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Thomas Eichin im Gespräch : „Ich finde es gut, unterschätzt zu werden“

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Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Netzwerk ausreichend ist, um den Anforderungen in der Bundesliga gerecht zu werden?

Was glauben Sie, wie viele Agenten sich bei mir gemeldet haben, seit ich am 27. Dezember vorgestellt wurde? Der Fußballmarkt ist so transparent wie kein anderer. Um nicht mitzubekommen, was in der Bundesliga läuft, muss man schon außergewöhnlich weit weg sein. Die Frage ist: Kennst Du jeden Spieler in Portugal oder Brasilien, der dort in der U20 herum rennt? Nein, das kann ich nicht liefern. Wichtiger ist, dass man Leute an seiner Seite hat, die diese Kontakte haben. Man muss im Team funktionieren. So haben wir das bei den Haien mit Uwe Krupp und seinem Assistenten Niklas Sundlad auch gehandhabt. Wenn wir alle drei der Meinung waren, das ist der richtige für uns, haben wir es durchgezogen. Wenn nur einer Bauchschmerzen hatte, haben wir die Finger davon gelassen.

Ihre Rolle bei den Haien zuletzt war eine sehr prägende, in Bremen werden Sie wohl weniger im Mittelpunkt stehen. 

Die Fußball-Bundesliga steht mehr im Fokus als das Eishockey. Da werde ich gefordert sein, machen Sie sich keine Sorgen. Bei den Kölner Haien habe ich alles erlernen können, was es für einen Geschäftsführer zu erledigen gilt: Triumphe, Tragödien, finanzielle Engpässe. Als ich anfing, bestand unsere Geschäftsstelle aus zwei Containern und drei, vier Mitarbeitern. Heute haben wir über 20 und gehören zu den Top-Adressen im deutschen Eishockey. Ich will nicht, dass das zu überheblich klingt: Aber wir machen schon mit dem Sport, dem Verein, dem Event, das wir in der Arena bieten, einen sehr, sehr guten Job.

Sie haben von den schwierigen Zeiten mit den Haien gesprochen. Gemessen daran: Ist es eine komplizierte Situation, in die Sie jetzt in Bremen reinkommen?

Das kann ich noch nicht beurteilen. Ich werde mich auf Geschäftsführerebene weiter austauschen, mir die Ziele, Planungen anhören und mich parallel natürlich auch im sportlichen Bereich informieren. Dann wird man das sehen. Fakt ist: Die Hürden beim Einstieg ins Eishockey vor 13 Jahren waren viel höhere. Ich kam als Fußballer und dann auch ausgerechnet noch aus Mönchengladbach, dem Feindesland, nach Köln. Bis ich mir da Akzeptanz verdiente hatte, das hat gedauert. In Bremen wird es nicht leicht, aber der Einstieg ist sicher einfacher.

Wenn Sie in knapp drei Wochen beginnen, sollte die Erwartung also nicht sein, dass Sie gleich so richtig ins Geschäft einsteigen, sondern dass Sie erst einmal beobachten.

Wenn Sie damit meinen, dass ich sofort irgendwelche verrückten Entscheidungen treffe, dann muss ich Sie enttäuschen. Nein. Dafür wurde ich auch nicht geholt. Diese Alleinunterhalter-Position will man in Bremen überhaupt nicht, und ich wäre auch nicht derjenige, der sie ausführen könnte.

Es war eine Achterbahnfahrt hier in Köln, zwei Mal kurz vor der Insolvenz. Jetzt winkt ein Meistertitel. Macht es das leichter, zu gehen, oder schwerer?

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