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Nationalspieler vor Rückkehr : Leipzig und der Plan mit Timo Werner

  • -Aktualisiert am

Timo Werner steht vor einer Rückkehr zu RB Leipzig. Bild: AFP

Nationalstürmer Timo Werner steht vor der spektakulären Rückkehr in die Bundesliga nach Leipzig. Er soll ein Unterschiedsspieler sein. Trainer Domenico Tedesco allerdings äußert sich zurückhaltend.

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          Domenico Tedesco und Pellegrino Matarazzo schlenderten nach der Pressekonferenz gemeinsam zum Ausgang. „Weisch, wie i das gmeint hab’“, sagte Tedesco, Cheftrainer von RB Leipzig, zu seinem Kollegen vom VfB Stuttgart. Der nickte. Der Amerikaner ist des Schwäbischen mächtig. Dass Tedesco, aufgewachsen in der Nähe von Esslingen, mit heimischem Idiom spricht, kommt eigentlich nur vor, wenn die Kameras abgeschaltet sind.

          Bundesliga

          Aber es könnte durchaus sein, dass Tedesco bald einen Spieler begrüßen kann, der ihm auch auf Schwäbisch antworten kann, anders als Matarazzo. Timo Werner, groß geworden unweit des Stuttgarter Stadions in Bad Cannstatt, war bestimmendes Thema am Sonntag beim 1:1 zwischen dem VfB Stuttgart und RB Leipzig – obwohl der Fußballprofi des FC Chelsea gar nicht anwesend war.

          Besonders, weil Leipzig den Sieg in der zweiten Hälfte gegen spielerisch unterlegene, aber leidenschaftlich verteidigende Stuttgarter vergeben hat. Einige Zuschauer raunten schon: „Mit Timo Werner wäre das nicht passiert.“ Tedesco ist viel zu gut erzogen, um sich an diesen Spekulationen zu beteiligen. „Ich bevorzuge es, über meine Spieler zu sprechen“, stellte der 36-Jährige klar. Laut verschiedener Quellen soll die Rückkehr des Stürmers nach Leipzig aber unmittelbar bevorstehen.

          Tedesco spricht von „Chancenwucher“

          Gegen Stuttgart war zu sehen, dass die Leipziger auch ohne Werner schon in guter Frühform sind, sie stifteten immer wieder mit schnellen, feinen Ballstafetten Unruhe im Stuttgarter Strafraum. Die Führung durch Christopher Nkunku (8. Minute) hätten sie ausbauen können.

          Stattdessen glich Naouriou Ahamada zum 1:1 aus (31.). Nkunku, André Silva und Dani Olmo harmonierten im Sturm sehr gut miteinander. VfB-Torhüter Florian Müller trieb die Leipziger mit seinen exzellenten Reflexen jedoch schier zur Verzweiflung.

          Tedesco sprach von „Chancenwucher“: „Umso verwunderlicher ist es für mich, dass wir das 2:1 nicht machen.“ In der Tat fehlte ein Spieler, der auch mal einen Abpraller humorlos verwertet hätte. Timo Werner hat gezeigt, dass er dieser Unterschiedsspieler sein kann.

          Für Leipzig erzielte der 26-Jährige 95 Tore in 159 Spielen, ehe er sich vor zwei Jahren Chelsea angeschlossen und mit dem Klub die Champions League gewonnen hat. Sein Nationalmannschaftskollege Benjamin Henrichs lächelte zumindest, als er auf die mögliche Rückkehr angesprochen wurde. „Ich hätte nichts dagegen, wenn er kommt.“ Er fügte lächelnd hinzu: „Guter Spieler.“

          Zurückhaltender äußerte sich Tedesco selbst, er ist hin und her gerissen und hat vor dem Spiel gegen Stuttgart die Öffentlichkeit an seinem Abwägungsprozess teilhaben lassen. „Wenn der Verein die Möglichkeit hat, einen deutschen Nationalspieler dazuzunehmen, der uns auch überzeugt, dann legen wir kein Veto ein.“

          Aber gleichzeitig betonte er, dass er mit seinen Angreifern sehr zufrieden sei, mit Nkunku, mit Silva, mit Alexander Sörloth und Yussuf Poulsen. Leipzigs Cheftrainer hätte es am liebsten, wenn der Transfermarkt bereits geschlossen wäre. Die Gerüchte nerven ihn zwar nicht, gab er zu, „aber als Trainer wünsche ich mir endlich Gewissheit“.

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