https://www.faz.net/-gtm-7yel2

Eintracht Frankfurt : Trapp endlich wieder mittendrin

Zurück im Tor: Kevin Trapps erster Auftritt kann sich sehen lassen Bild: Heiko Rhode

Die Eintracht gewinnt das erste Testspiel 2015 mit 2:0 bei Drittligaklub Wehen Wiesbaden. Im Mittelpunkt steht die Rückkehr von Torhüter Kevin Trapp. Pechvogel indes bleibt ein junger Frankfurter Spieler.

          Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Erst das erste Testspiel des Jahres unter freiem Himmel am Freitag in Wiesbaden. Dann der muntere Kick unter dem Dach der Ballsporthalle beim Frankfurter Hallenfußballturnier an diesem Samstag. Und als Höhepunkt der winterlichen Vorbereitung der gut einwöchige Ausflug in das Land der Scheichs am Persischen Golf. Die Eintracht steht schon im ersten Monat des Jahres vor spannenden Tagen, und Trainer Thomas Schaaf muss wieder einmal jonglieren und aus der personellen Not eine Tugend machen.

          So werden Makoto Hasebe und Takashi Inui weiterhin fehlen. Die beiden Japaner, die an der Asienmeisterschaft teilnehmen, gehören als Stammkräfte ebenso zu Schaafs geförderten Profis wie auch Haris Seferovic. Der Schweizer ist derzeit ebenso krank wie der Serbe Aleksandar Ignjovski. Mit beiden freilich rechnet Schaaf, wenn es am Dienstagmittag mit dem Flugzeug in die Vereinigten Arabischen Emirate geht, wo am mittlerweile schon angestammten Winterquartier in Abu Dhabi am Feinschliff für die Rückrunde gearbeitet werden soll.

          Am Freitag durften sich bei dem freundschaftlichen Wettstreit mit dem SV Wehen Wiesbaden Lucas Piazon, der auf der linken Außenbahn einen besonders schwachen Abend erlebte, und Slobodan Medojevic 45 Minuten lang präsentieren. Schaaf hatte für das erste Fußballspiel des Jahres eine Mischung aus jungen und erfahrenen Profis zusammengestellt. Der offensive Allrounder Sonny Kittel wurde überraschenderweise als agile Sturmspitze gegen den Tabellenneunten der Dritten Liga aufgeboten und überzeugte durch Fleiß.

          Der japanische Angreifer Musashi Suzuki, der sich noch bis zum Wochenende in Frankfurt aufhält und die Gelegenheit nutzen will, als Trainingsgast auf Zeit nachhaltige Spuren zu hinterlassen, kam in der zweiten Halbzeit ebenso zu einem Einsatz wie Johannes Flum. Suzuki war es sogar, der dank eines von Thomas Geyer abgefälschten Schusses in der 61. Minute das 1:0 für die Eintracht erzielte. Der eingewechselte Martin Lanig erhöhte nach einer Flanke von Timothy Chandler mit dem Kopf zum 2:0-Endstand (79.). „Der Rhythmus ist noch nicht da. Aller Anfang ist schwer“, sagte Trainer Schaaf trotz des ordentlichen Eindrucks, den sein Team hinterlassen hatte.

          Kevin Trapp: „„Es ist ein Supergefühl“

          4180 Zuschauer in der Wiesbadener Arena sahen ein recht flottes Spiel, in dem die Eintracht den Ton angab. Erfreulich aus Frankfurter Sicht: Erstmals seit seinem Syndesmoseriss, den sich Kevin Trapp im Bundesliga-Geschäft am 23. September beim 2:2 gegen Mainz 05 zugezogen hatte, stand der Keeper wieder im Tor der Eintracht. Der 24 Jahre alte Kapitän zeigte eine Leistung ohne Fehl und Tadel.

          Sowohl beim Schuss des Wiesbadener Spielführers Alf Mintzel (15.) als auch bei der Aktion von Tobias Jänicke (36.) war der umsichtige Trapp auf dem Posten und hatte seinen Anteil, dass die Eintracht-Defensive trotz der Großchance von Luca Schnellbacher (68.) ohne Gegentor blieb. „Es ist ein Supergefühl, wieder auf dem Platz zu stehen“, sagte Trapp. „Ich habe mich die ganze Woche auf dieses Spiel gefreut.“

          „Er wird nicht mit ins Trainingslager fliegen“

          Indes konnte Trainer Schaaf dem talentierten Jungprofi Joel Gerezgiher keine Präsentationsbühne bieten. Der 19 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler hatte sich am Donnerstag im Training einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen, wie Schaaf bestätigte. „Er wird nicht mit in das Trainingslager nach Abu Dhabi fliegen“, sagte Schaaf. Für Pechvogel Gerezgiher hat das neue Jahr also mit einem ähnlichen Tiefschlag wie schon in der vergangenen sommerlichen Vorbereitungsperiode begonnen. Die gesamte Bundesliga-Hinserie nämlich hatte er wegen eines Syndesmoserisses verpasst.

          Während des gut einwöchigen Aufenthalts in den Vereinigten Arabischen Emiraten werden Frankfurter Spieler, Trainer und Funktionäre einiges von Land und Leuten zu sehen bekommen. So wird die Eintracht gleich zweimal in die Oasenstadt Al Ain reisen. Beim ersten Mal, am kommenden Donnerstag, messen sich Schaafs Profis mit dem Hamburger SV, der in Dubai sein Wintercamp bezieht.

          Auch Körbel kommt mit nach Abu Dhabi

          Die Partie, die um 20 Uhr Ortszeit angepfiffen wird (17 Uhr deutscher Zeit), wird live im Hessischen Rundfunk übertragen. Vom zweiten Ausflug nach Al Ain wird es keine bewegten Livebilder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen geben. Immerhin: Die Abonnenten des Eintracht TV können aus der Ferne mitverfolgen, wie sich der Tabellenneunte der Fußball-Bundesliga am Sonntag (20 Uhr Ortszeit, 17 deutscher Zeit) gegen den Al Ain FC schlägt.

          Neu ist auch, dass die Eintracht weitere Botschafter in ihrem Tross haben wird. So wird erstmals Bundesliga-Rekordspieler Karl-Heinz Körbel mit seiner Fußballschule die Reise nach Abu Dhabi mitmachen. Zu Körbels Team zählt unter anderem das Torhüter-Urgestein Oka Nikolov. Die Eintracht-Fußballschule wird Fußballcamps in Schulen veranstalten und soziale Projekte unterstützen. Damit liegt man auf Kurs mit dem, was Finanzvorstand Axel Hellmann während des ersten Trainingslagers vor zwei Jahren als Strategie ausgegeben hatte: „Wir wollen in der arabischen Welt Spuren hinterlassen. Das geht aber nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt.“

          Weitere Themen

          Fortuna fit trotz Verletzungen Video-Seite öffnen

          Rheinderby gegen Gladbach : Fortuna fit trotz Verletzungen

          Im Rheinderby treffen die Düsseldorfer am Sonntag auf Borussia Mönchengladbach, die am Donnerstag in der Europa League eine 0:4-Heimniederlage verkraften mussten. Trotz Verletzungspech freut sich Trainer Funkel auf das Spiel.

          Topmeldungen

          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.
          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.