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FSV Mainz 05 : Adler ist „Feuer und Flamme“

  • -Aktualisiert am

Von der Elbe an den Rhein: René Adler trägt ab sofort das Trikot von Mainz 05. Bild: Picture-Alliance

Mit der Verpflichtung von René Adler gelingt Mainz 05 ein echter Coup. Der frühere Nationaltorwart erhält einen Vertrag über zwei Jahre. Sein Kauf ist auch ein Signal an die bisherige Nummer eins.

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          Als René Adler am Ende der vergangenen Saison bekanntgab, seinen Vertrag beim Hamburger SV nicht zu verlängern, schien als nächster und womöglich letzter Karriereschritt zweierlei denkbar: Entweder der 32-Jährige würde ins Ausland wechseln oder beim FC Bayern die Nummer zwei hinter Manuel Neuer werden. Was wohl niemand auf der Rechnung hatte, war ein Engagement beim FSV Mainz 05 – doch das ist seit Donnerstag fix: Der frühere Nationaltorhüter hat bei den Rheinhessen einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

          „Der Kontakt ging von unserer Seite aus“, berichtet 05-Sportdirektor Rouven Schröder. „Wenn eine solche Konstellation auf dem Transfermarkt entsteht, macht man sich schon mal Gedanken.“ Auch Sandro Schwarz sei von dieser Option angetan gewesen. Dabei war Trainer und Manager bewusst, „dass sich René wahrscheinlich Alternativen boten, die sich sportlich und wirtschaftlich in anderen Sphären bewegten“. Eine Einschätzung, die Adler auf seiner Facebook-Seite bestätigt: „Natürlich gab es auch lukrativere Angebote, zum Beispiel aus dem Ausland.“

          „Was wir tun konnten, war, dem Spieler unser Projekt näherzubringen und unsere Möglichkeiten aufzuzeigen“, sagt Schröder. „Wir haben schnell gemerkt, dass René Feuer und Flamme ist.“ Dabei habe sich Adler finanziell komplett auf die Mainzer Rahmenbedingungen eingelassen. „Niemand muss Sorge haben, dass wir wirtschaftliches Harakiri begehen“, betont der Sportdirektor. Adler selbst teilt mit, ihm seien „vor allem Wertschätzung und Respekt wichtig, und der FSV hat mir ab der ersten Minute das Gefühl gegeben, dass er mich unbedingt will. Das hat mit sehr imponiert“.

          Mit der ersten Neuverpflichtung in diesem Sommer ist den 05-Verantwortlichen also ein Coup gelungen. An den Bruchweg kommt ein Torhüter, der auf 255 Bundesligaspiele für Bayer Leverkusen und den HSV sowie 13 Einsätze in der deutschen Nationalmannschaft zurückblickt – die WM in Südafrika hätte er 2010 als Nummer eins des DFB bestritten, hätte ihn nicht eine Verletzung um die Teilnahme gebracht. Dass Adler zudem nach seinen fünf Hamburger Jahren im Abstiegskampf gestählt ist, dürfte allerdings ein Erfahrungsschatz sein, auf den der Tabellenfünfzehnte der vorigen Saison nicht unbedingt zurückgreifen möchte. Im Gegenteil: Adler soll dazu beitragen, die in der vergangenen Hinrunde wacklige Hintermannschaft zu stabilisieren.

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          Klar ist auch, dass Schröder mit der Verpflichtung „eines der seit vielen Jahren leistungsstärksten Torhüter in Deutschland“ ein Signal an den im vorigen Sommer nach Mainz gekommenen Jonas Lössl aussendet. Schwer vorstellbar, dass die 05er mit Adler, dem Dänen und Jannik Huth, im Laufe der vergangenen Rückrunde zum Stammkeeper avanciert, in die Saison gehen werden. Zumal sie ja auch noch Florian Müller haben. „Jonas hat noch einen Vertrag bei uns, er ist charakterlich top, und er hat eine solide erste Bundesligasaison bei uns gespielt“, sagt Schröder. Die Frage ist, ob „solide“ für einen 28-Jährigen gut genug ist. Dieses Fass macht der Manager nicht auf. „Jonas ist mir in der öffentlichen Betrachtung zu negativ weggekommen“, sagt er vielmehr. „Aber jeder einzelne Spieler muss damit rechnen, dass auf seiner Position ein härterer Konkurrenzkampf entsteht. Wir werden mit Jonas sprechen und hören, wie er seine Lage jetzt sieht.“

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