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2:1 gegen Frankfurt : Werner bleibt und trifft

Leipziger Allerlei: Die Torschützen Timo Werner und Yussuf Poulsen beglückwünschen einander zum Erfolg gegen die Eintracht. Bild: EPA

Endlich Klarheit im Vertragspoker um Timo Werner: Der Nationalspieler verlängert und trifft umgehend gegen die Eintracht. Am Ende war die Eintracht freilich dem Punktgewinn sehr nah.

          Den ersten Leipziger Erfolg bejubelten die Anhänger von RB Leipzig schon vor dem Anpfiff. Als der Stadionsprecher vor der Nennung von Timo Werner bei der Mannschaftsaufstellung den Verbleib des Stürmers in Leipzig verkündete, feierten die Fans diese Transfernachricht des Tages wie ein Tor des Stürmers. Werner hatte nach monatelangem Gezerre nun doch noch einen neuen und bis zum Sommer 2023 datierten Vertrag in Leipzig unterschrieben.

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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Es dauerte dann nicht lange, bis die Anhänger auch ganz konkret wussten, was sie an dem Nationalspieler in ihren Reihen haben. Werner traf schon in der zehnten Minute mit einem Schuss aus der Drehung zur 1:0-Führung gegen Eintracht Frankfurt beim 2:1-Sieg – und ebnete damit RB Leipzig den Weg zu einem umkämpften, aber verdienten Sieg in einem guten, abwechslungsreichen und weitgehend ausgeglichenen Bundesligaspiel. Den zweiten Leipziger Treffer erzielte Yussuf Poulsen (80.) bevor Goncalo Paciencia in der Schlussminute für die Eintracht nur noch verkürzen konnte. Die Sachsen stehen unter ihrem neuen Trainer Julian Nagelsmann nach zwei Spielen mit sechs Punkten und sieben erzielten Treffen auf Platz zwei hinter Borussia Dortmund – und zum nächsten Heimspiel kommt in drei Wochen zur allgemeinen Leipziger Vorfreude der FC Bayern.

          Rebic nicht im Kader

          Nachdem die Frankfurter den frühen Rückstand verdaut hatten und von Glück sagen konnten, in der Anfangsphase nicht noch höher in Rückstand geraten zu sein, konnten sie das Spiel nach knapp einer halben Stunde ausgeglichen gestalten. Zeitweilig übernahmen sie im Mittelfeld sogar die spielerische Kontrolle – doch in der Spitze machte sich immer wieder bemerkbar, dass die Eintracht dort mit dem Power-Team der Vorsaison nicht mehr viel zu tun hat. Um genau zu sein: Die sogenannte Frankfurter Büffelherde, durch die Verkäufe von Luka Jovic und Sebastien Haller ohnehin schon zerfleddert, hatte sich in Leipzig vollständig aufgelöst.

          Ante Rebic, dessen Zukunft eine Woche vor Transferschluss noch ungeklärt ist, gehörte in Leipzig nicht zum Frankfurter Kader, allerdings wegen einer Verletzung. Am Donnerstag war er in der Europa-League-Qualifikation in Straßburg (0:1) nach einem lustlosen Auftritt schon zur Halbzeit ausgewechselt worden – und Trainer Adi Hütter kritisierte den kroatischen Stürmer danach öffentlich. Mit Blick auf Rebics Zukunft sagte der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner am Sonntag aber: „Wir hatten ein tolles Gespräch mit Rebic. Man weiß aber nie, was da im Hintergrund abgeht.“

          Ohne die drei Topstürmer des Vorjahres fehlte es den Frankfurtern an Durchschlagskraft, um ihr zeitweilig kluges und druckvolles Mittelfeldspiel entsprechend im Ergebnis auszudrücken. Werner hatte auf Leipziger Seite vorgemacht, wie einfach das gehen kann. Nach einem Eckball stand er zwar nicht ganz perfekt zum Ball, aber trotzdem noch genau richtig, um den Ball aus nicht ganz einfacher Position volley an Torwart Kevin Trapp zum 1:0 ins Netz zu bringen. Es war das 63. Pflichtspieltor des 23 Jahre alten Stürmers in 116 Spielen für RB – und dennoch ein ganz besonderes, wie sein Jubel verriet.

          Werner hat sich entschieden

          Die Zeit des Pokerns und auch der eigenen Ungewissheit war vorbei für den Nationalspieler, dessen Wechsel zum FC Bayern schon wie ausgemacht schien. Dieser Transfer ist für die Zukunft natürlich weiterhin nicht ausgeschlossen. Nach Informationen des „Kicker“ würde dann eine für die real existierenden Verhältnisse relativ überschaubare und festgeschriebene Ablösesumme von angeblich rund 30 Millionen Euro fällig. „Für die richtige Entscheidung braucht man halt ab und zu ein bisschen länger“, ließ sich Werner nach der Vertragsverlängerung von seinem Klub zitieren. „Jetzt kann ich mich voll und ganz darauf konzentrieren, mit unserem Team wieder eine möglichst erfolgreiche Saison zu spielen.“

          Die Nachricht von Werners Entscheidung war vor dem Anpfiff mit lautem Applaus quittiert worden. „Wir sind froh, dass die Verhandlungen mit Timo Werner nun zu einem positiven Ende geführt haben und er sich zur Vertragsverlängerung mit uns entschieden hat. Es gab ja auch Angebote aus dem Ausland, doch für diesen Schritt fühlte sich Timo noch nicht bereit“, sagte Klubboss Oliver Mintzlaff. Seinen Beitrag zum zweiten Leipziger Sieg im zweiten Spiel hatte jedenfalls schnell geliefert.

          Ein weiterer war auch nicht nötig, obwohl Werner bis zu seiner Auswechslung in der 79. Minute dazu die Möglichkeit hatte. Aber auch seine beste Chance, als er in der 48. Minute alleine vor Trapp auftauchte, ließ er aus. Aus diesem Versäumnis konnten die Eintracht aber nicht entscheidend Kapital schlagen. Paciencia scheiterte mit einem Heber an Torhüter Peter Gulasci (65.), bevor er in der turbulenten Schlussminute zum 1:2 traf. Da hatten die Leipziger durch Poulsen schon den zweiten Treffer vorgelegt (80.). In der sechsminütigen Nachspielzeit bemühte sich Frankfurt nochmals um den Ausgleich, erzeugte Druck, aber keine Gefahr.

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