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Tattoos im Fußball : Von Männern und Möpsen

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Die Lokomotive der Tattoo-Bewegung: Englands WM-Maskottchen David Beckham Bild: REUTERS

Viele Fußballer haben Tattoos. Es geht um Coolness. Beckham ist die Lokomotive der Bewegung, Rooney der Geizkragen, Cisse ein Ganzkörperkunstwerk. Doch zu gewagte Motive sind schlecht. Irgendwann geht das auf keine Kuhhaut mehr.

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          Die WM ist aus, aber die Bilder bleiben. Auch die Bildchen, die gestochenen - verschnörkelt, poetisch oder martialisch. Tätowierungen also. Besser: Tattoos, weil es ja um Coolness, um Lifestyle geht. Der Franzose Djibril Cissé war das Ganzkörperkunstwerk der WM, mit vielen Flecken und klassischen Motiven dazwischen, eine Mischung aus Leopard und Comic-Heft. Der Rest war kleinformatiger, sparsamer: Kinder- oder Frauennamen, sakrale Motive, Glaubensbekenntnisse, nationale Symbole. Das Übliche.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Engländer Wayne Rooney war einer dieser Tattoo-Geizkragen. Eine englische Flagge auf der Schulter, mehr zeigte er nicht. Der Portugiese Hugo Almeida war mit seinen Klecksen auf den Innenseiten der Oberarme nicht besser. So wie der holländische Minimalist Wesley Sneijder, dessen Unterarmschmuck unentschlossen wirkte. Der argentinische Trainer Diego Maradona hat zwar einen stattlichen Ché Guevara auf der Schulter, verbarg ihn aber unter einem Anzug.

          Das englische WM-Maskottchen David Beckham, die Lokomotive der Tattoo-Bewegung im Fußball, machte da nicht mit. Er, Träger von angeblich über zwanzig Tätowierungen, war auch gut gekleidet, präsentierte aber, was er hat. Graue, sehr schicke Anzughose, gleichfarbige Weste, klassisches blaues Hemd, dazu auf den entblößten Unterarmen flächendeckende Bemalung - Chapeau!

          Vielleicht sollte Beckham nochmal mit ihm reden: Wayne Rooney war der Tattoo-Geizkragen
          Vielleicht sollte Beckham nochmal mit ihm reden: Wayne Rooney war der Tattoo-Geizkragen : Bild: AP

          Kevin-Prince Boateng, für Ghana am Ball, ist auch so einer. Aber er kann gar nicht anders, weil das Rollkragentrikot noch nicht erfunden ist: Eines seiner vielen Tattoos sitzt am Hals. Und was nutzte die ganze Haute Couture? Frankreich - raus nach den Gruppenspielen. England - 1:4 gegen Deutschland. Argentinien - 0:4 gegen Deutschland. Niederlande - Niederlage im Finale. Da waren die mehrheitlich porentief reinen Spanier besser. Auch die deutsche Mannschaft kam überwiegend naturbelassen daher. Wer etwas hat (Jansen, Aogo, Wiese, ein paar andere), hielt sich bedeckt.

          Für Beckham die Hochzeit, für Russ die Möpse

          Das Ganze geht natürlich weiter, denn nach einer WM ist vor der Bundesliga. Auch hier gilt: Was früher nur Seefahrern, Soldaten und Sträflingen gefiel, ist beim Profifußballer längst angekommen. Der Frankfurter Marco Russ zeigte gerade seine bunten Unterarme her und erklärte, dass die drei Rosen darauf für seine drei Hunde stehen, Australian Shepherd, Mops und Bulldogge.

          Da wollen wir mal hoffen, dass sich der Australier und der Mops nicht zu nahe kommen, denn mit ein paar Welpen mehr würde es eng werden. Das Problem kennt David Beckham. Er hat sich einen Ring aus zehn Rosen stechen lassen, für jedes Ehejahr mit seiner Victoria eine. Was für Russ die Möpse wären, wäre für Beckham die goldene Hochzeit. Das ginge selbst auf keine Kuhhaut mehr.

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