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Thomas Hitzlsperger : „Will nicht, dass mein persönliches Schicksal im Vordergrund steht“

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Außnahmsweise Bankangestellter:Thomas Hitzlsperger Bild: AP

In der deutschen Nationalmannschaft dürfte er in der Startformation stehen. Beim VfB Stuttgart musste er 90 Minuten auf der Bank sitzen. Im FAZ.NET-Gespräch äußert Thomas Hitzlsperger Verständnis für die Entscheidung seines Trainers.

          Am Mittwochabend dürfte Thomas Hitzlsperger in der Startformation der deutschen Nationalmannschaft beim Spiel gegen England stehen. Im Bundesligaspiel gegen Arminia Bielefeld musste der 26 Jahre alte Nationalspieler indes 90 Minuten auf der Bank des VfB Stuttgart sitzen.
          Der Dauerbrenner, der mit bereits 25 Pflichtspieleinsätzen in Liga, Uefa-Pokal und DFB-Pokal der am stärksten belastete Spieler der laufenden Spielzeit ist, steckt in einer Formkrise. Im FAZ.NET-Interview spricht Hitzlsperger über sein Verständnis für die Entscheidung von Trainer Veh, seine Hoffnungen auf eine Rückkehr zu alter Form und seinen Aussichten beim Länderspiel gegen England am Mittwoch.

          Gegen Bielefeld waren Sie 90 Minuten Ersatzspieler in der Bundesliga, am Mittwoch könnten Sie im Nationalteam gegen England eine wichtige Rolle einnehmen. Ist das nicht etwas merkwürdig?

          Ich weiß nicht, was der Bundestrainer mit mir vorhat. Für mich geht es bei der Nationalmannschaft darum, dass ich gut trainiere und hoffentlich Spielpraxis sammle, um voran zu kommen.

          Teamplayer Hitzlsperger: „Wir müssen über die gesamte Mannschaft reden und nicht nur über mich”

          Sie werden also auch nicht Bundestrainer Löw bitten, Sie vor einem Einsatz gegen England zu verschonen?

          Nein, ich werde den Bundestrainer sicherlich nicht in dieser Form ansprechen. Ob es von seiner Seite aus zu einem Gespräch kommt, werden wir sehen.

          Ist es sehr ungewohnt für Sie, in der Liga nicht einmal eingewechselt zu werden?

          Natürlich will ich lieber spielen. Ich will immer spielen, das ist heute nicht anders als sonst. Ich wäre gerne noch ins Spiel gekommen und hätte der Mannschaft gerne geholfen. Das konnte ich heute aber nicht, jetzt hoffe ich, dass sich meine Situation schnell wieder ändert.

          Sind Sie sauer auf Ihren Trainer Armin Veh?

          Nein. Unser Trainer hat mir vor dem Spiel erklärt, warum er mich draußen lässt. Damit ist das für mich in Ordnung und ich will überhaupt keine Diskussionen um mich. Ich will nicht, dass mein persönliches Schicksal im Vordergrund steht, sondern hoffe, dass wir uns auf das Team konzentrieren können.

          Als Ihr Kapitänskollege Mark van Bommel in München auf der Bank landete, äußerte er sich deutlich unzufriedener als Sie ...

          So etwas ist aber nicht meine Art. Ich will mich nicht in den Vordergrund rücken.

          Ihr Trainer hat den Eindruck erweckt, dass er Ihnen eine Pause gönnen will, weil Sie von den vielen Einsätzen müde sind. Fühlen Sie sich schlapp?

          Körperlich auf keinen Fall. Daran liegt es nicht, dass ich nicht so gut gespielt habe zuletzt.

          Belasten Sie denn die öffentlichen Spekulationen über Ihre Krise?

          Ich hoffe nicht, dass mir dadurch ein Formtief herbeigeredet wird und ich zudem für Unruhe im Team sorge.

          Geht es mit dem VfB nur wieder aufwärts, wenn auch Sie wieder in Tritt kommen?

          Wir müssen über die gesamte Mannschaft reden und nicht nur über mich.

          Was gibt es da zu bereden?

          So ganz genau weiß ich auch nicht, woran es liegt. Die Stimmung in der Mannschaft ist okay, der Charakter des Teams ist auch vollkommen in Ordnung. Wir erspielen uns nur zu wenige Chancen und schießen zu wenige Tore.

          Sind Sie vielleicht sogar froh, mal aus dem Stuttgarter Umfeld herauszukommen?

          Es ist keineswegs so, dass ich mich derzeit unwohl fühle.

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