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Baumgartl nach Hodenkrebs : „Schwerste Momente meines Lebens“

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Zurück nach schwerer Zeit: Timo Baumgartl von Union Berlin Bild: picture alliance / DeFodi Images

Timo Baumgartl von Union Berlin steht wieder auf dem Platz. Eine Krebserkrankung liegt hinter ihm, dazu die Chemotherapie. Seine überraschendes Comeback unterstreicht, wie stark Union derzeit ist.

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          Timo Baumgartl grinste breit, dann holte der umjubelte Rückkehrer schmerzfrei zur Gegenfrage aus. „Außer meinem zweiten Hoden?“, fragte er den Reporter, der wissen wollte, was ihm denn noch fehle. Der Innenverteidiger von Union Berlin hat endlich wieder gut lachen. Mehr als vier Monate nach seiner Hodentumor-OP stand er beim nächsten Coup des Tabellenführers gegen den VfL Wolfsburg wieder auf dem Platz.

          Es war ein märchenhafter Tag für den gefragtesten Mann des Nachmittags. Hätte er seinen Kopfball in der 33. Minute besser plaziert, wäre die Geschichte wohl zu kitschig geworden. Auch ohne eigenen Treffer war Baumgartl beim 2:0 (0:0)-Sieg im Stadion An der Alten Försterei der umjubelte Held.

          „Schwerste Momente meines Lebens“

          Baumgartls Ärzte, viele Freunde, die Familie: Sie alle erlebten den Tag, auf den er monatelang hin gefiebert hatte, vor Ort mit, feierten ihn gemeinsam mit mehr als 20.000 Unionern bei der geplanten Auswechslung nach einer Stunde mit stehenden Ovationen. „Ich habe mir das ausgemalt während der Chemotherapie, während der schwersten Momente meines Lebens“, sagte der 26-Jährige, der im Mai die Diagnose Krebs erhalten hatte.

          Bundesliga

          Seine überraschendes Comeback in der Startelf offenbarte auch, wie stark Union inzwischen ist. Als rechter Part der Dreierkette reihte sich Baumgartl abgesehen von wenigen Wacklern nahtlos in das Kollektiv ein, das inzwischen saisonübergreifend seit 14 Ligaspielen unbesiegt ist.

          Trainer Urs Fischer, der seinem Team eine „sehr reife“ Leistung attestierte, erhält damit früher als vermutet eine weitere personelle Alternative. Genau darauf hatte er vor den anstehenden sechs Englischen Wochen in Folge mit Liga, DFB-Pokal und Europa League gehofft.

          Rein sportlich ragte gegen die Wölfe wieder das treffsichere Duo Jordan Siebatcheu (54.) und Sheraldo Becker (77.) heraus. Mit ihren Toren sicherten die beiden Stürmer Union in der zweiten Hälfte den hochverdienten Sieg.

          Vor dem Mammutprogramm kommt Fischer die traumhafte Punkteausbeute äußerst gelegen. „Da kommt eine ganz schwere Phase auf uns zu, es wird nicht immer erfolgreich sein“, prophezeite er: „Da tun die 17 Punkte gut.“

          Und Baumgartl? Der verriet dann doch ohne Augenzwinkern, was ihm noch zur vollen Leistungsfähigkeit fehlt. „Spielpraxis“, sagte er: „Dann bin ich optimistisch, dass ich schnell wieder auf 100 Prozent komme.“

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