreifer und erklärte: „Die Mannschaft steht vollkommen hinterm dem Trainer, ganz klar.“

          Fitness im Keller

          Hopp selbst hat sich in den vergangenen Wochen nicht zur Misere der Mannschaft geäußert - kein gutes Zeichen. Nach der 2:4-Niederlage zuletzt in Wolfsburg fand aber Mittelfeld-Routinier Eugen Polanski ungewohnt deutliche Worte: „Wir trainieren was anderes, wir sprechen was anderes an, und dann machen drei das und vier das und drei gar nichts. Das ist kein Bundesliga-Niveau.“

          Wie soll es nur weitergehen? Die Spieler Kim und Bicakcic (r.) wirken ratlos

          Viel zu selten konnten die Hoffenheimer in den vergangenen Monaten das pressingbetonte Spiel Gisdols durchbringen. Nachdem kürzlich Kapitän Pirmin Schwegler eingeräumt hatte, dass den Spielern hinten raus schon mal die Puste ausgeht, überraschte nun Volland mit dem Eingeständnis: „Die Werte waren im Sommer nicht gut, sie waren sogar sehr schlecht.“ Offenbar macht den Profis auch die Umstellung auf einen neuen Fitnesstrainer zu schaffen.

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