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Zweite Bundesliga : Wehen hart getroffen – Bielefeld wie im Rausch

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Jubel um Jubel um Jubel: Die Profis von Arminia Bielefeld hatten gegen Regensburg allen Grund zur Freude. Bild: dpa

Gegen Regensburg siegt die Arminia deutlich. Hannover setzt sich auch in Unterzahl durch und hat dabei Glück, dass Torhüter Ron-Robert Zieler auf seinem Posten ist. Bochum befreit sich.

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          Auf die genaue Anzahl der Torchancen, die sich der SV Wehen Wiesbaden am Sonntag in den insgesamt 94 Spielminuten gegen den VfL Bochum erspielt hatte, wollte sich Stürmer Manuel Schäffler hinterher nicht festlegen. Es war auch schwer, eine genau zutreffende Einschätzung abzugeben, denn den Hessen hatten sich jede Menge gute Möglichkeiten geboten. Von denen sie beim 0:1 zu Hause jedoch alle in einem Akt grober Fahrlässigkeit vergaben.

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          Verkehrte Welt in Wiesbaden: „Bisher war es unsere Stärke, aus wenig viel zu machen. Heute war es genau umgekehrt: Wir hatten Chancen en masse“, beklagte Torhüter Heinz Lindner. Nur heraus kam diesmal: nichts. Die Bochumer, die im Vergleich weniger Torgefahr ausstrahlten, hingegen krönten ihre Effizienz mit dem Siegtor von Simon Zoller nach 39 Minuten. Ihr erster Erfolg in der Rückrunde der zweiten Liga nach drei Niederlagen hintereinander ließ sie mit nun 23 Punkten auf Rang 14 vorrücken. Dafür fielen die Wiesbadener (21 Punkte) um einen Platz wieder auf den Relegationsrang 16 zurück. Dieser Misserfolg wog schwer.

          Ein empfindlicher Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib, der Rüdiger Rehm trotzdem nicht sonderlich beeindruckte. Der Wiesbadener Vorkämpfer auf der Trainerbank zählt es zu seinen Stärken, mit festem Glauben an das Gute die Richtung vorzugeben. „Wir sind hart getroffen, weil wir eigentlich eine gute Leistung gezeigt haben. Es fühlt sich extrem schlimm an. Ich glaube nicht, dass wir in dieser Saison schon einmal so viele Chancen in einem Spiel hatten“, sagte er. „Doch den Schmerz werden wir ertragen. Am Montag stehen wir wieder mit Vollgas auf.“ Rehm fügte noch hinzu, dass sinngemäß nichts passiert sei, der „Marathon“ im sportlichen Überlebenskampf gehe weiter.

          Diskussionsstoff: Wiesbadens Trainer Rüdiger Rehm beim Spiel gegen Bochum

          Gegen den angeschlagenen Konkurrenten aus dem Westen hätten die Wiesbadener nach sieben Punkten aus drei Spielen allerdings einen wichtigen Schritt nach vorne machen können. Ihr konsequenter Zug zum Bochumer Tor dokumentierte besonders in der ersten Halbzeit das neu gewonnene Selbstbewusstsein. Schon nach 20 Minuten hatte Rehm drei gute Torchancen seines Teams zur Kenntnis genommen. Doch Maximilian Dittgen gleich zweimal und Stefan Aigner fanden ihren Meister jeweils im Bochumer Torhüter Manuel Riemann, der zum Leidwesen des Gegners groß aufspielte. Auch in der 58. Minute schaffte es Schäffler vor 5400 Zuschauern aus aussichtsreicher Position nicht, den Ball am besten Bochumer vorbei zum Ausgleich in das VfL-Tor zu befördern.

          „Die Möglichkeiten nicht genutzt zu haben – das ist der einzige Vorwurf, den wir uns heute machen müssen“, sagte der Wiesbadener Torjäger (zwölf Saisontreffer), der in der Rückrunde noch ohne Erfolgserlebnis ist. Zumindest seinen zweiten Saisontreffer hätte Paterson Chato erzielen können. Doch der Kopfball des defensiven Mittelfeldspielers kurz vor der Halbzeitpause landete an der Latte. So bezahlten die Wiesbadener ihren betriebenen Chancenwucher teuer, zu dem auch der eingewechselte Angreifer Törles Knöll in der zweiten Spielhälfte mit seiner Abschlussschwäche beitrug.

          Ganz ohne Torgelegenheiten waren auch die Bochumer nicht. In dieser Kategorie machte besonders Silvere Ganvoula auf sich aufmerksam, der aus allen Lagen schoss und in der 27. Minute Pech hatte, weil der Wiesbadener Verteidiger Benedikt Röcker dessen Schuss vor der Linie abwehrte. Immerhin ging dem Siegtor von Zoller ein Schuss des Kongolesen voraus, den Lindner abprallen ließ. „Schade. So ein Spiel wie heute darfst du nicht verlieren“, sagte Lindner.

          Bielefeld mit Torfestival

          Arminia Bielefeld hielt dem Druck der Favoriten derweil souverän stand und steht auch nach dem 21. Spieltag an der Spitze der zweiten Fußball-Bundesliga, im Tabellenkeller holte auch Traditionsklub Hannover 96 einen befreienden Erfolg. Bielefeld bejubelte am Sonntag gegen Verfolger Jahn Regensburg beim 6:0 (2:0) einen Kantersieg, mit 41 Punkten liegt die Arminia weiter vor dem Hamburger SV (40) und dem VfB Stuttgart (38).

          Den ersten Erfolg seit Anfang Dezember erzielte Erstliga-Absteiger Hannover mit dem 3:1 (1:0) in Unterzahl bei der SpVgg Greuther Fürth, die damit vorerst den Anschluss an die Spitzenteams verlor. Hannover entfernte sich als 13. ein wenig von der Abstiegszone.

          Cebio Soukou (15.), Joan Edmundsson (35.), Manuel Prietl (65.), Reinhold Yabo (87.) und Cedric Brunner (90.) erzielten die Treffer für Bielefeld, dazu kam ein Eigentor von Marcel Correia (86.). Es war die eindrucksvolle Reaktion auf die Siege des HSV (2:0 gegen Karlsruhe) und der Stuttgarter (3:0 gegen Aue) am Samstag.

          Für Hannover traf zunächst Genki Haraguchi (41.) wie schon eine Woche zuvor im Spiel gegen Wiesbaden (2:2). In der zweiten Hälfte sah Josip Elez nach einem Handspiel im Strafraum Gelb-Rot, 96-Torhüter Ron-Robert Zieler wehrte den fälligen Strafstoß von Branimir Hrgota (61.) ab. In Unterzahl erhöhte Hannover dann durch Cedric Teuchert (70.), ein Eigentor von Waldemar Anton (74.) sorgte aber noch einmal für Spannung. Für den Schlusspunkt sorgte Simon Stehle (90.+6) nach einem Konter.

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